Schneechaos am Wochenende in der Region

Frau (20) stirbt bei Lawine an Stoißer Alm - Auto bei Ruhpolding verschüttet

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    Katja Schlenker
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Landkreis - Der Winter hat in der Nacht von Freitag auf Samstag ordentlich "zugelangt". Fast überall in der Region hat es ordentlich geschneit. Es gab bereits zahlreiche Unfälle und einen Lawinenabgang. Die Warnungen von Wetterdienst und Lawinenwarndienst gelten weiter.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Heftige Schneefälle haben in der Region am Samstag für Chaos gesorgt. Zwischen zehn und 15 Zentimetern Neuschnee sind stellenweise gefallen. In höheren Lagen ist in den vergangenen Tagen bis zu einem Meter Neuschnee gefallen.
  • Zahlreiche Unfälle sind aufgrund der Schneeglätte passiert. Die meisten sind glimpflich ausgegangen. Mehrere Straßen sind mittlerweile aufgrund der Schneemassen komplett gesperrt.
  • Bei einem schweren Unfall auf der B472 im Gemeindebereich Reichersbeuern ist ein 19-Jähriger tödlich verletzt worden.
  • Bei einem Lawinenabgang am Teisenberg ist eine junge Frau (20) aus dem Berchtesgadener Land verschüttet worden und verstorben.
  • Etwa 130 Flüge am Flughafen München mussten aufgrund des Wetters annulliert werden. Zahlreiche Flüge sind verspätet gewesen.
  • In den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen gilt derzeit die Lawinenwarnstufe 4, im übrigen Alpenraum 3 bis 4. Diese gelten auch am Sonntag.

Service:

Update, 22.25 Uhr - Bericht zur Schneedecke

Im Laufe des Sonntags klingen die Niederschläge und der Wind westlich des Inns langsam ab. In den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen hält der Schneefall an. Dort ist in den vergangenen Tagen bis zu einem Meter Neuschnee gefallen. Bei starkem Wind aus West bis Nord wurde der Neuschnee umfangreich verfrachtet und entstanden mächtige Triebschneeansammlungen.

Die Trieb- und Neuschneepakete liegen auf schwachen Schichten aus lockeren, kalten Schneekristallen, Oberflächenreif oder massivem Graupel und sind sehr störanfällig. Zudem sind im Bereich von tief liegenden Harschschichten kantige Kristalle oder Schwimmschnee eingelagert. In tiefen Lagen wird die Schneedecke zunehmend feucht und kann am Boden zu gleiten beginnen.

Update, 22 Uhr - Lkw kommt auf B20 von Fahrbahn ab

Am Abend des 5. Januars ist ein italienischer Sattelschlepper auf der Bundesstraße B20 zwischen Tittmoning und Fridolfing von der Fahrbahn abgekommen. Die Zugmaschine ist in einem angrenzenden Acker gelandet und der Auflieger hat die komplette Fahrbahn blockiert. Ein Bergeunternehmen hat den beschädigten Lkw wieder auf die Straße gezogen. Nach einer Reifenreinigung durch die Feuerwehr Pietling ist das Gespann in die Werkstatt gebracht worden.

Lastwagen kommt von B20-Fahrbahn nahe Pielting ab

Update, 21.25 Uhr - Auto in Ruhpolding verschüttet

Am Samstagnachmittag ist auch zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl auf Höhe des Förchensees eine Lawine abgegangen. Dabei sind die Straße und ein Auto verschüttet worden. Die Autofahrerin hat nach dem Vorfall die Türe ihres Fahrzeugs nicht mehr öffnen können. Sie ist unverletzt geblieben.

Auf der Straße hat sich ein langer Rückstau gebildet, da sich gerade viele Skifahrer auf dem Heimweg befunden haben. Die Feuerwehr Ruhpolding hat das Auto freigeschaufelt und aus dem Schnee gezogen, damit ein Radlader und ein Schneepflug die Straße frei räumen können. Danach ist die B305 bis auf weiteres wegen Lawinengefahr gesperrt worden.

