Erhöhung der Bestattungsgebühren in Grassau

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Grassau - Die Bestattungsgebühren in Grassau steigen. Einstimmig hat der Marktgemeinderat eine Erhöhung beschlossen. Der Hintergrund:

Schon seit geraumer Zeit liegen im Bestattungswesen die Ausgaben der Gemeinde über den Einnahmen. Laut den Vorgaben muss die Kommune in diesem Bereich aber kostendeckend arbeiten.

Den Anlass, die Gebühren neu zu fassen, gab die bevorstehende Fertigstellung der neuen Urnenmauer im Friedhof. 40 Nischen entstehen. Die Nachfrage ist schon jetzt groß.

Bürgermeister Rudi Jantke informierte, dass die letzte Gebührenanpassung 13 Jahre zurückliege. Für die Marktgemeinde ergebe sich bereits seit geraumer Zeit Jahr für Jahr eine Minus im Bestattungswesen - was nicht erlaubt sei. Denn die Kommunen seien angehalten, in diesem Bereich kostendeckend zu arbeiten. Jantke bezifferte die jährliche Unterdeckung auf 37.000 Euro. Eine Gebührenerhöhung von zehn bis 20 Prozent sei erforderlich, um nicht weiter defizitär zu arbeiten.

Kostete ein Wandgrab bislang 990 Euro, so muss man künftig 1100 Euro bezahlen. Für das Familiengrab sind statt 720 Euro jetzt 840 Euro, für das Reihengrab statt 495 dann 600 Euro und für das Kindergrab statt bislang 324 nunmehr 450 Euro zu zahlen. Die Kosten für das Urnengrab steigen von 435 auf 450 Euro, das anonyme Urnengemeinschaftsgrab bleibt bei 1000 Euro. Das Grab in der neuen Urnenmauer kostet 500 Euro.

Grassau habe sich in anderen Gemeinden umgehört und für ein Urnengrab sehr unterschiedliche Gebühren zwischen 250 und knapp 1000 Euro genannt bekommen, so Jantke. Insofern gebe es keine Richtschnur. Dass die Urnennische 50 Euro teurer als das Urnengrab sei, bezeichnete der Bürgermeister als gerechtfertigt, da hier keine Grabpflege anfalle. Kämmerer Peter Enzmann ergänzte, dass die Urnenmauer 55.000 Euro koste.

Ob es möglich sei, eine Urnennische ohne Sterbefall zu kaufen und so zu reservieren, fragte Otto Hofer (CSU). In diesem Fall könnte es dann passieren, dass zwar nur die Hälfte der Nischen belegt, aber bereits alle verkauft seien. Dies halte er, Jantke, für nicht empfehlenswert. Zudem müsse ein Angehöriger oder der Verstorbene mit seinem Hauptwohnsitz in Grassau gemeldet oder gemeldet gewesen sein.

Der Marktgemeinderat änderte auch die Sätze für die Benutzung des Leichenhauses. Bislang kostete eine Aufbahrung mit Überführung 66,50 Euro und eine Urnenaufbahrung 33,50 Euro. Kämmerer Enzmann sah keinen Grund, einen Unterschied zwischen Sarg- und Urnenaufbahrung zu machen. In beiden Fällen werde das Leichenhaus für eine gewisse Dauer gemietet und die Einrichtungen bereitgestellt. Diese Benutzung kostet künftig immer 165 Euro.

tb/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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