Grandiose Blasmusik der vereinten Musikkapelle

Bieranstich zum Tag der Betriebe und Vereine

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Die Gebirgsschützenkompanie beim Salut

Schleching – Das Fest zum 150. Jubiläum der Musikkapelle Schleching startete mit dem Bieranstich am Tag der Betriebe und Vereine.

Am zweiten Tag präsentierte sich die wieder vereinte „Musikkapelle Schleching“ unter der Leitung von Kapellmeister Walter Reisenauer mit einem grandiosen Jubiläumskonzert mit klassischer Blasmusik.

Das Anzapfen des großen Fasses übernahm Schirmherr Bürgermeister Josef Loferer, assistiert von Diplom-Braumeister Maximilian Sailer vom Hofbräuhaus Traunstein und umringt von den vielen am Gelingen des Festes Beteiligten. Der „Bräu zu Traunstein“ Bernhard Sailer kam ebenfalls zum Start der Festtage. Schirmherr Bürgermeister Josef Loferer, Festleiter Trachtenvorstand Andi Hell und die Vorstände Richard Prasser, Musikkapelle, und Wolfgang Bachmann, Musikverein, hielten nur kurze Grußworte und das Fest nahm im voll besetzten Festzelt seinen Lauf. Besonders fielen die Gebirgsschützenkompanie Wössen-Achental im Festgewand, aber auch viele Musikantenkollegen und die Trachtenjugend auf.

„Wenn man mitgearbeitet hat, macht das Fest noch mehr Spaß,“ sagte Wolfgang Bachmann. Über 200 ehrenamtliche Helfer aus den Vereinen der Musikkapellen und des Trachtenvereins zeigten wieder enormen Einsatz und Zusammenhalt, betonte Festleiter Hell. Die Jubilare selbst und ihre Familien waren am ersten Tag voll für das Wohl der Gäste beschäftigt. Die musikalische Unterhaltung bestritten zunächst die „Danzlkrainer“ und danach die „5e hamma“. Vom „Boarischen“ bis Rock’n Roll, war nicht nur für Tanzfreudige alles dabei. Später füllte sich die Bar vorwiegend mit der Jugend.

Zum Jubiläumskonzert am zweiten Tag rückte die Gebirgsschützenkompanie Wössen Achental nahezu vollständig an. Mit drei Schuss Salut und einem Kanonenschlag – bei strömendem Regen vor dem Rathaus – begrüßte sie die Musikanten der Musikkapelle Schleching. Die Patenschaft entstand 1983 zum 120. Jubiläum durch die Initiative des damaligen Hauptmanns Toni Greimel und des Kapellmeisters Leo Bachmann, vermittelt durch den Schützenkamerad und Musikant Hartmut Rihl.

Die aus Musikkapelle und Dorfmusik nun offiziell wiedervereinte Musikkapelle Schleching, erstmals im einheitlichen Gewand, unter der Leitung von Kapellmeister Walter Reisenauer, beeindruckte bereits ohne Musik. 52 Musikanten füllten die große Bühne, darunter als Gastspieler Hans Zaiser (Flügelhorn) und Christian Loferer (Horn), die beide ihre musikalischen Wurzeln in Schleching haben. Allein aus der großen Familie Zaiser sind 15 Musikanten in der Kapelle, erklärte Vorstand Richard Prasser. Florian Loferer, Sepp Mix und Sepp Zaiser sind bereits 57 Jahre dabei. Der jüngste Musikant ist 13, der älteste 73 Jahre alt. „Wir sind stolz auf unsere jungen Mitglieder, die einen wesentlichen Beitrag zur Zusammenführung der beiden Kapellen geleistet haben,“ lobte Prasser, der zum Nachlesen der Geschichte auf die Festschrift verwies. Er hieß besonders die Musikanten aus den Nachbarkapellen Marquartstein, Wössen, Reit im Winkl, Schwendt und Kössen willkommen.

Auf einen klassischen Blasmusikgenuss stimmten der Konzertmarsch „Kometenflug“ und die Polka „Böhmisch soll es klingen“ (beide Alexander Pfluger) ein. Durch das Programm führte fachkundig Klarinettist Muck Bauer. Während der Dauerregen als Begleitmusik auf das Zelt prasselte, nahmen die Musikanten die Zuhörer mit dem Walzer „Rosen aus dem Süden“ (Op. 388 Johann Strauß Sohn) mit auf eine schwungvolle Reise. Das getragene „Amen (Pavel Stanek) widmeten die Musikanten ihren verstorbenen, gefallenen und vermissten Musikkollegen. Eine Auswahl Bilder von in den letzen 20 Jahren Verstorbenen auf der Leinwand vertiefte den Eindruck der Musik. Der „Astronautenmarsch“ (Josef Ullrich) holte die Zuhörer wieder aus den Erinnerungen zurück.

Die Pause nutzte Kompaniehauptmann Georg Haslberger mit einer Abordnung der Gebirgsschützen, um der Musikkapelle zu gratulieren. Beide tragen fast gleiche braune Joppen und rote Leiberl. Wie bereits zu Beginn der Patenschaft spendierten sie wieder einige Leiberl und ein weiteres „Weisert“.

Bürgermeister Lofer überbrachte von der Gemeinde die Zusage für einen großen Probenraum in der Schule. Trachtenvorstand Hell hatte die Mithilfe der Trachtler beim Fest als Geschenk vereinbart. Ski-Club-Vorstand Konrad Rappl gratuliere für den Ski-Club, den Sportverein und den Tennisclub mit einem Beitrag zum Beispiel für Noten. Nach dem Konzert brachte der Männerchor unter der Leitung von Sebald Bachmann ein Ständchen.

Der Argentinische Militärmarsch „San Lorenzo“ (Cayetano Alberto Silva), erstmals gespielt 1901, später bei verschiedensten politischen Ereignissen aufgeführt, holte die Zuhörer aus der Pause zurück. Russische Lebensfreude strahlte die Blasmusik-Komposition „Natascha“ des Südtiroler Komponisten und Kapellmeisters Gottfried Veit aus. Das Medley „Gentlemen of Musik“, arrangiert von Eric Morena, erweckte die Hits der 60er und 70er Jahre „Help Yourself“ und „Delilah“ von Tom Jones und „Song, Song blue“ von Neil Diamond wieder zum Leben. Die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ des Schweizer Kapellmeister Very Rickenbacher, leitete über zum offiziellen Abschluss mit dem Radetzky-Marsch (Johann Strauß Vater), mit dem auch die Wiener Philharmoniker traditionell ihr Neujahrkonzert beenden. Nach dem frenetischen Applaus waren Zugaben fällig, dazu gehörte der „Gamsgebirg-Marsch“, in dem der legendäre Jagdtrieb der Schlechinger besungen wird, und der Marsch der Wössner Musikanten „Unser stolzes Bayernland“ mit Text zum Mitsingen. Nach einer kurzen Pause und einer ersten Maß Bier spielte die Musikkapelle unermüdlich weiter. Erst mit „Amazing Grace“ war nach Mitternacht ein stimmungsvoller Abschluss gefunden. Bis dahin war die Bar fast leer.

bre

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