Lawine verschüttet Auto nahe Ruhpolding

Update, 20.50 Uhr - Bäume beschädigen Wohnblock in Trostberg

Unter der Last der Schneemassen ist am Abend des 5. Januars gegen 18.40 Uhr ein Baum an der Altöttinger Straße in Trostberg zusammengebrochen. Dieser ist über die Bundesstraße B299 auf das Dach eines gegenüberliegenden Wohnblocks gestürzt.

Die Feuerwehren aus Trostberg und Oberfeldkirchen sind daraufhin mit 25 Einsatzkräften zur Einsatzstelle ausgerückt und haben die B299 für knapp 45 Minuten komplett sperren müssen. Nachdem der Baum beseitigt worden ist, ist das Dach des Wohnblocks auf etwaige Beschädigungen hin geprüft worden. Dabei sind ein paar beschädigte Schindeln gefunden worden.

Baum stürzt in Trostberg auf Hausdach - B299 komplett gesperrt

Update, 20.20 Uhr - bereits zwei Lawinen

Die Lawine an diesem Samstagnachmittag ist nicht die erste, die nahe der Stoißer Alm abgegangen ist. Bereits in den Jahren 2004 und 2012 hat es dort Lawinenunfälle, die jedes Mal glimpflich ausgegangen sind.

Am 11. Februar 2004 zum Beispiel ist in den Morgenstunden ein einheimischer Skitourengeher in Richtung Stoißer Alm gegangen, um seinen Kameraden, die bereits auf der Hütte waren, ein Weißwurstfrühstück nachzubringen. Als er auf der Normalstraße vom Kohlhäusl über das Weidegebiet zur Stoißer Alm unterwegs gewesen ist, hat sich gegen 12 Uhr beim Überqueren einer freien Fläche in einer Höhe von rund 1.200 Metern ein rund 20 mal 20 Meter breites Schneebrett gelöst. Der Mann ist mitgerissen und zur Gänze verschüttet worden, hat sich aber eigenständig befreien können.

Am 11. Mai 2012 ist zwischen 18 und 19 Uhr rund 200 Meter unterhalb der Stoißer Alm aus einem rund 30 Grad steilen Hang eine große Grundlawine abgegangen und hat rund 20 Meter des Weges zwei bis drei Meter hoch verschüttet. Die Bergwacht hat damals nach möglicherweise verschütteten Mountainbikern gesucht, aber schnell entwarnen können.

Update, 20 Uhr - Frau (20) verstirbt

Wie berichtet, wurde am Samstagnachmittag am Teisenberg in der Nähe der Stoißer Alm bei einem Lawinenabgang eine Frau verschüttet. Umgehend wurden Suchmaßnahmen nach dem Lawinenopfer eingeleitet und die Rettungsmannschaften konnten die Verschüttete finden und bergen.

Ein Notarzt führte vor Ort Reanimationsmaßnahmen durch, doch leider verstarb die junge Frau. Es handelt sich um eine 20-Jährige aus einer Gemeinde im Landkreis Berchtesgadener Land.

Die übrigen Begleiter der Verstorbenen - eine Tourengehergruppe - wurden nicht von der Lawine erfasst. Sie befinden sich in Sicherheit.

Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd

Update, 19.50 Uhr - Winterdienst jederzeit bereit und umgestürzte Bäume

Der Räumdienst ist an diesem Samstag im Dauereinsatz. Robert Lippold vom Rosenheimer Baubetriebshof bittet Autofahrer bei diesem Wetter um Geduld, wie Radio Charivari berichtet. Sollte es andauernd schneien, versuche man die Straßen so freizuhalten, dass gefahrlos gefahren werden kann. Auch die Räumfahrzeuge des Landkreises sind im Dauereinsatz.

