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Großeinsatz am Mittwochabend

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Warnstreiks an RoMed-Kliniken im Landkreis Rosenheim

ver.di zu den Warnstreiks: „Arbeitgeber wollen von Aufwertung und Anerkennung nichts wissen“

Die Mitarbeiter des RoMed Klinikums Bad Aibling streiken am 30. September für ihre Tarifforderungen
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Die Mitarbeiter des RoMed Klinikums Bad Aibling streiken am 30. September für ihre Tarifforderungen

Bad Aibling - ver.di Bayern ruft die Beschäftigten in kommunalen Krankenhäusern zu Aktionen auf und fordert mehr Geld für sie - auch nach Corona. Am Mittwoch kam es daher an den RoMed-Kliniken zu Warnstreiks. Die Versorgung der Patienten war trotz Streik sichergestellt.

Update, 17 Uhr - Pressemitteilung der ver.di: „Es wäre völlig falsch, gegen die Krise anzusparen“

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) rief die Beschäftigten der RoMed Kliniken in Rosenheim und im Landkreis am heutigen Mittwoch (30. September) im Rahmen der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes zu einer ersten Warnstreikaktion auf.

„Gerade noch wurde den Beschäftigten in der öffentlichen Daseinsvorsorge und speziell im Gesundheitswesen für ihre Leistung in der Corona-Pandemie applaudiert. Doch bei den Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber von Aufwertung und Anerkennung nichts mehr wissen – das passt nicht zusammen“, kritisierte ver.di Sekretär Win Windisch. Deshalb machen die Beschäftigten von Kliniken und Gesundheitseinrichtungen am Mittwoch bundesweit Druck für ihre Tarifforderungen.

ver.di fordert für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Außerdem erwarten die Beschäftigten Entlastung durch zusätzliche freie Tage und die Angleichung der Arbeitszeiten im Osten an das westdeutsche Niveau. „Unsere Forderungen und Erwartungen sind moderat und berücksichtigen diese besondere Zeit“, betonte Windisch. „Entgelterhöhungen sind nicht nur aus Sicht der Betroffenen nötig. Sie sind auch wichtig, um die Kaufkraft und damit die Konjunktur anzukurbeln. Es wäre völlig falsch, gegen die Krise anzusparen – auch in der Tarifpolitik.“

Für das Gesundheitswesen führen die Tarifparteien zusätzliche Gespräche, um die spezielle Situation in den Blick zu nehmen. ver.di erwartet unter anderem eine Pflegezulage von 300 Euro, eine bessere Bezahlung im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche. Zudem sollen die Versprechen aus der letzten Tarifrunde umgesetzt werden, auch im Gesundheitswesen die Pausen in Wechselschicht auf die Arbeitszeit anzurechnen und den Samstagszuschlag auf 20 Prozent anzuheben. „Diese Verbesserungen sind dringend nötig, um die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv zu machen“, erklärt Windisch. „Nur so können in Zukunft mehr Arbeitskräfte für diesen so wichtigen Bereich gewonnen und gehalten werden.“

Zeitgleich mit den Tarifaktionen kommen in Berlin die Gesundheitsministerinnen und -minister des Bundes und der Länder zusammen. Sie sind die Adressaten einer Foto-Petition, in der sich tausende Krankenhausbeschäftigte für gute Rahmenbedingungen einsetzen. Sie fordern verbindliche Vorgaben für genug Personal, eine bedarfsgerechte Finanzierung statt Pauschalen sowie die Rückführung ausgegliederter Bereiche in die Kliniken. Die Petition wird Bundesminister Jens Spahn (CDU) und seinen Länderkolleginnen und -kollegen am Mittwoch in Berlin übergeben. „Die Einführung bedarfsgerechter Personalstandards in den Krankenhäusern ist überfällig“, sagte Windisch. „Mit dem von Deutscher Krankenhausgesellschaft, Deutschem Pflegerat und ver.di entwickelten PPR 2.0 liegt ein Personalbemessungsinstrument für die Pflege auf dem Tisch, das nun endlich auf den Weg gebracht werden muss.“

