Im Ernstfall muss alles schnell gehen

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Die Bergung von Verschütteten übten Einsatzkräfte der Bergwacht Reit im Winkl und der Alpinen Einsatzgruppe der Polizeiinspektion Grassau.

Reit im Winkl - In den bayerischen Voralpen herrscht derzeit oberhalb von 1800 Metern eine erhebliche Lawinengefahr. Polizei und Bergwacht sind vorbereitet!

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Von ihrer Einsatzschnelligkeit, von der reibungslosen Koordinierung der exakt abgestimmten Abläufe, vom genauen Zusammenspiel der beteiligten Rettungskräfte hängt im Ernstfall ab, wie schnell möglicherweise lebensrettende Hilfe zu Unfallopfern gelangen kann und wie effizient ein Rettungseinsatz verläuft. Regelmäßiges Trainieren solcher Handlungsabläufe ist daher für die Helfer ein wesentlicher Bestandteil ihres zumeist ehrenamtlichen Engagements. Dies gilt in dieser Region insbesondere auch für diejenigen Rettungskräfte, die sich um Opfer von Bergunfällen kümmern: Für die Bergwacht Reit im Winkl etwa oder die Alpine Einsatzgruppe der Polizei aus Grassau. Am vergangenen Samstag trafen sich über 20 Mitglieder dieser beiden Gruppierungen zu einer gemeinsamen Übung am Dürrnbachhorn in Winklmoos, um vermeintlich Verschüttete aus Lawinen zu retten.

Dieses Einsatzbild war ausgewählt worden, da sich das Skitourengehen einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut, wobei freilich auch das Risiko von Lawinenunfällen steigt. Fazit am Ende des mehrstündigen Übungseinsatzes: Großes Lob von allen Seiten für eine hohe Einsatzbereitschaft und für eine effektive Zusammenarbeit.

Dabei wurde den Rettern einiges abverlangt: Denn während sowohl Personal wie auch schweres Material üblicherweise per Hubschrauber zum Einsatzort geflogen werden, war dies am vergangenen Samstagvormittag aus Witterungsgründen unmöglich: Nebel und teils dichter Schneefall ließen den geplanten Anflug eines Hubschraubers nicht zu. So mussten die Gerätschaften durch teils mannshohe Schneeverwehungen und knietiefen Schnee von der Bergwachthütte auf Winklmoos zum vermeintlichen Unfallort in Richtung des Dürrnbachhorns transportiert werden.

Dort warteten verschiedene Einsatzvarianten auf die Retter, Martin Schuster und Michael Mayer, Polizeibergführer und Ausbildungsleiter der Bergwacht Reit im Winkl, hatten diese Einsatzvarianten ausgearbeitet: Zunächst mussten von den beiden Hundeführern zwei verschüttete Personen aufgespürt werden, eine Übung, die sehr zeitnah und erfolgreich abgeschlossen werden konnte. In einem zweiten Szenario waren vier "Dummys" unter den Schneemassen aufzufinden, diese waren mit sogenannten "Lawinenverschütteten-Suchgeräten" ausgestattet. Auch diese Aufgabe konnte schnell gelöst werden. Zeitgleich übte die Besatzung eines Polizeihubschraubers auf der Winklmoosalm den Einsatz mit einem "Recco-Gerät", wobei unter einer Lawine verborgene Personen mittels Reflektoren ausfindig gemacht werden konnten.

In einer letzten Übungsvariante galt es für die Rettungskräfte schließlich, sich auf spontane Situationen einzustellen. So hatten "Zeugen" vor Ort vermeldet, eine weitere Person sei ohne Ortungsgerät verschüttet worden, wobei die beiden Einsatzleiter der Polizei und der Bergwacht, Josef Hauser und Reinhard Maier, umgehend eine gemeinsame Sondiergruppe zusammenzustellen hatten, die mit der Suche beauftragt wurde.

Am Ende der gemeinsamen Übung zeigten sich die Mitglieder der Rettungskräfte, insbesondere auch die Einsatzleiter mit dem Verlauf des Trainingseinsatzes vollauf zufrieden. So habe sich gezeigt, so der Tenor, dass bei derartigen Einsätzen eine Vielzahl von Rettern erforderlich sei, um so eine schnelle Rettung zu gewährleisten. "Ohne eine Zusammenarbeit der Organisationen untereinander könnte ein solcher Einsatz nicht erfolgreich durchgeführt werden", betonten Vertreter beider Einsatzkräfte.

ost/Chiemgau-Zeitung

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