In eigener Sache: Warum wir ein Abo-Modell einführen

Chefredakteur Vodermair: „Es geht um die Zukunft des unabhängigen Lokaljournalismus“

OVB24-Chefredakteur Martin Vodermair
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OVB24-Chefredakteur Vodermair: „Der überwiegende Teil unserer aktuellen Berichterstattung bleibt trotz Abo-Modell frei lesbar.“

Rosenheim – Ab dem heutigen Tag ziert ein Abo-Modell chiemgau24.de. Ein medialer Evolutionsschritt, den wir ursprünglich nie gehen wollten. OVB24-Chefredakteur Martin Vodermair über die Hintergründe, warum ein digitales Abo-Modell in der heutigen Zeit unumgänglich ist:

In der Medienbranche wird seit geraumer Zeit viel über die Zukunft des unabhängigen Journalismus - insbesondere des Lokaljournalismus - diskutiert. Sinkende Abonnenten bei den Print-Produkten und sinkende Werbeeinnahmen bei den Digital-Angeboten zwingen die Verlagshäuser dazu, sich neu aufzustellen, um die Zukunft der Verlagshäuser - und somit auch des unabhängigen Journalismus - zu sichern. Auch wir sind von dieser Entwicklung nicht ausgenommen.

Seit unserer Gründung im Jahr 2009 ist uns die eigenständige Finanzierung dank der Werbeeinnahmen sehr gut gelungen. Seit ein paar Jahren konkurrieren mit uns aber auch zwei globale Player um die Werbegelder in unserer Region: Google und Facebook. Das Gros der Online-Werbegelder fließt mittlerweile in die Kassen der beiden Mega-Konzerne aus den USA.

Für werbefinanzierte journalistische Online-Lokalangebote eine äußerst Besorgnis erregende Entwicklung, denn die Zukunft des unabhängigen Lokaljournalismus steht auf dem Spiel. Eine Redaktion lässt sich künftig nicht mehr rein aus Werbung finanzieren.

Aber wie lässt sich eine unabhängige Online-Redaktion auch in Zukunft finanzieren? Eine Frage, deren Beantwortung in Zeiten von Corona noch viel dringlicher wird. Neben den Werbegeldern, die mittlerweile zum Großteil zu Google und Facebook fließen, investieren aktuell auch deutlich weniger Unternehmen in die Werbung. Weiterer Gegenwind also, mit dem wir zu kämpfen haben.

Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit 18 Journalisten

Seit unserer Gründung ist unsere Redaktion kontinuierlich gewachsen, denn es war uns ein Anliegen, mit den steigenden Nutzerzahlen auch den Umfang und die Qualität unserer Berichterstattung zu steigern. Mittlerweile arbeiten in unserer Redaktion 18 Journalisten, sieben Tage die Woche, in bis zu fünf verschiedenen Schichten pro Tag.

An dieser Stelle muss ich meinem Redaktions-Team ein großes Lob aussprechen – junge, engagierte Lokaljournalisten, die - gerade auch in der aktuell schwierigen Zeit - private Belange hintenanstellen und die trotz positiver Corona-Tests und der damit verbundenen Quarantäne „auf der Matte stehen“, um die Menschen in unserer Region bestmöglich zu informieren und ihnen somit auch zu helfen. Danke für euren Einsatz und die unzähligen Überstunden!

Aber wie finanziert man nun eine unabhängige Online-Lokalredaktion wie unsere? Und das vor allem auch langfristig? Wir sind - wie eine stetig wachsende Zahl an deutschen News-Portalen auch - zu dem Schluss gekommen, dass wir uns langfristig nur mit einem Abo-Modell finanzieren können. Mit Werbung alleine werden wir dies künftig nicht mehr schaffen. Mit einem Abo-Modell werden wir auch unseren vielen Leserinnen und Lesern gerecht und werden ihnen auch in Zukunft unsere breite Palette an Nachrichten anbieten können.

Pro Monat 16,5 Millionen Besuche und 200.000 loyale Leser

Im Schnitt werden unsere News-Portale pro Monat gut 16,5 Millionen Mal besucht, 60 Prozent unserer Besuche stammen von knapp 200.000 loyalen Leserinnen und Lesern, die uns fast täglich begleiten. Gemessen an der Einwohnerzahl der fünf Landkreise, über die wir zentral berichten, ist das ein Viertel der heimischen Bevölkerung.

Mein Dank gilt an dieser Stelle vor allem unseren vielen Leserinnen und Lesern, die uns tagtäglich treu verfolgen, die mit uns tagtäglich über unsere verschiedensten Kontakt- und Social-Media-Kanäle in den Austausch treten, uns auf Themen und Ereignisse aufmerksam machen und uns auch ein Meinungs- und Stimmungsbild in der heimischen Bevölkerung verschaffen. Dank unserer engagierten Leserinnen und Leser kennen wir die Themen und Geschichten, die die Menschen in unserer Region bewegen. Besten Dank hierfür!

Unser Abo-Modell „Plus“

Das Wichtigste gleich vorweg: der überwiegende Teil unserer aktuellen Berichterstattung bleibt trotz des Abo-Modells frei lesbar! Auch ohne Abo informieren wir unsere Leserinnen und Leser auch weiterhin über alle wichtigen Ereignisse in der Region und der ganzen Welt. Für unsere exklusiven Inhalte, unsere Hintergrundberichte, Vor-Ort-Reportagen, ausführlichen Interviews, Service-Geschichten und einiges mehr, ist zum Lesen nun aber unser „Plus“-Abo nötig. Die Abo-Artikel sind mit einem „+“-Symbol gekennzeichnet.

Unser Digital-Abo kostet im ersten Monat 0,99 €, ab dem zweiten Monat 9,90 €. Es gibt keine Vertragsbindung und das Abo ist jederzeit kündbar.

Abonnenten der OVB-Heimatzeitungen und deren Regionalausgaben können sich kostenfrei freischalten lassen, indem sie auf einen Plus-Artikel klicken und im anschließenden Pop-up-Fenster „Sie sind OVB-Abonnent? Hier entlang“ klicken. Sollte es bei der Freischaltung mit der Print-Abo-Nummer zu Problemen kommen, hilft der OVB-Support (aboservice@ovb.net) gerne weiter. (Hinweis: Dieses Angebot gilt aktuell nicht für reine ovb-online.de-Web-Abonnenten)

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu unserem Abo-Modell finden sich in unseren FAQs. Bei allgemeinen technischen Fragen und/oder Problemen hilft unser Support gerne weiter: support-chiemgau24@ippen-digital.de.

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Ich hoffe ich habe Euch unsere Beweggründe für diesen medialen Evolutionsschritt verdeutlichen können und hoffe, dass Ihr uns auch weiterhin als aufmerksame Leser treu bleibt und uns auch weiterhin so tatkräftig unterstützt, damit wir Euch auch weiterhin einen umfangreichen und unabhängigen Online-Lokaljournalismus bieten können.

Besten Dank, schöne Grüße & bleibt gesund!

Martin Vodermair

(OVB24-Chefredakteur)

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