Pressemitteilung ver.di Rosenheim

Erstmeldung:

Am Mittwoch, den 30. September, fand an den RoMed-Kliniken im Landkreis Rosenheim ein Warnstreik statt. Betroffen waren die RoMed-Kliniken in Rosenheim, Bad Aibling, Prien und Wasserburg. „Das Angebot des Arbeitgebers, obwohl wir in der Coronaphase als systemrelevanter Beruf gesehen wurden, finden wir sehr unverschämt“, sagt der Betriebsrat der RoMed Kliniken Bad Aibling, Prien und Wasserburg, Reiner ter Hell im Gespräch mit unserer Reporterin vor dem Bad Aiblinger Klinikum.

Warnstreiks vor allen RoMed-Kliniken

„In der Corona-Hochphase haben viele Politiker Lippenbekenntnisse gemacht, die sich hier nicht mehr wiederfinden“, so Hell weiter. „Es muss mehr Pflegepersonal gefunden werden. Jetzt hätten wir die Chance, das richtige Signal zu senden, indem man den Beruf besser vergütet und die Arbeitsplatzsituation verbessert.“ Hell zeigt die Situation an einem Beispiel auf: „Eine Kollegin hat bei uns im Schnitt zwölf bis 15 Patienten zu versorgen. Im europäischen Umland sind es fünf bis acht. Alle bauen hier horrende Überstunden auf.“ Auch sein Betriebsratskollege Hartmut Klein sieht das so. „Die Mitarbeiter sind ausgebrannt, weil sie gar keine Erholungsphasen mehr haben.“ Auch gebe es beispielsweise beim Röntgen einen klaren Standortnachteil. „Fast niemand will nach Rosenheim oder aufs Land, die wollen alle nach München.“

v.l.: Die RoMed-Betriebsräte Reiner ter Hell und Hartmut Klein.

Laut Hell müsse die Personalgewinnung im Vordergrund stehen, der Beruf müsse attraktiver gestaltet werden. Der Stellenplan sei ungenügend. „Ein Personalausfall beispielsweise durch Krankheit kann gar nicht mehr aufgefangen werden, weil der Stellenplan gar nicht aufgefüllt werden kann.“ Hell liebt seinen Beruf, aber die Umstände machen es ihm schwer. „Früher hatte man noch Zeit, mit den Patienten zu reden, jetzt kann man unterm Strich nur noch im Akkord arbeiten. Die persönlichen Gespräche, die so wichtig sind, laufen nur noch nebenbei. Wenn man in der Früh seinen Plan anschaut und jemand ausgefallen ist, dann überlegt man als Erstes, was man heute wegfallen lassen kann.“

Keine Einschränkungen für Patienten

Der Warnstreik fand an allen RoMed-Standorten in Form einer einstündigen „aktiven Mittagspause“ statt. Über 20 Mitarbeiter hatten sich am Mittwoch, 30. September um 12 Uhr vor dem Haupteingang aufgestellt. Jeder Mitarbeiter stand stellvertretend für seine Station. In der halben Stunde, die der Warnstreik in Bad Aibling dauerte, hielten die teilnehmenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Schilder mit der Aufschrift „Wir sind streikbereit“ hoch. Für die Bevölkerung kam es dadurch zu keinen Einschränkungen.

Am 22. Oktober findet die nächste Verhandlung für den öffentlichen Dienst statt. Angesichts dieser Verhandlung soll ein Entgegenkommen des Arbeitgebers mit dem ersten Warnstreik erwirkt werden. Werde ein Entgegenkommen nicht signalisiert, teilt Win Windisch, Gewerkschaftssekretär der ver.di des Bezirks Rosenheim, mit, könne es auch zu ganztägigen Streiks kommen.

jb

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