Grassau in einem neuen Gewand

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Auf Anregung des gemeindlichen Geschäftsleiters Robert Höpfner wird auf der Grünfläche vor dem Edekamarkt auf den Verlauf der historischen Soleleitung mit drei Deicheln hingewiesen. Eine Informationstafel gibt genauere Erläuterungen hierzu und verweist zudem auf das gemeindeeigene Museum Klaushäusl.

Grassau - Zehn Jahre lang wurde in Grassau umgebaut und neugestaltet - jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen und der Ort zeigt sich im neuen Gewand.

Lesen Sie hier den Bericht der Chiemgau-Zeitung vom Samstag:

Nach knapp zehn Jahren Um- und Neugestaltung ist die Ortskernsanierung mit Neugestaltung der Seitenflächen abgeschlossen. Die letzte große Maßnahme, die Bahnhofstraße bis zur Aichstraße, ist wieder frei befahrbar. Alle Hindernisse sind beseitigt und Grassau kann sich in einem völlig neuen Gewand präsentieren.

Bei der Gestaltung wurde darauf geachtet, dass der Markt seinen Dorfcharakter nicht einbüßt, nicht zu städtisch wirkt und viel Aufenthaltsqualität für Fußgänger aufweist. Das Gesamtbild kann sich mehr als sehen lassen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 760.000 Euro, rund 340.000 Euro werden vom Freitstaat aus Mitteln der Städtebauförderung getragen. Für die Verlegung von Trinkwasserleitungen werden rund 90.000 Euro fällig, für die der Wärmeleitungen weitere 230.000 Euro.

Senioren- und Behindertenbeauftragte Angelika Drost mit Robert Höpfner an der neuen Querungshilfe.

Mit dem Bau des Kreisverkehrs am Schweigereck im Jahre 2001 war die Bahnhofstraße vier Meter nach Süden verschoben worden. Damit konnte der einst schmale Fußgängerbereich im Norden bis zu sechs Meter verbreitert werden. Auf der Südseite konnte durch den Abbruch des ehemaligen Gasthofs "Zur Hanni" ein breiter Gehweg und darüber hinaus auch eine 40 Meter lange Parkbucht geschaffen werden. Im Zuge der Straßenverlegung war es der Gemeinde möglich geworden, die gesamten Fußgänger- und Stellplatzflächen grundlegend neu zu gestalten und mit Granitplatten sowie Granitkleinsteinen zu pflastern. Der erste Teil der Neugestaltung der Bahnhofstraße war damit abgeschlossen. Die Gestaltung des Straßen- und Fußgängerraums rund um die Kirche bis hin zur Einmündung Oberdorf wurde bereits in den Jahren davor vorgenommen und von der Art im Sinne eines einheitlichen Ortsbildes in den neuen Bereich der Bahnhofstraße übernommen.

Ab 2002 folgte die Gestaltung des Kirchplatzes Nord, der Rottauer Straße, Ortenburgerstraße Ost und Rathausplatz. Die Seitenflächen der Bahnhofstraße erst 2009 in Angriff zu nehmen, hat sich als richtig herausgestellt, weil zum einen ein kompletter Neubau seitens des staatlichen Bauamts Traunstein nötig war, zum anderen in diesem Zuge gleich die Versorgungsleitungen für die gemeindliche Wärmeversorgung mitverlegt werden konnten.

Maßnahme dauerte nur sechs Monate

Die Maßnahme nahm nur sechs Monate in Anspruch. Auf einer Länge von 350 Metern wurden die Flächen auf beiden Seiten der Straße bis zur Aichstraße vollkommen neu gestaltet.

Auf der Nordseite wurde auf Höhe des Schleckermarktes der Gehweg auf knapp drei Meter verbreitert und Grünbereiche angelegt. Hier konnte zudem eine Ampelanlage mit Hörsignal installiert werde. Der unattraktive Parkplatz östlich des Schleckermarktes wurde dem der benachbarten Sparkasse angepasst und im hinteren Bereich mit einer Umfahrungsstraße verbunden. Insgesamt gibt es nun 25 Parkplätze, die auch den aufgelösten Längsparkplatz vor der Bank leicht verschmerzen lassen. Stattdessen ist eine fünf Meter breite Fußgängerzone entstanden, die bepflanzt mit vier Apfeldorn das Ortsbild verschönern. Zudem konnte auch ein kleiner Platz mit Sitzbänken und einem Kastanienbaum geschaffen werden.

Bei der Eisdiele wurde die Parkbucht zugunsten des Gehweges verengt. Der Eigentümer des Anwesens hat auf seine Kosten die gesamte Freifläche vor den Geschäften der Gestaltung der gemeindlichen Flächen angepasst. Eine große Veränderung ergab sich zudem auf Höhe der Postagentur. Hier wurde eine 25 Meter lange Parkbucht angelegt. Dennoch gelang es, den schönen Ahornbaum zu erhalten und zwei weitere Kegelhainbuchen zu pflanzen. Auch der gekieste Vorplatz vor dem Versicherungsbüro konnte gepflastert und durch ein Blumenfeld aufgelockert werden. Durch die Bereitschaft des Eigentümers Sedlacek konnte zudem der Gehweg auch in diesem Bereich auf 2,40 Meter verbreitert werden.

Große Veränderungen hat auch die Südseite der Bahnhofstraße erfahren. Markant ist hier, dass die Längsparkbucht vor dem Edeka-Markt der Ampelanlage wie auch einer Grünfläche gewichen ist. Als besonderes gestalterisches Moment gelang es, drei auf Sockeln ruhende Holzdeicheln zu installieren - ausgehöhlte Baumstämme, die an die Soleleitung erinnern, die hier einst von 1818 bis noch 1958 zum Klaushäusl und dann weiter nach Rosenheim verlaufen war. Eine Holztafel gibt nähere Informationen. Zudem können diese Holzdeicheln auch als Sitzgelegenheit verwendet werden. Die vorhandene Linde vor dem Anwesen Bahnhofstraße 20, war von einer Asphaltdecke umschlossen und hat nun eine großzügige grüne Rundeinfassung erhalten. Insgesamt sorgen nun 23 Laubbäume, 17 mehr als bisher, für ein aufgelockertes Straßenbild. Im Frühjahr sollen zusätzlich noch weitere Pflanzkübel für ein blühendes Ambiente sorgen.

Die Maßnahmen sind nun fast alle abgeschlossen, die Baumaschinen haben das Areal bereits verlassen. Nur mehr die Fahrbahnmarkierung fehlt. Was jetzt noch an Straßenbauarbeiten in der Gemeinde gemacht wird, hängt mit der Verlegung der Rohre für die Fernwärmeversorgung zusammen.

tb/Chiemgau-Zeitung

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