Erst Konzept, dann Bürger befragen

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Soll dieser Bereich des Grassauer Ortseingangs bebaut werden? Wenn vom Bauwerber ein Konzept vorliegt, sollen die Bürger dazu befragt werden.

Grassau - Die Bürger werden zur Bebauung auf der Roßanger Wiese befragt, allerdings erst, wenn ein Gesamtkonzept vorliegt.

Dies entschied der Marktgemeinderat einstimmig und kam damit dem Antrag der Rätin Irmela Scheidle-Horkel (UGL) zur Bürgerbefragung aufgrund der geplanten Bebauung des Rossangerfeldes durch die "BayWa" nach.

Der westliche Ortseingang mit der Wiese "Roßanger" sei für Grassau als Luftkur- und Touristenort eine Visitenkarte. Im Hintergrund sei der Blick auf das schöne Ortszentrum und die Kirche frei und dies solle auch so bleiben, begründete Irmela Scheidle-Horkel ihren Antrag. Eine Bebauung des Rossangers mit einem großen Gewerbebetrieb gegenüber Tankstelle und Autohaus mache den Eindruck eines Gewerbegebiets. Sie fragte, ob so Grassau seine Bürger und Touristen empfangen wolle. Auch erinnerte sie an den Bürgerentscheid vor acht Jahren, der damals eine Bebauung mit einem großen Discounter verhinderte. Sie meinte, dass bei so einer wichtigen ortsprägenden Entscheidung die Bürger befragt werden sollten, damit der Marktgemeinderat auch im Sinne der Bürger entscheiden könne.

Erklärt wurde, dass die Bürgerbefragung eine freiwillige Aktion der Gemeinde und als Entscheidungshilfe möglich sei. Hierfür gebe es keine festgeschriebene Form und der Gemeinderat ist auch formell nicht an das Ergebnis gebunden. Beim Bürgerentscheid von 2004 wurde die Frage gestellt, ob in Grassau ein weiterer Lebensmitteldiscounter am Roßanger angesiedelt werden und ein neues Gewerbegebiet an diesem Standort ausgewiesen werden soll. Damals entschieden sich 61,5 Prozent gegen den Discounter und ein Gewerbegebiet. Auch wurde auf den Grundsatzbeschluss von 6. Mai 2003 verwiesen, wonach sich die bauliche Entwicklung der Gemeinde vorrangig nördlich der Bundesstraße konzentrieren solle.

Mit einer Bürgerbefragung, so Irmela Scheidle-Horkel, hätte man ein Bild über den Bürgerwillen. Sie persönlich würde es schade finden, wenn diese Wiese bebaut werde. Die Gemeinderätin bezeichnete die Wiese als "Eintrittskarte von Grassau". Auch sollte geprüft werden, ob nicht eine andere Lösung für das "BayWa"-Vorhaben möglich sei, die "nicht so viel Schaden für die Optik von Grassau" anrichte.

Zunächst sollte aber ein Gesamtkonzept vorliegen, so entgegnete Bürgermeister Rudi Jantke. Er halte die Bürgerbefragung ebenfalls für sinnvoll. Es stelle sich die Frage wie diese Bürgerbefragung aussehen solle, ob ein Bürgerentscheid, ein Bürgerbegehren oder ein Ratsbegehren wünschenswert ist und wer an der Befragung beteiligt werden soll, ob nur die Grassauer oder auch die Rottauer und Mietenkamer Bürger.

Hans Hornberger (SPD) plädierte für eine Befragung aller Bürger und dann auch über eine Gesamtlösung. Wichtig sei aber auch, eine Lösung für die "BayWa" zu finden.

Ihm gehe es um Arbeitsplätze, die sonst verschwinden würden, so der Bürgermeister. "Wir können nicht nur von einer schönen Wiese leben", sagte er und verwies auf die an dieser Stelle bereits bestehenden Gewerbebetriebe, Tankstelle und KFZ Werkstatt. Er berichtete auch, dass die "BayWa" zwei Jahre lang nach einem Alternativstandort gesucht habe.

Schließlich einigte sich der Rat darauf, die Bürgerbefragung erst dann durchzuführen, wenn ein Gesamtkonzept vorliegt. Über die Form wird der Marktgemeinderat zu gegebener Zeit entscheiden.

tb/Chiemgau-Zeitung

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