"Eine beeindruckende Leistungsbilanz"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Hubert König (Mitte) erhielt Urkunde und das silberne Kreuz für 25 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr Marquartstein aus den Händen von Kreisbrandinspektor Georg König (links) und die Ehrennadel von Erstem Vorstand Thomas Mayr.

Marquartstein - 2011 war ein bewegtes Jahr: Die Feuerwehr Marquartstein blickte auf einige Brandeinsätze, Hilfeleistungen und Unfälle zurück.

Insgesamt musste die Feuerwehr Marquartstein im abgelaufenen Jahr zwar sieben Mal weniger häufig als im Jahr zuvor ausrücken, dafür war aber der Großbrand am Hinterbergerbau um die Jahreswende ein "Riesenkraftakt, der an die Substanz ging", sagte Erster Kommandant Thomas Mayer in der Jahresversammlung im Chiemgaustüberl der Chiemgau-Klinik. Kreisbrandinspektor Georg König würdigte in seinem Grußwort, dass der Einsatz "hervorragend und optimal gelaufen" sei.

Beinahe die Hälfte der Einsatzstunden gehen auf diesen Großbrand zurück, so Kommandant Mayer in seinem Rückblick. Alle Bewohner des Wohn- und Geschäftshauses konnten dank des Einsatzes von insgesamt 285 Mann von Feuerwehren und Rettungsdiensten evakuiert werden. Bei diesem Einsatz sei ein Kamerad der Feuerwehr Marquartstein durch den Biss eines Polizeihundes verletzt worden sei. Die zuständige Haftpflichtversicherung verweigere bis heute ein Schmerzensgeld, das zwar an Privatleute gezahlt würde, nicht aber an Angehörige von Rettungsorganisationen. Auch die Intervention des Landesfeuerwehrverbandes habe bisher nichts gebracht, bedauerte Mayer.

Im abgelaufenen Berichtsjahr gab es weitere vier Brandeinsätze, 31 technische Hilfeleistungen und sechs Fehlalarme. Bei zwei schweren Verkehrsunfällen mussten eingeklemmte Personen befreit werden. Die technischen Hilfseinsätze betrafen besonders die Entfernung von Insekten, Sturmschäden, Verkehrsunfälle, die Beseitigung von Ölspuren oder Verkehrslenkungen und Sicherungswachen wie beim 75. Patrozinium der Pfarrkirche Anfang Juli.

Für 2012 soll ein neues Mehrzweckfahrzeug angeschafft werden, weil der Betrieb des 1999 angeschafften Fahrzeugs wegen Reparaturen nicht mehr wirtschaftlich ist.

41 Übungen mit insgesamt 1090 Übungsstunden wurden abgehalten, darunter zehn Gemeinschafts- und neun Atemschutzübungen. Eine große Alarmübung fand Ende September mit 120 Einsatzkräften am Wohnstift Marquartstein statt. Simuliert wurde der Brand eines Appartments im Dachgeschoss mit starker Rauchentwicklung.

Die Feuerwehr Marquartstein hat derzeit 45 aktive Mitglieder, davon zwei Frauen und einen Anwärter. 24 Atemschutzträger stehen zur Verfügung, zwei weniger als im Jahr zuvor. Sieben engagierte Jugendliche sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr.

Obwohl die Feuerwehr derzeit noch gut aufgestellt sei, brauche sie dringend Verstärkung sowohl bei der Jugendfeuerwehr als auch bei den Aktiven, um für die Zukunft vorzusorgen, so der Kommandant weiter. Auch Mädchen und Frauen seien jederzeit willkommen.

Vom Vorstand Thomas Mayr erhielt Hans Helminger einen großen Geschenkkorb für 19 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr. Helminger scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus. Für zehn Jahre aktiven Dienst erhielten Johann Troibner, Alex Mayer, Markus Schatz und David Hofmeister die silberne Ehrennadel und eine Urkunde. Kreisbrandinspektor Georg König zeichnete für 25 Jahre "Dienst am Nächsten" Hubert König mit dem silbernen Ehrenkreuz und einer Urkunde des Freistaats aus. Vorstand Mayr überreichte ihm außerdem die Ehrennadel.

Jugendwart Johann Troibner berichtete, dass die Jugendfeuerwehr derzeit aus sieben Mitgliedern zwischen 14 und 18 Jahren besteht. Es gab weder Ein- noch Austritte. Insgesamt wurden 18 Übungen, drei mehr als im letzten Jahr, mit 187 Übungsstunden abgehalten.

Bürgermeister Andreas Dögerl sagte, dass die Feuerwehr wieder eine beeindruckende Leistungsbilanz abgelegt habe. Als Reaktion auf den Großbrand habe die Gemeinde wieder Feuerbeschauen eingeführt, in diesem Jahr bereits fünf. In den nächsten Jahren sollen über 40 Objekte wie öffentliche Einrichtungen, große Wohnanlagen oder Gasthäuser besichtigt werden. Außerdem wurden alle Hydranten auf ihre Leistung überprüft und der Feuerwehr die Messprotokolle zur Verfügung gestellt. Für das neue Mehrzweckfahrzeug werden voraussichtlich 60000 Euro im Haushalt bereitgestellt, versprach der Bürgermeister.

gi/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Achental

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser