Gästeschwund in Grassau

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Symbolfoto

Grassau - Tourismusleiter Eduard Klauser: Die Zahl der Übernachtungen ist um fünf Prozent zurückgegangen.

So berichtete er bei der Tourismusversammlung im Gasthof "Sperrer": Die Zahl der Übernachtungen sei im vergangenen Jahr gegenüber dem Jahr zuvor um fünf Prozent auf 172000, die der Gästen um sechs Prozent auf 33716 zurückgegangen.

Vor allem im August hat es Klauser zufolge einen massiven Einbruch gegeben. Obwohl 270 Gäste mehr kamen, sank die Zahl der übernachtungen um 3700 - zurückzuführen auf eine verkürzte Aufenthaltsdauer, die im Juli und August durchschnittlich nur noch 5,4 Tage betrug.

Am besten schnitten die Ferienwohnungen mit einer durchschnittlichen Belegung von 9,3 Tagen ab. Die meisten Gäste kamen aus Bayern und haben damit den bisherigen Rekordhalter Nordrhein-Westfalen verdrängt. Weitere Trends sind: Je älter die Gäste, desto kürzer bleiben sie. Familien mit Kindern bis neun Jahre haben um acht Prozent zugelegt, die Zahl der kleinen Kinder dar um zwölf Prozent.

Und: Die Zahl der Stammgäste, die Grassau zwischen zwei- bis viermal besuchen, hat zugenommen, die derjenigen, die noch häufiger ihr Quartier in der Marktgemeinde aufschlagen, hingegen hat abgenommen.

Stolz ist die Gemeinde auf ihr breit gefächertes Programmangebot von Wanderungen, Führungen und kulturellen Veranstaltungen.

Für den Tourismus überaus wichtig sei der Reifinger See, der hervorragend ausgebaut und verschönert wurde. Der Weg um den See sei fertiggestellt und auch das Sanitärgebäude könne bald in Betrieb gehen.

Zum neuen Chiemgau Tourismusverband betonte Klauser, dass diese Umstrukturierung sehr gut in zweieinhalb Jahren vorbereitet wurde. Ziel sei es, die Mittel für den Werbeetat von rund 1,5 Million Euro gebündelt und gezielt einzusetzen. Mustergültig habe der Landkreis Traunstein vorgemacht, wie eine solche Umstrukturierung vonstatten gehen sollte. Klauser kritisierte in diesem Zusammenhang das "Hauruck-Verfahren" des Tourismusverbandes Rosenheim.

Der neue Geschäftsführer des Chiemgauverbandes, Michael Lücke, ergänzte, er selbst sei überrascht, wie im benachbarten Landkreis vorgegangen werde. Lücke stellte sich mit den Worten vor, er sehe sich als Besucher und Zuhörer, als Initiator neuer Marketingideen, als Berater und Moderator und als Umsetzer konkreter Ideen. Wichtig sei der Aufbau der Dachmarke "Chiemgau" und diese mit einer Botschaft zu versehen, die den Gast veranlasst, seinen Urlaub hier zu verbringen. Dennoch soll keinem Ort die Individualität genommen werden. Grassau hat nach seiner Einschätzung eine strategisch günstige Ausgangslage im flachen weiten Tal zwischen Chiemsee und den Alpen. Aufgrund der Wirtschaftskrise sei die Zahl der Unentschlossenen gegenwärtig so groß wie nie.

Schließlich erklärte noch Bürgermeister Rudi Jantke, dass vor allem die sechs Gemeinden, die Mitglied im Chiemsee und Chiemgauverband seien, sich gewünscht hätten, der Chiemseeverband könnte als Basis und Bindeglied bei der Zusammenführung der Tourismusvereinigungen im Traunsteiner und Rosenheimer Land fungieren. tb

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