Der Räumdienst in Stadt und Landkreis Rosenheim ist aber gut auf weitere Schneemassen vorbereitet, wie Lothar Schüsselbauer vom Kreisbauhof gegenüber Radio Charivari erklärt. Alle Fahrzeuge seien einsatzbereit, die Salzbestände aufgefüllt.

Unterdessen ist die Bundesstraße B299 komplett gesperrt worden. Zwischen Oberwimm und Trostberg sind laut aktuellen Verkehrsmeldungen Bäume umgestürzt.

Update, 19.15 Uhr - Einsätze für Feuerwehr Bachmehring

Auch die Feuerwehr Bachmehring ist diesen Samstag im Einsatz gewesen und musste an der Obermüllerstraße einen umgestürzten Baum beseitigen, der dort die Fahrbahn blockierte.

Unter anderem auch in Wasserburg und Griesstätt waren die Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume und feststeckender Fahrzeuge im Einsatz.

Update, 18.25 Uhr - verschüttete Person gefunden

Bei einem Lawinenabgang am Samstagnachmittag, den 5. Januar, kurz nach 16 Uhr am Teisenberg in der Nähe der Berghütte Stoißer Alm wurde eine Frau verschüttet. Die alarmierten Rettungsmannschaften - Bergwacht, Alpine Einsatzgruppe Polizei und BRK - eilten an die Unglücksstelle und suchten aufwendig nach der Person. Vor wenigen Minuten wurde die Verschüttete gefunden und geborgen. Ein Notarzt kümmert sich derzeit um die verletzte Frau.

Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd

Update, 18.20 Uhr - Beurteilung der Lawinengefahr

Die Gefahrenstufe 4 besteht derzeit in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, wie der Lawinenwarndienst Bayern bekannt gibt. Damit ist die Lawinengefahr groß. "Das Hauptproblem stellt die enorme Auflast des Neuschnees auf die instabile Altschneedecke dar", heißt es im aktuellen Bericht. "Aus neuschneereichen und triebschneebeladenen Einzugsgebieten aller Expositionen ist mit der Selbstauslösung von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen, die in der Sturzbahn auf tiefere Schichten durchschlagen und damit große Ausmaße erreichen können."

Zudem können Triebschneeansammlungen, die in Umfang und Größe mit der Höhe sowie nach Osten hin zunehmen, durch einen einzelnen Skifahrer sehr leicht gestört werden. Gefahrenstellen, an denen Schneebrettlawinen ausgelöst werden können, befinden sich vorwiegend im kammnahen Steilgelände, in triebschneeverfüllten Rinnen und Mulden aller Hangrichtungen aber auch in Waldschneisen und hinter Hangkanten.

"Die Schneedecke wird sich die nächsten Tage setzen und die Lawinengefahr wird langsam zurückgehen", heißt es weiter. "Skitouren und Variantenabfahrten abseits gesicherter Skipisten erfordern weiterhin besondere Vorsicht und gutes lawinenkundliches Beurteilungsvermögen."

Update, 17.55 Uhr - Lawinenabgang an Stoißer Alm

Zu einem Lawinenabgang ist es am Samstagnachmittag im Bereich der Stoißer Alm bei Anger gekommen. Dies bestätigt die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. Ob Personen verschüttet worden sind, kann derzeit noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Der Einsatz läuft momentan an.

Update, 17.20 Uhr - tödlicher Unfall auf B472

Am 5. Januar etwa 11.20 Uhr ereignete sich auf der Bundesstraße B472 im Gemeindebereich Reichersbeuern ein schwerer Unfall mit tödlichem Ausgang. Ein 23-jähriger VW-Fahrer aus Waakirchen befuhr die B472 von Waakirchen kommend in Richtung Bad Tölz. Zwischen den beiden Anschlussstellen Reichersbeuern kam der junge Waakirchener bei winterlichen Straßenverhältnissen ins Schleudern und rutschte quer auf die Gegenfahrbahn.

In diesem Moment kam ihm ein 21-jähriger Reichersbeurer mit seinem Mitsubishi entgegen. Dieser konnte nicht mehr ausweichen und stieß frontal in die Beifahrerseite des Waakircheners. Dabei wurden die drei Insassen des VW-Polo zum Teil eingeklemmt.

