Dank an die Lebensretter

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Stefanie Nitsche (zweite von rechts) erhielt für ihr beherztes Eingreifen beim Brand im Seniorenheim in Grassau eine Ehrung durch (von links) Kreisbrandinspektor Georg König, Kommandant Alfred Mayer und Bürgermeister Rudi Jantke (rechts).

Grassau - Als im Grassauer Seniorenheim Feuer ausbrach, reagierten Steffi Nitsche und Robert Tilgner sofort. Für ihr beherztes Eingreifen wurden sie nun geehrt.

Durch ihr beherztes Eingreifen haben Steffi Nitsche und Robert Tilgner Leben gerettet. Davon sind Kreisbrandinspektor Georg König, Kommandant Alfred Mayer wie auch Bürgermeister Rudi Jantke überzeugt. Steffi Nitsche erkannte den Brand am 21. September im Seniorenheim als Erste, setzte den Notruf ab und warnte die Senioren. Währenddessen gelang es ihrem Freund, den Brand größtenteils zu löschen.

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Schlimmes habe durch die beiden jungen Leute verhindert werden können, betonte Jantke jetzt im Rathaus. Er freue sich, dass die beiden so couragiert gehandelt und nicht nur an ihr eigenes, sondern auch an das Wohl der Senioren in dieser Ausnahmesituation gedacht hätten. Dieses Verhalten sei keine Selbstverständlichkeit - und eine besondere Ehrung wert.

Steffi Nitsche war bereits im Bett gewesen, als sie nachts durch ihr geöffnetes Fenster im dritten Stock ein Knistern hörte und Rauch roch. Als sie an den Balkon trat, schlugen bereits Flammen auf. Sofort rief sie bei der Feuerwehr an. In der Zwischenzeit lief ihr Freund Robert Tilgner in den zweiten Stock, schnappte sich den Feuerlöscher und bekämpfte den Brand auf dem Balkon.

Der Brand, der von einem Pflanzentrog ausging, hatte sich bereits durch die Holztrennwand gefressen und die Balkontüre erreicht. Eine Scheibe war schon zerborsten, ein Übergreifen der Flamen auf den Innenraum drohte.

Auch Nitsche rannte dann in den zweiten Stock, wo sich die Wohngruppe des Seniorenheims befindet, und versuchte, die alten Menschen zum Verlassen ihrer Zimmer zu bewegen - was aber nicht einfach war, da sie um diese Uhrzeit nicht genau verstanden, was los ist. Nach wenigen Minuten habe sie den ersten Feuerwehrmann gesehen und dann erst einmal durchgeatmet, schilderte sie. Schnell sei dann der Brand gelöscht worden. Ein Übergreifen konnte verhindert werden und somit war dann auch eine Evakuierung der Bewohner nicht nötig.

Als Hebamme sei sie Stresssituationen gewöhnt. Dieser Brand aber sei ein absoluter Ausnahmezustand gewesen, erklärte sie. Sie richtete ihren Dank an die Feuerwehr, die schnell vor Ort war.

Georg König dankte der 25-Jährigen für ihr Eingreifen und schnelles Handeln. Sie habe absolut richtig reagiert und damit Leben gerettet. Er freue sich, dass es Leute gebe, die nicht wegsehen, die selbst handeln und damit wertvolle Hilfe leisten. Obwohl Rauchmelder im Haus installiert seien und auch angeschlagen hätten, sei die Gefahr von den Bewohnern nicht erkannt worden. Mittlerweile sind laut König funkgesteuerte Rauchmelder installiert, die nicht nur in den betreffenden Räumen, sondern im gesamten Haus Alarm schlagen. Im Seniorenheim habe die Nachtschwester im Vorderhaus nicht mitbekommen können, dass es im hinteren, oberen Bereich brenne. Niemand habe bemerkt, wie brenzlig und knapp die Situation war, so König.

Auch Alfred Mayer dankte der jungen Frau und meinte, dass nur wenige Minuten später der Einsatz der Feuerwehr ganz anders ausgesehen hätte und womöglich auch Personen zu Schaden gekommen wären. Begünstig durch den Südwind hätten die Flammen schnell ins Haus schlagen können und der Dachstuhl hätte gebrannt.

Einen großen Blumenstrauß und das Buch der Schulgeschichte in Grassau überreichte Bürgermeister Jantke.

König übergab zudem zwei süße "Grisu-Feuerwehrmänner", Plüschtiere, als kleine Anerkennung für ihren großen Verdienst.

tb/Chiemgau-Zeitung

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