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OVB-Leserforum

„Diskussion nimmt skurrile Dimensionen an“: Leser diskutieren gewerbliche Nutzung von Grundwasser

Ein Wassersommelier schaut in ein Glas mit Mineralwasser.
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Ein Wassersommelier schaut in ein Glas mit Mineralwasser.

Nachdem in Bergen bereits Kritik an einer Ausweitung der gewerblichen Nutzung von Grundwasser laut wurde, formt sich auch in Polling Widerstand gegen die Herstellung von Mineralwasser in Weiding. Das sagen OVB-Leser zu dem Thema.

Wolfgang Schönfelder (Mühldorf): Herrscht in Polling soziale Not dass die 30 bis 60 Arbeitsplätze dringend benötigt werden? Droht der Gemeinde Polling der finanzielle Tod? Ist sie deshalb dringend auf zusätzliche Gewerbesteuer angewiesen?

600.000 Kubikmeter Wasser jährlich abfüllen, das sind werktäglich 2400 Kubikmeter, bei 16 Tonnen Nettofracht je Lkw-Fahrt also täglich 160 Lkw, die das Verkehrschaos deutlich verschlimmern. Bei Hauptabsatz in Richtung München wären das dann über die Mühldorfer Innbrücke 320 Fahrten.

Ich war kürzlich auf Radtour in Ellingen bei Weissenburg. Die örtliche Brauerei „Fürst Carl“ füllt Biere, Wasser und Fruchtsaftgetränke nur für den nahen Regionalmarkt ausschließlich in genormten Mehrwegglasflaschen ab. Und regionale Brauereien gibt es überall in Deutschland, dann mögen die Discounter sich von denen beliefern lassen. Noch besser geldsparend und umweltschonend sind „Bürgermeisterbrunnen“, Leitungsheimer, Hahnenquelle. Wird per Pipeline bis in die Küche gepumpt. Wenn es unbedingt sein muss, dann einen Gleisanschluss, für 80 Güterwaggons täglich lohnt das, aber nur mit Mehrwegglasflaschen.

Horst Tidhalm (Waldkraiburg): Die Diskussion um die mögliche Grundwassernutzung für Weidinger Mineralwasser nimmt mittlerweile skurrile Dimensionen an und geht völlig am Problem des zu hohen Trink- und Grundwasserverbrauchs vorbei. Will man keine gewerbliche Nutzung für Grundwasser, heißt dies in der Konsequenz natürlich auch, zum Beispiel Brauereien zu schließen, der Landwirtschaft das Wasser (14 Prozent) zu entziehen und etliches mehr.

Das wenige wirklich getrunkene Trinkwasser bleibt als Menge selbstverständlich gleich, egal ob man Leitungswasser oder Mineralwasser trinkt.

Das eigentliche Problem ist der zusätzliche Trinkwasserverbrauch in den Haushalten (14 Prozent) von 125 Litern pro Tag und Kopf in Bayern, der ausschließlich für andere Zwecke verwendet wird, weil es keine zweite Leitung für Brauchwasser gibt. Hinzu kommt der immense industrielle Verbrauch (72 Prozent), der den privaten um ein Vielfaches übersteigt. Dabei bräuchte die Industrie gar kein Trinkwasser, sondern lediglich sauberes Wasser. Aber Grundwasser ist am billigsten, Aufbereitung beziehungsweise Reinigung wären wesentlich teurer. Wasser selbst ist kostenlos und hat keinen Eigenwert. Die Gebühren für den Verbraucher sind lediglich für Gewinnung, Kontrolle und Leitungsnetz; für die Industrie (insbesondere bei eigenem Brunnen) nahezu kostenfrei.

Der Wasserpreis muss also zusätzlich einen Aufschlag je nach Verwendung bekommen, um steuernd eingreifen zu können. Noch ein abschließendes Wort zum Leserbrief von Herrn Rosenberger: Seiner Ideologie folgend, deutsche Ressourcen zu schonen, trinkt er sicher auch nur französisches Bier und spült seine Fäkalien mit französischem Trinkwasser in die Kanalisation.

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