Während der Mitsubishi-Fahrer und sein 25-jähriger Beifahrer leicht beziehungsweise unverletzt den Unfall überstanden, waren die Verletzungen bei den Insassen des VW-Polo schwerer. Der Unfallverursacher und eine auf der Rücksitzbank sitzende 26-jährige Beifahrerin aus Waakirchen wurden schwer verletzt in Krankenhäuser eingeliefert. Der Beifahrer im VW-Polo - ein 19-jähriger Waakirchener - wurde schwer verletzt ins Tölzer Krankenhaus gebracht, wo er jedoch seinen Verletzungen erlag.

Die Staatsanwaltschaft ordnete die Erstellung eines Gutachtens an. Die B472 war für mehrere Stunden gesperrt. Im Einsatz waren neben einem Aufgebot des BRK die Feuerwehren aus Reichersbeuern, Bad Tölz und Waakirchen.

Pressemeldung der Polizeiinspektion Bad Tölz

Update, 17 Uhr - B305 bei Ruhpolding gesperrt

Wie aus den aktuellen Verkehrsmeldungen hervorgeht, ist die Bundesstraße 305 zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl derzeit in beide Richtungen gesperrt. Grund ist, dass eine Gefahr von möglichen Lawinen ausgeht. Eine Umleitung ist eingerichtet und ausgeschildert.

Update, 13.55 Uhr - Straße bei Waging unbefahrbar

Am späten Vormittag ging nichts mehr auf der Staatsstraße 2105 bei Waging am See: Zwischen dem Kirchhallinger Berg und Otting war die Straße durch die starken Schneeverwehungen nicht mehr befahrbar. Die Feuerwehr war im Einsatz. Mit einem Radlader wurde zumindest eine Fahrspur freigeschaufelt. Durch die starken Schneefälle kann die Straße im Laufe des Tages immer mal wieder unbefahrbar sein, hieß es.

Staatsstraße 2105 bei Waging wegen Schnee unbefahrbar

Auch im benachbarten Österreich geht es zum Teil drunter und drüber. Westlich von Wien war am Samstag zeitweise eine wichtige Autobahnverbindung blockiert, nachdem zahlreiche Lastwagen auf der Strecke liegen geblieben waren. In Bergregionen mussten einige Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt werden. Darunter war auch das Sölktal in der Steiermark, wo 600 Bewohner und Touristen festsaßen.

Im Bundesland Salzburg mussten zahlreiche Bundes- und Landesstraßen wegen des starken Schneefalls gesperrt werden. Und auch einige Regionen in Tirol versinken regelrecht im Schnee.

Update, 13.05 Uhr - havarierter Lkw wird erst Montag geborgen

Der havarierte Lastwagen, der nach dem Unfall am Morgen bei Heldenstein an der Einschleifung zur A94 in den Graben gerutscht war, soll nach Angaben vor Ort nun erst am Montag geborgen werden. Grund dafür ist offenbar der starke Schneefall und das hohe Verkehrsaufkommen in diesem Bereich.

Update, 12.45 Uhr - Polizei zieht erste Bilanz

Nach dem Wintereinbruch in der Nacht auf Samstag hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd eine erste Bilanz gezogen. Insgesamt registrierte die Einsatzzentrale der Polizei seit Freitagabend vermehrt Unfälle, die zumeist aber glimpflich, das heißt ohne Personenschäden, verliefen. 

Zwischen 19.45 Uhr am Freitagabend und 5.15 Uhr am Samstagmorgen gab es im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums (zwischen Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden) 21 Unfälle. Dabei wurden zwei Personen verletzt. Im Zeitraum zwischen 5 Uhr und 10 Uhr am Samstag kam es zu 19 weiteren Unfällen im gesamten Dienstbereich. Dabei blieb es glücklicherweise bei Sachschäden. In den allermeisten Fällen war die Unfallursache auf das Wetter und die winterlichen Straßenverhältnisse zurückzuführen, teilte die Pressestelle in Rosenheim mit.

