Gesamte Bandbreite an Können gezeigt

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Ohne Generalprobe spielten über 40 Ziachspieler zusammen das "Mühlradl".

Inzell - Mit seinem Dirigierstab begrüßte der "Patron" der Inzeller Musikschule, der Komponist Anton Cajetan Adlgasser, in Form einer Statue die über 500 Besucher des Festabends zum 40-jährigen Bestehen der Sing- und Musikschule Inzell im Festsaal.

Vom kleinsten Ziachspieler bis zum professionellen Lehrerensemble, von der Volksmusik über die Klassik bis hin zum Punkrock präsentierten rund 160 Mitwirkende, wie bunt das musikalische Leben an der Jubiläums-Schule ist. "Die Musikschule rechnet sich nicht, aber sie zahlt sich aus", brachte es Wolfgang Greth vom Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM) in seinem Grußwort auf den Punkt.

Eine fetzige Polka spielten Stefanie Weiß, Hermann Huber, Peter Reiter und Lisbeth Genghammer (von links).

Nach dem schwungvollen Auftakt der Musikkapelle mit dem Stück "Anno 9" präsentierte die extra zum Fest gegründete, die ganze Bühne füllende Spielgemeinschaft, zu der jeder Musiklehrer einige Schüler entsandt hatte, den "Musikschulwalzer". Die Geschichte der Musikschule und ihr gegenwärtiges reiches Leben ließ Musikschulleiter Heinrich Albrecht in Kurzinterviews, zum Beispiel mit einem der ersten Schüler, Vizebürgermeister Johann Egger, sowie durch eingeblendete Fotos lebendig werden. Vom aus gesundheitlichen Gründen entschuldigten Musikschulgründer Siegfried Spranger erzählte Albrecht, dieser habe, um Geld zu sparen, in fünf Jahren 100 Tonnen Altpapier gesammelt, um vom Erlös Noten zu kaufen.

"Die Musik entspannt und beflügelt", sagte Bürgermeister Martin Hobmaier in seiner Festrede. Unter den Zuhörern waren seine Kollegen der Nachbargemeinden, wo die Musikschule Stützpunkte hat, Brigitta Gastager und Vertreter der Geistlichkeit, darunter der ehemalige Pfarrer Hans Krämmer. Lobend erwähnte Hobmaier die stolze Zahl von derzeit 553 Schülern. Da manche Schüler mehrere Fächer haben, hat die Musikschule insgesamt sogar fast 800 Unterrichtsbelegungen.

Hobmaier würdigte die Vielfalt und Qualität der Darbietungen der Musikschüler, die kürzlich die Ehrengäste beim Eishallen-Spatenstich begeisterten, und das Engagement der Lehrkräfte und des Fördervereins.

Wolfgang Greth erläuterte, dass die Qualität der Musikschulen vom Freistaat durch die "Musikschulverordnung" gewährleistet werde. Dazu gehöre, dass soziale Gesichtspunkte bei der Gebührengestaltung beachtet werden. Die Musikschule Inzell biete mit etwa 20 gelehrten Instrumenten, einer breiten Ensemblearbeit und über 60 öffentlichen Auftritten im Jahr 2008 "ein konsequentes Konzept vom Kindergarten bis zum Erwachsenenalter".

Im Mittelpunkt des Abends stand die Musik selbst. Beschwingte Volksmusik mit schönen staaden Tönen dazwischen boten Schüler in der "Leitnhax Musi" mit Hackbrett, Zither, Ziach, Gitarre und Kontragitarre. Das Lehrer-Volksmusikensemble von Stefanie Weiß Lisbeth Genghammer, Hermann Huber und Peter Reiter trumpfte später mit einer fetzigen Polka auf.

Operettenflair mit viel Schmelz verbreitete das Akkordeonsensemble mit Weisen aus dem "Vogelhändler" von Carl Zeller. Mit einem "Irish-Medley" mit Melodien wie "Greensleeves" begeisterte das "Streich-Zupf-Blas-Ensemble". Der feurige Flamenco des Gitarrenorchestesters korrespondierte mit dem "Flieger Boarischen" eines Gitarrentrios. Manche Schüler hatten sogar den Mut zum Auftritt im Duo, mit Querflöte und Klavier oder im Klavierduo. Die Jungbläser stimmten "Wenns Rotkröpferl schreit" an, und die Bergener Bläser erstaunten mit dem gut intonierten und virtuos gespielten "Herbst" aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten". Die neue Geigenlehrerin Veronika Vajda stellte sich mit einer feurigen Romanze von Pablo de Sarasate vor, gefolgt von virtuos perlenden Händel-Variationen der neuen Konzertharfen-Lehrerin Martina Merk. Die Band "Lunatix" sorgte mit "Westerland" von den Ärzten mit deutschem Punkrock für Kontraste.

Höhepunkte des fast dreistündigen Programms waren der Einzug von 43 der insgesamt 90 Ziachschüler, die ohne Generalprobe beherzt das "Mühlradl" spielten, die Uraufführung der "Junge Ziachspieler-Polka" von Hermann Huber - mit Gesang im Trio - und der "Marsch anno 1757" von Heinrich Albrecht, bei dem die Musikkapelle und der Volksliedchor eine eigens zum Musikschulfest dazu gedichtete Strophe präsentierten. Alle Mitwirkenden ernteten begeisterten Applaus.

vm/Chiemgau-Zeitung

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