Bereits der dritte Erweiterungsbau

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Landrat Hermann Steinmaßl und seine Mitarbeiter stecken neben einem Fünf-Euro-Schein und einigen Münzen auch ein Exemplar der "Chiemgau-Zeitung" in die "Bombe", die als Erinnerung für spätere Generationen in das neue Gebäude eingemauert werden soll.

Marquartstein (CH-Z) - Vom strömenden Regen ließen sich die Mitarbeiter des Landratsamtes, Vertreter der Lehrer, Schüler, Eltern, Baufirmen und Nachbarn der Achental-Realschule die Laune nicht verderben.

Mit mehreren Festreden und der feierlichen Füllung einer Metallröhre ("Bombe" im Sprachgebrauch) wurde die Grundsteinlegung des Erweiterungsbaus der Schule in Marquartstein begangen. Am gleichen Tag war bereits die Grundsteinplatte für den Anbau mit einer Nutzfläche von 410 Quadratmetern fertiggestellt worden.

Am südlichen Teil der bestehenden Schule entsteht nun ein Anbau mit je zwei Klassenräumen im Erdgeschoss und im ersten Stock, dazu im Untergeschoss ein Werkraum, Werknebenraum und ein Maschinenraum. Landrat Hermann Steinmaßl als Bauherr - der Landkreis Traunstein ist Träger der Schule - freute sich, dass hier mit einer Investition von insgesamt rund 1,05 Millionen Euro für Schulgebäude und Außenflächen der Landkreis wieder eine wichtige Investition für die Jugend tätigt. Dabei werde das "Programm Bildung und Infrastruktur" weiter umgesetzt, nämlich für die 14 Schulen im Landkreis mit insgesamt 3000 Schülern, für die der Landkreis verantwortlich ist, davon vier Realschulen.

Bei der Achental-Realschule habe dringender Handlungsbedarf bestanden, sagte der Landrat, da die bestehenden Räume bei weitem nicht mehr ausgereicht hätten. Im vergangenen Schuljahr besuchten rund 640 Schüler die Schule, verglichen mit 2000/01 mit damals etwa 340 Schülern, fast doppelt so viel. Heute verfügt die Achental-Realschule über ein Raumprogramm für 16 Klassen - unterrichtet werden aber tatsächlich 25 Klassen. Neben einer Wanderklasse muss eine davon im "Container" unterrichtet werden (wir berichteten). Im Mai 2009 beschloss der Kreisausschuss die Erweiterung um sechs Klassen, was von der Regierung von Oberbayern im Juni genehmigt wurde, wie der Landrat berichtete.

Schulleiter Karl Poppenwimmer gab einen kurzen Rückblick auf die Entstehung der Schule, für deren Standort in Marquartstein sich der Kreistag im Mai 1981 entschieden hatte - in der Diskussion war auch Grassau gewesen. Die erste Erweiterung, der Umbau von Volks- in Realschule für fünf Millionen Mark, galt damals für 74 Schüler als Anwärter für die Realschule. 1983 waren es bereits 265 Schüler, so dass im Jahr 2002 ein zweiter Erweiterungsbau notwendig wurde, vor allem im Hinblick auf die sechsstufige Realschule (R6). Im Jahr 2002 zählte die Schule 462 Schüler.

Jetzt 664 Schüler in 25 Klassen

Als 2003 der Erweiterungsbau eingeweiht wurde, war das Haus bald wieder zu klein, erinnerte Poppenwimmer. Die Anmeldungszahlen stiegen, vor allem durch die inzwischen etablierte R6, so dass rund 600 Schüler in 23 Klassenzimmern unterrichtet wurden. Im Schuljahr 2008/09 musste eine Wanderklasse eingerichtet und ein Container aufgestellt werden und die Klassenanzahl erhöhte sich auf aktuell 25 Klassen mit 664 Schülern.

Marquartsteins Bürgermeister Andreas Dögerl wies in seinem Grußwort auf die ungewöhnlich große Schullandschaft im Ort und die vielfältigen Betreuungsangebote hin, die für jedes Kind und jeden Schüler und dessen Bedürfnisse das Richtige bieten könne. Der Achental-Realschule gratulierte er zu ihrem starken Andrang und wünschte ihr einen zügigen und erfolgreichen Bauverlauf. Der Planer des neuen Baus, Architekt Markus Maier aus Schleching, berichtete, dass als Baustoffe bei dem neuen Bau überwiegend Ziegel, Beton und Holz verwendet würden. Alle Räume seien direkt von den bestehenden Fluren erschlossen und würden über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung im Dachgeschoss mit frischer Luft versorgt. Energetisch entspreche das neue Gebäude den aktuellsten Anforderungen. Die vom Landkreis beauftragte Baufirma Maier aus Siegsdorf befinde sich genau im Zeitplan, so dass bei günstigen Wetterbedingungen die Baumeisterarbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden könnten. Im Schuljahr 2010/11 werde der Anbau aller Voraussicht nach bezugsfertig sein.

gi/Chiemgau-Zeitung

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