Auch die Lage auf den Autobahnen spitzt sich mehr und mehr zu: Wegen der anhaltenden Schneefälle geht auf der A8 südlich von München in beide Richtungen nicht mehr viel, wie unser Partnerportal tz.de berichtet. Staus und Stop-and-Go-Verkehr wechseln sich vor allem zwischen dem Kreuz München-Süd und dem Irschenberg ab. Zudem geht es auchzwischen Rosenheim und der Grenze bei Bad Reichenhall in beiden Richtungen immer wieder nur sehr langsam voran.

Update, 12.20 Uhr - querstehende Lastwagen auf A8

Auch auf der Autobahn München - Salzburg ist seit dem Morgen in beiden Richtungen jede Menge los. Neben dem Rückreiseverkehr wegen dem Ende der Weihnachtsferien kam bzw. kommt es auch wegen dem Schnee zu zahlreichen Problemen und Verzögerungen. So sorgte am Vormittag ein Lastwagen auf der A8 in Fahrtrichtung Salzburg für massive Behinderungen, als er zwischen den Anschlussstellen Siegsdorf und Neukirchen von der Fahrbahn abkam und quer hängen blieb.

Querstehender Lastwagen sorgt für Chaos auf A8

Die Autobahn musste zeitweise total gesperrt werden, um den havarierten Sattelschlepper aus dem Graben zu ziehen. Der starke Schneefall sorgte dafür, dass die Autofahrer teilweise nur im Schritttempo vorankamen.

Update, 12.10 Uhr - Schneepflugunfall legt B306 lahm

In den frühen Morgenstunden war ein Schneepflug zwischen Siegsdorf und Inzell von der B306 abgekommen. Laut dem Fahrer fehlten an dieser Stelle Straßenstempen. Da zu diesem Zeitpunkt bis zu 30 Zentimeter Schnee an dieser Stelle lagen, konnte der Fahrer nicht mehr richtig einschätzen, wo sich die Fahrbahn genau befand. 

Als er neben die Straße ins Bankett kam, rutschte das schwere Fahrzeug auch schon in den Graben. Für die Dauer der Bergung mussten die Feuerwehren Hammer, Siegsdorf und Inzell die B306 komplett sperren und über Ruhpolding umleiten.

Unfall mit Schneepflug auf B306 bei Siegsdorf

Update, 11.50 Uhr - Unfälle rund um Mühldorf

Auch im Dienstbereich der Polizei Mühldorf kam es seit Freitag zu mehreren Unfällen aufgrund des Winterbruchs. Zudem blieben auch mehrere Lastwagen liegen, was teilweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Insgesamt wurde bei den Unfällen eine Person verletzt und es entstand ein Schaden von rund 40.000 Euro.

In diesem Zusammenhang weist die Mühldorfer Polizei darauf hin, dass bei diesen Witterungsbedingungen nur wirklich dringend erforderliche Fahrten in Angriff genommen werden sollten, ein Freihalten der Straßen ist trotz Dauereinsatz der Räumdienste nicht möglich. Welche Pflichten Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer bei winterlichen Straßenverhältnissen sonst noch zu erfüllen haben, dazu hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd soeben eine eigens verfasste Pressemitteilung herausgegeben.

Update, 10.45 Uhr - auch Flugverkehr in München beeinträchtigt

Auch am Münchner Flughafen ist der Betrieb durch den starken Schneefall beeinträchtigt. Es kam am Samstagmorgen bereits zu mehreren Verspätungen. "Einzelne Airlines sind beeinträchtigt", sagte eine Sprecherin am Morgen. Fluggäste sollten sich im Internet über verspätete Starts und Landungen informieren, hieß es.

Zudem können auch einzelne Flüge ausfallen. Bis zum Morgen waren rund um den Flughafen bei teils kräftigem Wind rund zehn Zentimeter Neuschnee gefallen. Alle Infos rund um Ankunft und Abflug in München gibt es HIER.

