Gemeinderat stimmt Brückenbau zu

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So wird die neue Fuß- und Radwegbrücke über die Tiroler Ache in Marquartstein nach dem Entwurf des Planungsbüro Dietrich, Traunstein, aussehen.

Marquartstein - Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, die vom Architekturbüro Dietrich aus Traunstein geplante Fuß- und Radwegbrücke über die Tiroler Ache auf den Weg zu bringen.

Bürgermeister Andreas Dögerl erinnerte, dass eine solche Brücke im Bereich der Hochlerchstraße schon 1986 im Flächennutzungs-plan vorgesehen war und bei der Bürgeraktion "Leben findet innen statt" höchste Priorität gehabt habe.

Marquartstein ist der einzige Ort, der durch die Tiroler Ache geteilt wird. Die Brücke soll in Höhe des Feuerwehrhauses am nördlichen Ortseingang über den Fluss in etwa zur Höhe des Sportheims in Freiweidach reichen und sei für Fußgänger und Radfahrer eine direkte Verbindung der beiden Ortsteile. Vor einem halben Jahr hatte Architekt Richard Dietrich, der sich seit den 70er Jahren mit dem Bau von Brücken befasst, einen Entwurf im Gemeinderat vorgestellt, der allseits auf Zustimmung gestoßen war. Allerdings wollte der Rat die Ausarbeitung der Pläne und die Stellungnahmen von Wasserwirtschaftsamt und Regierung abwarten, bevor konkret über den Bau der Brücke abgestimmt wird. Wie der Bürgermeister erklärte, ist nun ein Vorbescheid der Regierung von Oberbayern eingegangen, dass die voraussichtlichen Kosten in Höhe von 650.000 Euro voraussichtlich zu 60 Prozent bezuschusst werden, "Drum könnten wir eigentlich starten", so Dögerl.

Er erinnerte auch an den Antrag, den Klaus Hell, der bis vor wenigen Monaten Vorsitzender des TSV Marquartstein war, bereits in der Bürgerversammlung gestellt hatte, dass die Brücke nur realisiert werden solle, wenn die weitere Anbindung an den Ort durch die entsprechenden Grundstücksverhandlungen gesichert sei. Die weitere Anbindung an den Ort sei nun gesichert, sagte Dögerl. Auf genauere Nachfrage von Peter Lloyd informierte er, dass der notarielle Vertrag gemacht werde, sobald der Gemeinderat für den Bau der Brücke votiert habe. Es handle sich um einen "soliden Vertragspartner", auf den man sich verlassen könne, so der Bürgermeister.

Am ursprünglich vorgestellten Plan für die Fuß- und Radwegbrücke haben sich inzwischen einige kleinere Änderungen ergeben. Wie berichtet, ist eine Stabbogenbrücke mit Stahlkonstruktion und oben liegendem Tragwerk geplant, wobei die Spannweite des stählernen Überbaus von 70 ursprünglich geplanten Metern auf 60 Meter reduziert wurde und die Widerlager nun stärker ausgeprägt sind.

Um zehn Meter verkürzt

Dadurch wird weit weniger Stahl verbraucht, so dass die Brücke kostengünstiger wird, informierte Dögerl, außerdem optisch noch leichter und eleganter.

Nach Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt leiten die ausgeprägteren Widerlagerkonsolen die Kräfte deutlicher sichtbar in die Dämme. Damit soll die Brücke auch einen schwebenderen Charakter erhalten. Durch die diagonal fachwerkartig gekreuzten Hänger werden Bogen und Brückentafel gegeneinander stabilisiert, so dass kein Versteifungsträger erforderlich ist.

Das Prinzip der Konstruktion wird nicht verändert, lediglich verläuft die im Grundriss gekrümmt geplante Gehbahn nun gerade. In einer Breite von 2,50 Meter erhält die Gehbahn einen rutschfesten Belag, die Entwässerung erfolgt durch die Mitte der Brücke, nicht seitlich von den Rändern. Außerdem wird das Bauwerk kein höheres Gefälle als sechs Prozent haben, so dass es auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Gestalterisch nimmt die neue Brücke das Motiv der alten Achen Brücke im Ortszentrum auf, jedoch weit filigraner.

Nach dem positiven Beschluss des Gemeinderats werden die Genehmigungspläne eingereicht und dann die Ausschreibungen beginnen. Baubeginn ist nach Informationen von Architekt Richard Dietrich voraussichtlich zu Beginn des Jahres, sobald es die Witterung erlaubt.

gi/Chiemgau-Zeitung

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