Biersack: Das Feld ist "gut bestellt"

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"Die Hauptschule hat kein Imageproblem, sie hat ein Akzeptanzproblem. Und wir alle hoffen, dass die Akzeptanz wieder größer wird", Klaus Biersack, der neue Rektor in Grassau. Foto tb

Grassau - Klaus Biersack ist der neue Leiter der Grund- und Hauptschule Grassau. "Ich habe ein gut bestelltes Feld übernommen", sagte der Rektor im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Wie war Ihr bisheriger Lebensweg?

Ich wurde in Schrobenhausen geboren, besuchte das Camerloher Gymnasium in Freising und studierte anschließend Lehramt und Grundschulpädagogik mit Hauptfach Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Mein erstes Staatsexamen legte ich 1982 ab und trat in Freising meine erste Stelle als Lehramtsanwärter an. Aus persönlichen Gründen zog ich vor 21 Jahren nach Niedernfels und durfte dann in Grassau auch unterrichten. Mich freut es sehr, dass ich einige meiner ehemaligen Schüler jetzt wiedersehe und zwar als Eltern. 1992 wechselte ich von Grassau zur Schule in Niedernfels, war hier ab 1995 bis 2002 Schulleiter und kam dann nach Unterwössern als Rektor.

Weshalb haben Sie sich für die Position in Grassau beworben?

Mich interessierte die Stelle in Grassau, weil ich eben schon einmal hier unterrichtet habe und sehr gerne in Grassau war. Auch genießt die Schule einen sehr guten Ruf.

Was möchten Sie ändern und was möchten Sie gerne beibehalten?

Ich möchte mich erst einmal einfinden und richtig ankommen. Ich habe ein gut bestelltes Feld von Schulleiter Peter Stümpfl übernommen. Was mir besonders aufgefallen ist, ist die Vielfalt, die hier geboten wird, sei es das Projekt Schüler für Schüler oder auch die Lernpaten und natürlich das Engagement der Lehrer; und vor allem auch, dass in einer größeren Schule die Schüler grüßen, was nach außen sehr positiv wirkt. Dies ist ein Zeichen, dass der Umgang untereinander stimmt und spiegelt ein positives Schulklima.

Die Grassauer Schule wird nun zur Mittelschule. Was ändert sich dadurch für die Schüler?

Es handelt sich dabei um eine Bündelung dessen, was bereits vorhanden ist. Neu ist die Ganztagesbetreuung, die von zwei engagierten Kräften übernommen wird. Aber auch hier gilt "learning by doing". Wir wollen bedarfsorientiert arbeiten und eruieren, was gefragt wird. Die rege Nachfrage hat uns alle überrascht und zeigt, dass die Ganztagsbetreuung im Hauptschulbereich notwendig ist. Für die Schüler bedeutet die Mittelschule, die ab dem kommenden Jahr in Betrieb geht, dass das Angebot größer wird. Umliegende Hauptschüler werden die arbeitspraktischen Fächer voraussichtlich in Grassau haben. Wichtig ist die Zusammenarbeit mit den anderen Schulen, damit die Kräfte gebündelt werden. Die Hauptschule hat kein Imageproblem, sie hat ein Akzeptanzproblem. Und wir alle hoffen, dass die Akzeptanz wieder größer wird.

Die Schülerzahlen sind rückläufig. In diesem Schuljahr wurden aus den ehemaligen drei zweiten Klassen nunmehr zwei dritte Klassen gebildet. Warum?

Um drei Klassen zu bilden, hätten wir 60 Schüler benötigt. Da aber nur 58 diese Jahrgangsstufe besuchen, blieb uns keine andere Möglichkeit. Nun haben wir zwei Klassen, eine in Grassau und eine in Staudach-Egerndach, mit jeweils 29 Schülern. Die Rottauer Schüler fahren nun nach Staudach. Wir haben lange diskutiert, gerechnet, auf der Landkarte jedes einzelne Kind nach seinem Wohnort überprüft und sind dann gemeinsam zum Entschluss gekommen, die Rottauer Drittklässler in der Nachbargemeinde zu unterrichten. Dies liegt zum einen daran, dass dadurch zwei gleich starke Klassen gebildet werden konnten und zum anderen auch daran, dass die Rottauer Schüler ohnehin bereits im Bus zur Schule sitzen. Ich finde es toll, dass die Eltern der betroffenen Schüler diese Entscheidung so akzeptiert haben und das Feedback durchwegs positiv war. Bis zur letzten Woche haben wir mit dieser Entscheidung gewartet, in der Hoffnung, dass sich an den Schülerzahlen noch etwas ändert.

Wie sieht es mit Klassenzusammenlegungen in den nächsten Jahren aus?

Das entscheidet die Zahl der Schüler. Abzusehen ist aber, dass die Schülerzahlen nicht steigen werden.

Gibt es ein dringliches Problem an der Schule?

Leider haben wir keine Ganztagsstelle für die Jugendsozialarbeit an der Schule bekommen. Dass Bedarf vorhanden wäre, zeigt, wie ausgelastet die Jugendsozialarbeiterin in den letzten Jahren war. Nun haben wir nur eine Halbtagesstelle und suchen hierfür händeringend einen Bewerber.

Interview: Tamara Eder/Chiemgau-Zeitung

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