Wald erholt sich wieder

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Frillensee hat oft schon im November eine tragfähige Eisdecke. Eine Besonderheit ist, dass der See nicht, wie üblich vom Rand, sondern von der Mitte her zufriert und deshalb erkannte man schon sehr früh die Qualität eines Eislaufzentrums hier in Inzell. Foto Wet

Inzell - Ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist der 922 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Frillensee, der Wiege Inzells als Eislaufmekka. Doch zu Beginn dieses Jahres war der Rundweg um den 7,5 Meter tiefen See längere Zeit nicht begehbar.

Eine Lawine, die sich am 24. Februar von der Nordseite des Zwiesel gelöst hatte, hat große Mengen an Holz an den Rand und auf die Eisfläche des Sees geschoben.

Im Frühjahr begann die gefährliche Arbeit der Forstarbeiter, die vielen verkeilten Stämme zu entfernen. Die jetzt noch am Hang liegenden Wurzeln und Bäume werden wegen der zu großen Gefahr bei der Bergung nicht mehr aufgearbeitet. Dies dient laut Förster Georg Berger vom Forstrevier Inzell auch dem Naturschutz. "Im Schutz von den vielen Wurzeln und den quer liegenden Stämmen bildet sich Humus und die jungen Pflanzen wachsen von selber nach, so dass wieder ein neuer Wald entsteht. Die Bäume können sich in diesen Sukzessionsflächen selbst entwickeln. Hier finden auch viele Insekten und Vögel Schutz vor ihren Feinden", so der Inzeller Förster. Eine Lawinenverbauung mit einer gleichzeitigen Aufforstung wird in diesem Teil des Staatsforstes nicht erfolgen, da kein Objektschutz notwendig sei.

Der Leiter des Forstbetriebes Berchtesgaden Land, Dr. Daniel Müller, vertritt die gleiche Meinung und hofft in den nächsten Jahren auf eine etwas geringere Schneemenge. "Insgesamt sind in unserem Forstgebiet, das vom Jenner in Berchtesgaden bis zum Zwiesel in Inzell reicht, 20 Hektar Wald im Jahr 2009 den Lawinen zum Opfer gefallen. In diesen nahezu kahlen Flächen wachsen nun neue Pflanzen und Bäumchen heran, die annähernd gute Wetterverhältnisse brauchen. Und bei viel Schnee in den kommenden Jahren sind die neuen jungen Pflanzen, die einmal für einen neuen Schutzwald sorgen sollen, kaum überlebensfähig", so die Sorge des Forstamtleiters.

Der anerkannte Lawinenforscher Dr. Zenke mit seinen Mitarbeitern legt nach genauer Untersuchung fest, wo eine Gefahr für Leib und Leben ausgeht und an welchen Stellen Maßnahmen für den Lawinenschutz ergriffen werden müssen. Mit den Geldern des Freistaates und auch mit den personellen Mitteln muss sparsam umgegangen werden und als Objektschutz ist momentan die Weißwand am Wachterl der Schwerpunkt. "Als unsere dringlichste Hausaufgabe zur Verjüngung sehen wir die Reduzierung des Reh-, Gams- und Rotwildes, um den Verbiss so gering wie möglich zu halten, denn dann haben die jungen Bäume in den Lawinenstrichen die Chance sich zu entfalten", macht Dr. Müller deutlich. Über die Schutzwaldsanierung ist immer auch das Ministerium informiert und eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Klimaerwärmung, in welcher Form sich die Niederschläge entwickeln, sowohl bei den Schneebewegungen, als auch bei den Starkniederschlägen.

Zurück zur Übersicht: Achental

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser