FDP für Ausbau des Loipennetzes

Unterwössen - Reit im Winkl ist für viele das Langlaufparadies schlechthin. Unterwössen jedoch könnte nach Auffassung des FDP-Ortsvereins durchaus ebenso attraktiv sein.

Und zwar dann, wenn die Gemeinde ihre Loipen in Unter- und Oberwössen miteinander verbindet und in Hinterwössen Skatingbahnen anlegt. Die FDP hat im Rathaus einen Antrag auf Verbesserung der Langlaufmöglichkeiten eingereicht. Der Gemeinderat ist in die Diskussion eingestiegen, eine Entscheidung hat er vertagt.

Bürgermeister Hans Haslreiter, sein Stellvertreter Barthl Irlinger (OWG) und Anton Greimel (FWG) sprachen von keinen neuen Gedanken. Der Gemeinderat habe in der Vergangenheit schon des Öfteren Überlegungen angestellt, die Langlaufmöglichkeiten zu verbessern - allerdings ohne Erfolg. Geländegegebenheiten und Grundstücksverhältnisse müssten beachtet werden.

Der Gemeinderat will jedoch, so der Tenor, an der Sache "dranbleiben". Offene Fragen seien zu klären.

Um die Möglichkeit auszuloten, in Hinterwössen Bahnen für die Skater anzulegen, hat Haslreiter für Dienstag, 13. Oktober, eine - nichtöffentliche - Versammlung mit den Grundbesitzern anberaumt. Und die Gemeinde will sich auch informieren, ob die Forstverwaltung die Anlage einer Loipe auf ihren Forststraßen von Unter- nach Oberwössen genehmige.

Haslreiter habe, wie er sagte, bereits im Vorfeld mit dem zuständigen Leiter des Forstreviers Schleching, Christian Zaiser, gesprochen. Zaiser habe zu verstehen gegeben, dass eine Loipe aus mehreren Gründen "nicht zustimmungsfähig" sei.

Sandra Sonntag (FDP) erläuterte den FDP-Antrag im Gemeinderat. Der FDP-Ortsverein - Sonntag ist Ortsvorsitzende - habe sich Gedanken gemacht, den Wintertourismus in beiden Ortsteilen der Gemeinde voranzubringen. Das Fazit: Dringend nötig sei insbesondere eine Verbindung der Loipen in Unter- und Oberwössen.

Nach Ansicht der FDP kommen zwei Wanderwege in Frage. Die Forststraßen, die sie im Visier hat, gehören dem Staat - und so muss die Forstverwaltung die Genehmigung erteilen, dass die Gemeinde auf ihnen spuren darf. Eine Verbindung zwischen beiden Gemeindeteilen hätte den zusätzlichen Vorteil, so Sonntag, dass das neue Loipenspurgerät in Oberwössen stationiert werden kann. Das Gerät müsste dann nicht mit dem Tieflader von Unter- nach Oberwössen gebracht werden, wenn das in Oberwössen bereits vorhandene Gerät nach starken Schneefällen nicht mehr ausreicht.

Um die Langlaufmöglichkeiten zu verbessern, schlagen Vorsitzende Sonntag und der FDP-Ortsverein weiter vor, in Hinterwössen Skatingbahnen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden anzulegen. Sonntag sprach von "Panoramastrecken".

Bürgermeister Haslreiter (CSU) betrachtete den Antrag mit Skepsis. Unter anderem betonte er, dass die Verbindung der Langlaufloipen in Unter- und Oberwösen zu steil sei. Wer das Gelände von der Rettenburg bis zum Hellenstall oder Langwiese kenne, der wisse, dass diese Strecke auf Grund der Höhenverhältnisse als Langlaufloipe wohl chancenlos sei. Sonntag hielt ihm entgegen, dass es viele Langläufer gebe, die "schwarze" Strecken schätzen. Außerdem könne man die Ski auch abschnallen.

Dr. Dieter Stein (FWG) sagte, der Antrag habe einige gute Grundansätze. Skatingstrecken in Hinterwössen begrüße er, eine Verbindung der beiden Ortsteile hielt er hingegen für bedenklich. Denn die Abfahrt über die Greineralm sei himmelgefährlich.

Anton Greimel (FWG) betonte, dass die Verbindung beider Gemeindeteile nur etwas für Tourengeher sei, nicht aber für den normalen Langläufer. Andreas Bichler (FWG) lobte vor allem die Anregungen, die Gemeindeteile zu verbinden. Der Höhenunterschied sei aber tatsächlich etwas schwierig. Claudia Schweinöster (UWW) plädierte dafür, Schritt für Schritt zu unternehmen und die Versammlung in Oberwössen abzuwarten. Anton Aberger (CSU) war auch dafür, zuerst mit den Landwirten in Oberwössen zu sprechen. Zudem plädierte er dafür, das neue Gerät gleich in Oberwössen zu stationieren. Haslreiter war der Ansicht, dass es billiger sei, das Gerät mit dem Tieflader bei Bedarf nach Oberwössen zu transportieren, als eine Verbindung zwischen Ober- und Unterwössen zu schaffen. Zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger (OWG) - er ist auch Zweiter Vorstand des Verkehrsvereins Oberwössen - betonte, dass der Verkehrsverein Oberwössen schon lange an der Anlage von neuen Skatingbahnen arbeite.

Andreas Voit (OWG) sagte, man solle es heuer mit den Skatingbahnen probieren. Er glaube, dass die Landwirte zustimmen werden. Was die Verbindung über den Forstgrund anbelange, sei er skeptisch, eine Genehmigung zu erhalten. Die Straßen werden ihm zufolge für den Forst- und Jagdbetrieb benötigt.

sga/Chiemgau-Zeitung

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