Update, 10.10 Uhr - Schaulustige behindern Verkehr auf A94

Zum Unfall am Übergang von der B12 zur A94 im Landkreis Mühldorf gibt es nun weiterführende Informationen. Demnach passierte der Crash gegen 7.50 Uhr, als ein 40-Tonner die Schneeglätte in der Kurve unterschätzte, von der Fahrbahn abkam und im Graben stecken blieb. Die Bergungsarbeiten gestalten sich schwierig und werden wohl noch einige Zeit andauern.
Es kommt in beiden Richtungen deswegen zu Verkehrsbehinderungen: In Fahrtrichtung Passau staut es sich wegen des Unfalls auf der B12 zurück, in der Gegenrichtung kommt es zu Stockungen, weil Schaulustige offenbar nur sehr langsam an der Unfallstelle vorbeifahren.

Unfall mit Lastwagen am Übergang von B12 zu A94

Update, 10 Uhr - zahlreiche Unfälle im Landkreis Altötting

Zudem scheint es auch im Landkreis Altötting massive Probleme mit dem Schnee zu geben. So soll auf der Staatsstraße 2607 Richtung Burghausen in den letzten Stunden schon mehrere Fahrzeuge an der sogenannten T-Kreuzung regelrecht "abgeflogen" sein, wie mehrere Nutzer übereinstimmend gegenüber der Facebook-Seite "Unwetterservice Südbayern" schilderten.

Zudem hatte es bereits am Freitagnachmittag auf der Straße zwischen Altötting und Wegscheid auf winterglatter Fahrbahn gekracht. Dort überschlug sich der Dacia einer 18-jährigen Emmertingerin in einem an die Straße angrenzenden Feld. Die Frau hatte Glück im Unglück und wurde nur leicht verletzt, wie die Polizei in Altötting nun mitteilte. Kurz darauf landete ein weiterer Wagen nahezu an derselben Stelle ebenfalls im Straßengraben.

In der Nacht von Freitag auf Samstag krachte es dann auf der B20: Dort war gegen 2.55 Uhr ein Rumäne mit einem VW Transporter von Burghausen Richtung Marktl unterwegs, als er aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit auf der schneeglatten Fahrbahn nach links von der Fahrbahn abkam und gegen einen Zaun krachte. Der Mann kam zum Glück mit dem Schrecken davon, musste allerdings eine Sicherheitsleistung hinterlegen.

Update, 9.35 Uhr - schwerer Unfall auch auf B13 bei Holzkirchen

Ein schwerer Schneeunfall hat sich bereits am frühen Freitagabend auf der B13 zwischen Holzkirchen und Hartpenning ereignet. Dort geriet eine 20-jährige Bad Tölzerin mit ihrem Auto nach rechts in den Schnee und beim Gegenlenken kam das Fahrzeug ins Schleudern. Der Toyota kollidierte daraufhin mit einem Opel-Transporter im Gegenverkehr. Dadurch drehte es den Transporter um 180 Grad und das Ganze endete mit einem Überschlag.

Zu allem Überfluss krachte anschließend auch noch ein BMW in die Unfallstelle. Der Transporter-Fahrer kam verletzt in ein Münchner Krankenhaus. Der Sachschaden wird laut Polizei Holzkirchen auf 13.000 Euro geschätzt.

Update, 9.25 Uhr - Unfälle auf A94 und B306

Am frühen Vormittag wurden bereits die ersten schneebedingten Unfälle gemeldet. Im Landkreis Mühldorf kam in der Gemeinde Heldenstein bei der Einschleifung von der B12 zur A94 ein Lastwagen von der Fahrbahn ab und krachte in den Graben. Die genaue Schwere des Unfalls ist derzeit noch unklar. Es kommt dort in beiden Richtungen zu Verkehrsbehinderungen. Die Unfallstelle ist dabei quasi exakt die gleiche, wo erst vor wenigen Tagen ein Lastwagen verunglückt war.

