Kramperllauf in Reit im Winkl vor dem Rathaus - Ausstellung bis 6. Januar verlängert

Furchterregende Gestalten erobern Ort

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Erst kam der Nikolaus, dann wilde Gesellen: Hunderte Zuschauer zog der Kramperllauf in Reit im Winkl an.

Reit im Winkl - Es ist eine gewisse Anspannung zu spüren: Auf einem Parkplatz verwandelten sich Jugendliche und junge Männer in eine Schar wilder Kramperl:

Auf dem Parkplatz, auf dem sich eine ganze Schar vornehmlich Jugendlicher und junger Männer versammelt hat und sich mit Fellgewand, Holzmaske und diversen Utensilien schrittweise in ganz unterschiedliche, aber sehr wilde Kramperl verwandelt.

Eine steigende Unruhe ist aber auch 300 Meter weiter vor dem Rathaus insbesondere bei den Kindern unter den 300 bis 400 Zuschauern zu bemerken, die diesen Kramperllauf am frühen Freitagabend neugierig miterleben wollen. Gerade war der Heilige Nikolaus da und hat im Beisein einiger nicht ganz so wilder Gestalten Geschenke verteilt, aber irgendwann verschwindet er von der Bildfläche und Moderator Peperl Neumaier, Mitglied des Veranstalters, der Masererpass Reit im Winkl, stellt der Reihe nach die eingeladenen Kramperlgruppen vor.

Die ziehen schließlich nacheinander unter Einsatz von Nebelmaschinen, viel Pyrotechnik und Feuer, stattlichen Kuhglocken und kleineren Gerätschaften begleitet aber auch von dröhnend lauter Deutsch-Rockmusik in die Dorfmitte: Zunächst die Gastgeber und anschließend die Lofererpass aus Kössen, die Hochfellner-Bergdeifen aus Bergen, die Kalchofenpass aus Unken und schließlich die Hochbergpass aus Traunstein.

Sie führen unterschiedliche Choreographien auf, tanzen, scheinen sich zu bekämpfen und weisen etwas übereifrige, insbesondere jugendliche Zuschauer mit ihren langen Ruten in die Schranken. "Wir legen schon großen Wert darauf, dass der Kramperllauf nicht zu wild wird, dass nichts aus dem Ruder läuft", betont einer der Veranstalter den Eindruck, den auch die Zuschauer nach der etwa einstündigen Schau gewinnen.

Dass sich die Aura der Kramperl, der Weg der Herstellung, aber auch die unterschiedliche Gestaltung eine gewisse Anziehungskraft bei den Einheimischen und Gästen erzeugen, zeigt die Maskenausstellung der Masererpass in den Räumlichkeiten von "per pedes", einem Geschäftshaus im Ortszentrum: Aufgrund hoher Resonanz wurde die Ausstellung, welche die Masererpass zum zehnjährigen Vereinsbestehen präsentiert um rund vier Wochen bis zum 6. Januar verlängert.

ost/Chiemgau Zeitung

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