Fluren neu geordnet

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Die Fluren in Raiten sind neu geordnet: Die Beteiligten haben unter anderem auch Grenzsteine gesetzt. Foto Peter Oster

Schleching (ch-z) - Das Mammut-Werk ist vollbracht: Nach rund vier Jahren geht die Neuordnung der Fluren in Raiten zu Ende. Die Grenzen sind neu festgelegt, spätestens Anfang nächsten Jahres tritt die geschaffene Aufteilung rechtlich gesehen endgültig in Kraft.

Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern, Peter Oster, der Vorstandsvorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, die weiteren Mitarbeiter des ALE vor Ort und die am Verfahren beteiligten Grundstückseigentümer haben, wie sie betonten, hervorragend zusammengearbeitet und viel erreicht. In dem Verfahren hatten sie sich zum Ziel gesetzt, nach Möglichkeit Grundstücke zusammenzulegen oder zu tauschen, alle Grundstücke ordnungsgemäß zu vermessen und die Grundstücksvoraussetzungen für die Umgehungsstraße in Raiten zu schaffen.

Die Neuordnung der Fluren in Raiten war besonders schwierig und arbeitsintensiv, weil das relativ kleine Gebiet sehr stark zerstückelt war. Das Verfahren betraf 157 Besitzstände mit 247 Beteiligten und 530 alte Flurstücke.

Zunächst war im November 2005 der Umfang des Verfahrensgebietes Raiten in einer Begehung festgelegt worden. Anschließend folgte die Bestandsaufnahme. Ab Frühjahr 2006 waren dann Mitglieder des Vorstandes gemeinsam mit zwei unabhängigen Sachverständigen und dem Vorstandsvorsitzenden Oster auf den Feldern um Raiten unterwegs, um die Wertermittlung der Grundstücke in der Flur vorzunehmen. Deren Bekanntgabe erfolgte im Frühjahr 2008. Im Rathaus konnten die Beteiligten anschließend Wünsche mit Alternativen vorbringen. Nach Anhörung aller Grundeigentümer begann der Entwurf der Neuverteilung.

Vom Sommer 2009 bis in den Herbst hinein waren Mitarbeiter des ALE gemeinsam mit vielen der Beteiligten und weiteren Helfern in der Flur unermüdlich unterwegs, um die Grenzen der neuen Grundstücke mit Grenzsteinen beziehungsweise Grenzrohren oder Nägeln zu vermarken und mit Pflöcken sichtbar zu machen. Dadurch kann jetzt jeder den Grenzverlauf seiner neuen Grundstücke finden. Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Raiten stellte inzwischen den Neuverteilungsplan für das Verfahren fertig und konnte den Erlass der vorläufigen Besitzeinweisung beantragen.

Das ALE weist nun die Teilnehmer am Verfahren Raiten vorläufig in den Besitz der neuen Grundstücke ein. Damit kommen der Landwirtschaft die Vorteile der neuen Feldeinteilung und des neuen Wegenetzes rasch und uneingeschränkt zugute. Der Besitzübergang soll nach der Aberntung, spätestens jedoch zum 1. Januar 2010, erfolgen.

Ortsumgehung auf den Weg gebracht

Die Herbstdüngung ist bereits auf den neuen Flurstücken vorgesehen. Die erstmalige Bewirtschaftung der neuen Grundstücke sollte im Hinblick auf eine mögliche Beschädigung von landwirtschaftlichem Gerät an alten, nun bedeutungslos gewordenen Grenzsteinen mit besonderer Vorsicht erfolgen, so Oster.

Die neue Feldeinteilung wird auf Antrag an Josef Hell, Telefon 08649/220 (tagsüber), an Ort und Stelle erläutert. Weitere Hinweise und Überleitungsbestimmungen zu der vorläufigen Besitzeinweisung sind in der Anordnung enthalten, die in den Gemeinden Schleching, Marquartstein, Unterwössen und Markt Grassau bekannt gemacht wird.

Zu Ende gegangen ist die Einwendungsfrist im Planfeststellungsverfahren für die Ortsumfahrung Raiten. Bürgermeister Josef Loferer war mehr als stolz darauf, dass während der vierwöchigen Auslegungsfrist in seiner Gemeinde keine einzige Einwendung zu diesem lang ersehnten Projekt eingegangen war. Gemeinsam mit Oster übergab er persönlich dem Leitenden Baudirektor des Sachgebietes Straßenbau Klaus Rehm bei der Regierung von Oberbayern in München die Unterlagen mit einem positiven Schreiben der Raitener Bürger. Damit ist im Rahmen des Neuordnungsverfahrens auch die gewünschte Ortsumgehung auf einen erfolgreichen Weg gebracht. bre

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