Unfall auf der B306 mit Schneepflug

Und auch im Landkreis Traunstein hat es schon gekracht: In den frühen Morgenstunden kam auf der B306 zwischen Siegsdorf und Inzell ein Schneepflug von der Fahrbahn ab. In Kürze beginnt die Bergung, dazu muss die Bundesstraße dann voll gesperrt werden. Eine Umleitung über Ruhpolding wurde eingerichtet. Autofahrer müssen allerdings in diesem Bereich mit erheblichen Stauungen rechnen. Die Vollsperre der B306 soll bis etwa 11 Uhr dauern.

Die Erstmeldung

Bereits am Freitagvormittag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) entsprechende Warnungen herausgegeben. Gewarnt wurde vor starkem und länger anhaltendem Schneefall in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land. Die Warnung gilt nach wie vor bis Montagmittag, 12 Uhr. Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee könnten fallen, hieß es. In Staulagen ist sogar bis zu einem Meter Neuschnee möglich.

Für die Landkreise Mühldorf und Altötting galt die Warnung in abgeschwächter Form. Hier wurden bzw. werden Schneemengen von 15 bis 30 Zentimeter vorhergesagt.

Auch die Lawinengefahr in der Region ist keinesfalls zu unterschätzen. In den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen gilt derzeit jeweils die Lawinenwarnstufe 4, in den bayerischen Voralpen die Stufe 3.

Das Hauptproblem stellt die enorme Auflast des Neuschnees auf die instabile Altschneedecke dar. Aus neuschneereichen und triebschneebeladenen Einzugsgebieten aller Expositionen ist mit der Selbstauslösung großer Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen, die in der Sturzbahn auf tiefere Schichten durchschlagen können und große Reichweiten erzielen. Durch die Lawinen sind örtlich hangnahe Verkehrs- und Wanderwege betroffen. 

Zudem können Triebschnee-Ansammlungen, die in Umfang und Größe mit der Höhe sowie nach Osten hin zunehmen, durch einen einzelnen Skifahrer sehr leicht gestört werden. Die dabei ausgelösten Schneebretter können große Ausmaße annehmen. Gefahrenstellen befinden sich in eingewehten Bereichen, vorwiegend im kammnahen Steilgelände sowie in triebschneeverfüllten Rinnen und Mulden aller Hangrichtungen.

Wetterexperte spricht sogar von "Schneebombe":

Wetterexperte Dominik Jung vom Portal wetter.net (www.wetter.net) spricht sogar von einer "Schneebombe". In den Alpen wird es seinen Aussagen zufolge auch in den kommenden Tagen kräftig weiter schneien. Dort können bis Dienstag bis zu zwei Meter Neuschnee fallen. Vermutlich werden spätestens ab Montag viele Alpentäler kaum noch erreichbar sein.

Die Aussichten für die nächsten Tage:

  • Samstag: minus 1 bis 9 Grad, mal Sonne, mal Wolken, stellenweise auch Regen, auch im Süden steigt die Schneefallgrenze kurzzeitig an
  • Sonntag: 0 bis 7 Grad, viele Wolken, ab und zu Regen, später im Süden bis ganz runter wieder Schnee
  • Montag: 0 bis 8 Grad, viele Wolken, aber kaum Regen
  • Dienstag: 1 bis 7 Grad, meist trocken, Mix aus Sonne und Wolken
  • Mittwoch: minus 1 bis 5 Grad, wechselhaft mit Schneeregen- und Schneeschauern

"Von München an südwärts (...) muss man in den nächsten Stunden und Tagen mit starken Beeinträchtigungen rechnen. Zudem setzt nun auch noch der Rückreiseverkehr ein, denn in vielen Bundesländern enden an diesem Wochenende die Weihnachtsferien. Das wird ganz schön chaotisch werden", so Jung abschließend.

mw/DWD/wetter.net

Quelle: rosenheim24.de

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