Gemeinde baut Biomasseheizwerk

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Der Bau des Biomasseheizwerkes in Grassau beginnt: Den symbolischen ersten Spatenstich vollzogen unter anderem Landrat Hermann Steinmaßl (Dritter von links), Bürgermeister Rudi Jantke (Zweiter von links) und Sebastian Stephan (Vierter von links), der Geschäftsführer des Kommunalunternehmens. Mit von der Partie waren auch die Vertreter der Firma Pewo und Zauner sowie Architekt Peter Höflinger (Zweiter von rechts).

Grassau - In Grassau verlegt die Gemeinde schon seit einigen Wochen die Rohre für die zentrale Wärmeversorgung. Mit einem symbolischen Spatenstich erfolgte nun der Startschuss für den Bau des Biomasseheizwerkes.

Voraussichtlich bereits Ende März werden dann rund 150 Häuser und Gewerbebetriebe, darunter auch einige Großabnehmer, mit Wärme aus dem Biomasseheizwerk, das unmittelbar hinter dem Biomassehof im Gewerbegebiet Eichelreut gebaut wird, zentral versorgt.

In weniger als fünf Monaten sollen, so die Planung, das Heizwerk wie auch die Lagerhalle stehen und in Betrieb gehen. Eigentümer und Betreiber des Biomasseheizwerks wird das Kommunalunternehmen der Gemeinde Grassau sein. Die Investitionssumme beträgt rund 5,5 Millionen Euro.

Die Gemeinde Grassau setze sich zum Ziel, so Rudi Jantke, der Bürgermeister und Leiter des Kommunalunternehmens, in Zukunft die Bürger mit umweltfreundlicher Wärmeenergie zu versorgen. Weiter beabsichtige sie, auch dem Gewerbe günstige Wärme zur Verfügung zu stellen.

Auch Grassau gehöre als Mitglied im Ökomodell Achental zur ausgewiesenen Bioenergieregion, so Jantke weiter. Mit dem bestehenden Biomassehof und dem nun zu bauenden Heizwerk sei Grassau der Mittelpunkt dieser Region, was ihn natürlich freue. Jantke hob auch die Zusammenarbeit mit dem Biomassehof, der schließlich von allen Ökomodell-Gemeinden gemeinsam getragen werde, hervor. So werde der Biomassehof, über langfristige Verträge gesichert, das Biomasseheizwerk mit Rohstoffen versorgen. Um die Synergieeffekte noch besser ausnutzen zu können, werden laut Jantke Personal und Maschinen des Biomassehofs auch im Heizwerk eingesetzt. Das wiederum helfe, die laufenden Kosten niedrig zu halten.

Besonders freue ihn, so der Bürgermeister weiter, dass die Finanzierung des Projekts von den beiden heimischen Banken, der Kreissparkasse Traunstein und der Volks- und Raiffeisenbank Chiemsee, gemeinsam geschultert werde. Das ganze Projekt werde 5,5 Millionen Euro kosten, wobei das Kommunalunternehmen mit 4,6 Millionen Euro belastet werde. An Zuschüssen sei mit rund 900000 Euro zu rechnen.

In der ersten Ausbaustufe werden laut Jantke rund neun Kilometer Leitungsnetz verlegt. Beheizt werde voraussichtlich Anfang Januar, dann aber erst einmal mit einer Übergangsheizanlage. Das Biomasseheizwerk werde dann Ende März an den Start gehen und Wärmeenergie liefern.

"Glückwunsch und Dank für das, was in Grassau unternommen wird," sagte Landrat Hermann Steinmaßl. Das Ökomodell Achental gehöre zur Vorzeigeregion. Der Landkreis habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 energieautark zu werden. Schon jetzt werden laut Steinmaßl zirka 50 Prozent des Stroms aus eigener, erneuerbarer Energie erzeugt. Vor allem auch die Fotovoltaik komme zur Anwendung. 2009 sei der Landkreis zum Meister in der "Deutschen Solarbundesliga" ernannt worden.

In das Konzept des Landkreises passe der Bau des Biomasseheizwerks, betonte Steinmaßl. Mit einer raschen Baugenehmigung habe der Landkreis seinen Beitrag geleistet. Die Antragsunterlagen seien Mitte August eingereicht worden. Und bereits einen Monat später habe nach intensiver Prüfung die Genehmigung erteilt werden können. "Wenn alle an einem Strang ziehen, dann geht es trotz Urlaubszeit schnell", betonte Steinmaßl. Er lobte den Bau des Biomasseheizwerks als eine weitere Maßnahme zur Verbesserung des Klimas.

Sebastian Stephan, der Leiter des Kommunalunternehmens Biomasseheizwerk, sagte, dass geplant sei, bis Ende November den ersten Bauabschnitt zu beenden. Schon zum 15. Januar wolle man die Bürger mit Wärme versorgen - dann aber zuerst einmal mittels eines Heizcontainers. Ende März werde das Heizwerk in Betrieb gehen.

Stephan betonte, dass das Kommunalunternehmen nicht auf Gewinn aus sei, sondern kostendeckend arbeite. Nach wie vor erhalten die Bürger, je nach Alter ihrer bisher aktiven Heizanlage, laut Stephan einen Rabatt auf den Anschluss.

Geplant sei, in den nächsten Jahren ganz Grassau mit Wärmeenergie zu versorgen. Allerdings müsse in den einzelnen Straßenzügen eine gewisse Abnahmedichte vorliegen, um wirtschaftlich arbeiten zu können, sagte Stephan.

Seit 2007 sei man in intensiver Vorprojektierung, ergänzte Wolfgang Wimmer, der Leiter des Biomassehofs und Mitinitiator des Biomasseheizwerks. Schon während der Projektierung des Biomassehofes 2005 habe man als Folgeschritt ein Biomasseheizwerk gesehen.

tb/Chiemgau-Zeitung

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