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"Zahlen bestätigen positiven Trend"

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Grassau - Der Biomassehof Achental hat im vergangenen Jahr erneut seinen Umsatz um 13 Prozent gesteigert auf über 3,1 Millionen Euro.

Die Geschäftszahlen für 2011 machen deutlich, dass der positive Trend für das Grassauer Unternehmen anhalte, erklärte Geschäftsführer Wolfgang Wimmer in der Gesellschafterversammlung.

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Immer mehr Bewohner aus dem Achental und der näheren Umgebung sind am Einsatz von Energieholz in Form von Holzpellets oder Hackschnitzeln in ihren Heizanlagen interessiert, da diese nach wie vor einen deutlichen Preisvorteil gegenüber Heizöl aufweisen, sagte Wimmer. Zur sicheren Versorgung der Region mit Holzbrennstoffen wurde im April 2011 in der Nähe von Übersee eine schnellwachsende Pappelplantage angelegt. Diese entwickle sich trotz des sauren Bodens sehr gut und könnte bereits 2014 erstmals beerntet werden, so der Geschäftsführer. Um dem starken regionalen Ansatz treu zu bleiben, sei heuer zur Jahreshälfte der Handel mit Scheitholz vorerst eingestellt worden, da dies derzeit nur aus Osteuropa zu wirtschaftlichen Konditionen beziehbar sei. Dies widerspreche jedoch der Philosophie des Unternehmens, "Energie aus der Region für die Region" zur produzieren.

Als positiv bewertet wird laut Wimmer hingegen die neu aufgenommene Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten, die erstmals im vergangenen Jahr auch an den Biomassehof Hackschnitzel liefern konnten. Die Zusammenarbeit sei sehr gut, betonte Wimmer und er freue sich, dass dadurch die lange übliche Praxis des Verkaufs von Waldrestholz fast ausschließlich an österreichische Betriebe langsam umgekehrt werde. Nur so könne der Staatsbetrieb seinen Beitrag zur Energiewende im Inland leisten.

Auch das kommunale Fernwärmeheizwerk Grassau hat laut Wimmer im vergangenen Jahr neue Kunden gewonnen. Mittlerweile sind über elf Kilometer Wärmetrasse im Ort verlegt und insgesamt etwa 550 Haushalte und Gewerbebetriebe an die Heizzentrale angeschlossen. Insgesamt seien durch die Anlagen auf dem Gelände des Biomassehofs und der Wärmeversorgung in Grassau in 2011 über 23000 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart worden. Die Menge an pro Jahr verkauftem Brennstoff beziehungsweise Wärme entspreche einem Heizöläquivalent von rund 8,8 Millionen Litern. Dieses Geld bleibe in der Region und wandere nicht ab in die Arabischen Länder oder nach Russland, betonte der Geschäftsführer.

Von besonders hohem Interesse sei die im März in Betrieb gegangene Anlage zur Holzgaserzeugung (Heatpipe-Reformer). Der Besucherstrom reiße nach der Einweihung des 1,3 MW-Holzvergasers Anfang Mai nicht ab.

Wegen der erfolgreichen Umsetzung in der ersten Phase hat sich der Biomassehof erneut um eine Förderung als "Bioenergie-Region" beworben. Dies war erfolgreich und seit August wird nun die Region Achental als eine von nur noch 21 Regionen bundesweit für weitere drei Jahre gefördert und die Projektfläche wurde auch auf den restlichen Teil des Landkreises Traunstein ausgeweitet.

Wie gewohnt waren auch die Bioenergietage heuer ein guter Erfolg in der Region. Trotz des durchwachsenen Wetters kamen am 5. Mai über 800 Besucher auf den Biomassehof, vor allem um sich über den neuen Heatpipe-Reformer zu informieren.

Einweihung der Grassauer Biogasanlage

Einweihung der Grassauer Biogasanlage

Im Frühjahr 2013 sind die nächsten Bioenergietage geplant, diesmal auf dem Gelände des neu errichteten Hackschnitzel-Heizwerkes der Fernwärmeversorgung in Grabenstätt in Zusammenarbeit mit dem dortigen Kommunalunternehmen. Dieses soll noch im November in Betrieb gehen und wird dann im Frühjahr offiziell eingeweiht. Im Juni 2013 findet die Klimawoche in Traunstein statt mit Bioenergie als Schwerpunktthema. Zudem wird im Rahmen der Bioenergie-Region eine dreijährige Vortragsreihe zur Bioenergie organisiert, bei der sowohl lokale Vorreiter als auch überregional bekannte Experten ihr Wissen zu Erneuerbaren Energien in der Praxis mit den Bewohnern teilen.

Um die Erzeugung regenerativer Energien im Achental und im übrigen Landkreis Traunstein besser planen zu können, wird laut Wimmer derzeit ein Energienutzungsschema erarbeitet, das sowohl Strom als auch Wärme berücksichtigt und für jede Gemeinde individuell Möglichkeiten aufzeigen soll, wie sie in Zukunft aus möglichst lokalen Ressourcen nachhaltig Energie bereitstellen kann. "Mit diesen Konzepten und den bisher bereits erreichten Erfolgen bewegt sich der Biomassehof und mit ihm das gesamte Achental noch weiter in die Rolle einer weltweit bekannten Modellregion", so Wimmer abschließend. "Das Achental wird zum Vorbild in der Energiewende."

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