Neue Abteilung schon ausgebucht

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Im neuen Erweiterungsbau der Chiemgau-Klinik sind 40 Einzelzimmer nach modernsten Standards entstanden.

Marquartstein - Der neue Erweiterungsbau der Chiemgau-Klinik im Ortsteil Geisenhausen ist fertig. Nach über einem Jahr Bauzeit wurde der Anbau mit einem Festakt feierlich eingeweiht.

14 Monate nach der Grundsteinlegung wurde der viergeschossige Anbau an den Westgiebel des Hauptgebäudes mit einem Festakt feierlich eingeweiht.

Entstanden ist auf 800 Quadratmetern Grundfläche ein Anbau mit 2760 Quadratmetern Geschossfläche für 40 weitere Betten, so dass der Klinik nun 179 Betten für den stationären Betrieb zur Verfügung stehen. Der Anbau harmoniert optisch mit dem Hauptgebäude, da er wesentliche Gestaltungselemente, wie das mit Ziegeln gedeckte Walmdach, Proportionen, Farbe und Verputz übernimmt.

Modern sind die bodentiefen Fenster kombiniert mit Schiebeläden als Sonnenschutz, Balkonen und neu gestalteten Gauben. Auf der Südseite stellt ein kleiner Turm die Symmetrie zum Hauptgebäude her. Die Einzelzimmer mit Nasszellen entsprechen allen modernen Standards und bieten einen unverstellten Blick auf die Landschaft.

Die Baukosten betrugen gut vier Millionen Euro. Zusammen mit dieser Investition hat der Träger, die "Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn See" in den vergangenen zehn Jahren insgesamt rund 30 Millionen Euro für Baumaßnahmen an und in der Klinik investiert, angefangen vom neuen Bewegungsbad über die Cafeteria, den Umbau des Haupthauses bis zur Gymnastikhalle und dem neuem Speisesaal.

"Psychosomatische Erkrankungen haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen", stellte Dr. Georg Greve, erster Direktor der Knappschaft Bahn See, fest. Neben hohen Zeiten von Arbeitsunfähigkeit seien psychische Störungen zunehmend der Grund für Frühverrentungen. Dieser Entwicklung habe die Knappschaft-Bahn-See Rechnung tragen wollen.

Neben orthopädischen Erkrankungen und Anschlussheilbehandlungen wurden in der Chiemgau-Klinik schon bisher psychovegetative Erschöpfungs- und "Burn-out"-Syndrome ganzheitlich behandelt. Lange Erfahrungen hat die Klinik zum Beispiel mit berufsspezifischen Belastungssyndromen und einem speziellen Programm für Bahnbeschäftigte, besonders Lokführer, die mit Selbsttötungen im Fahrbetrieb konfrontiert waren. Jetzt könnten auch depressive Störungen wie Depressionen und Angststörungen sowie "die eigentlichen psychosomatischen Erkrankungen" zusätzlich vermehrt behandelt werden, so Dr. Greve.

Die hohen Investitionen in die Chiemgau-Klinik - die inzwischen größte Reha-Klinik im Verbund der Knappschaft Bahn-See - sei ein deutliches Bekenntnis zum Standort Marquartstein, sagte der Vorsitzende des Bauausschusses der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Ludwig Ladzinski. Schon jetzt seien alle Zimmer in der neuen psychosomatischen Abteilung belegt.

Die Chiemgau-Klinik ist auch der größte Arbeitgeber in Marquartstein. Wegen des neuen Therapieangebots wurden zwölf weitere Beschäftigte, darunter drei Ärzte, neu eingestellt. Insgesamt arbeiten hier 108 Personen, viele davon in Teilzeit.

Mit den Worten "Die Chiemgau-Klinik ist nicht nur das perfekte Aushängeschild für die Knappschaft Bahn-See, sondern auch für Marquartstein", gratulierte Bürgermeister Andreas Dögerl zu dem gelungenen Anbau. Das neue Gebäude füge sich perfekt ins Gesamtensemble. Der Bürgermeister bescheinigte der Klinik eine "dynamische Entwicklung" und würdigte besonders die Tatkraft des Verwaltungsleiters, Robert Bäumler, von dem auch die Initiative zum Anbau ausging.

Der Chefarzt, Privatdozent Dr. Klaus-Peter Stock, erläuterte das von ihm entwickelte medizinische Konzept zur Erweiterung der Psychosomatik, bei dem die ganzheitliche Betrachtung des Menschen im Vordergrund stehe. Bei der Entwicklung des Konzepts hätten ihn kompetente Ratgeber unterstützt, besonders Professor Helmut Milz aus Marquartstein.

Wie sehr das ganzheitliche Konzept gefragt sei, zeige auch die derzeitige Wartezeit der Patienten von vier bis fünf Monaten.

Pfarrer Andreas Horn für die katholische Gemeinde und Pfarrer Rainer Maier für die evangelische Kirche nahmen die feierliche Weihe des Anbaus vor. Musikalisch wurde der Festakt vom Grassauer Blechbläserensemble umrahmt.

gi/Chiemgau-Zeitung

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