Wie geht es mit der Geigelsteinbahn weiter?

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Die Geigelsteinbahn

Schleching - Die Pläne für einen Weiterbetrieb des Sesselliftes am Geigelstein gewinnen Gestalt. Eigentümer Robert Raffner hat jetzt ein Betriebskonzept für 2013 vorgelegt.

Voraussetzung für eine Fortsetzung des Betriebes seien Investitionen in Höhe von rund 150.000 Euro. Raffner erwartet Unterstützung.

Die Interessengemeinschaft Tourismus Schleching hält ebenso wie die Gemeinde den Erhalt der Bahn und ein neues Marketingkonzept "Naturerlebnis Geigelsteinbahn" für wichtig. Die Gemeinde strebt eine "Bürgerbahn" mit entsprechender finanzieller Beteiligung an.

Nachdem der Gemeinderat das Thema in seiner jüngsten Sitzung beraten hatte, diskutierte nun der Arbeitskreis der Interessenvertreter. Raffner präsentierte das Betriebskonzept für das laufende Jahr.

2007 hatte er die Geigelsteinbahn zusammen mit der "Wuhrstein-Alm" und der "Wuhrstein-Bar" erworben. Bis Ende 2011 war der Lift verpachtet. 2012 begann Raffner, sich für den Weiterbetrieb einzusetzen. Raffner legt großen Wert auf einen zuverlässigen Betrieb. Die Bahn sieht er künftig als Einstieg in eine naturnahe Erholung am Geigelstein.

Basierend auf dem Ergebnis der letzten vier Jahre erläuterte Raffner die Finanzierung des Betriebs in diesem Jahr. Er schätzte, dass rund 12.000 Fahrgäste einsteigen und Einnahmen in Höhe von rund 105.000 Euro in die Kasse bringen werden. Die Ausgaben setzte er auf voraussichtlich fast 108.000 Euro.

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Der größte Posten seien mit 72.600 Euro die Personalkosten für den Betriebsleiter, dessen Stellvertreter und eine Hilfskraft. Der Betriebsleiter müsse eine Ausbildung als Elektroingenieur und eine dreijährige Betriebsleiterausbildung für den Seilbahnbetrieb aufweisen. Auf der Ausgabenseite schlagen laut dem Eigentümer außerdem unter anderem auch der Strom mit 12.000 Euro und Überfahrtspachten mit rund 10.000 Euro zu Buche. Unterm Strich ergebe sich in der Jahresrechnung für den Betrieb voraussichtlich ein Verlust von 3000 Euro.

Um den Bahnbetrieb langfristig zu sichern, seien allerdings Investitionen in Höhe von insgesamt 147.000 Euro erforderlich, so Raffner weiter. Die Motor- und Getriebeüberholung sowie die Verlegung der Trafostation sind in seiner Rechnung mit 32.000 Euro veranschlagt. Außerdem müsse das beschädigte Altgebäude des früheren Geigelstein-Schleppliftes abgerissen werden. Die Kosten hierfür schätzte Raffner auf 35.000 Euro. Am stärksten drücken jedoch seinen Angaben zufolge die Auflagen des Brandschutzes: Um sie bis 2014 zu erfüllen, seien Ausgaben in Höhe von 80.000 Euro nötig.

Raffner hoffte auf eine Förderung durch die Regierung. Er zeigte sich bereit, über die Aufnahme eines Darlehens in Vorleistung zu gehen. Er wünschte sich, dass ihm die Gemeinde den Betrieb des Parkplatzes überlässt und dass durch Neuverhandlung Strom- und Überfahrkosten gesenkt werden können.

Raffner will Betrieb am 1. Juni starten

Als eine von mehreren Marketingmaßnahmen seien Sessel-Patenschaften denkbar. Raffner will versuchen, wie er weiter ausführte, die Bahn bis zum 1. Juni zum Laufen zu bringen. Für die Auftragsvergabe wären dann aber nur mehr etwa drei Wochen Zeit. In einem weiteren Schritt sei dann an einen Winterbetrieb in den Ferien - im Einklnag mit der Rodelbahn - zu denken.

Für die Interessengemeinschaft Tourismus und als Vertreterin der Schlechinger Gastronomie verwies Bettina Sigl auf die geringe Bettenauslastung in Schleching mit nur 24,3 Prozent. Zum Vergleich: Chiemgau 32,9 Prozent, Bayern 39,8 Prozent. Den Erhalt der Geigelsteinbahn zu unterstützen, soll laut Sigl ein erster Schritt sein, mehr Gäste nach Schleching zu bringen. Die von Robert Raffner gewünschten Zugeständnisse seitens der Gemeinde seien, gemessen an dem Nutzen für Schleching, niedrig.

Der allgemeine Tenor der Teilnehmer der Diskussion im Arbeitskreis war, die Bahn als wichtigen Tourismusfaktor zu erhalten. Fritz Irlacher - der Altbürgermeister ist Vorsitzender des Verkehrsvereins - betonte, dass der Erwerb der Bahn durch Robert Raffner ein Glücksfall für die Gemeinde gewesen sei. Raffner habe die Initiative zum Weiterbetrieb der Bahn ergriffen.

Bürgermeister Sepp Loferer nannte als Ziele, einen verlässlichen Betrieb auf die Beine zu stellen und ihn als "Bürgerbahn" dauerhaft finanziell zu sichern.

bre/Chiemgau-Zeitung

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