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Deutscher Meister in Quarantäne

Abgeschottet im Trainingslager: FC Bayern München trainiert in Grassau und keiner darf hin

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Die Spieler des FC Bayern sind am 12. Mai im Quarantäne-Trainingslager angekommen.

Eigentlich ist es ein Fest, wenn der FC Bayern München nach Grassau kommt und dort trainiert. Heuer nicht: Wegen der Corona-Pandemie ist der frischgebackene Deutsche Meister vollkommen abgeschottet.

Grassau – Der FC Bayern trainiert Grassau und keiner darf hin. Der Verein tritt am Mittwoch sein Trainingslager im Resort „Das Achental“ in Grassau an. Allerdings wird dieses Jahr kein Treffen von Amateuren oder Fans mit dem Verein möglich sein: Die Spieler müssen wegen der Absicherung der letzten beiden Bundesliga-Spieltage und der anstehenden Fußball Europameisterschaft strenge Quarantäne-Maßnahmen einhalten.

„Dass ein Bundesligist nach Grassau kommt, ist nichts Neues“, erzählt Stefan Kattari (SPD), Bürgermeister von Grassau. In der Tat sind regelmäßig hochkarätige Mannschaften im Sommer zu Gast und trainieren auf dem weitläufigen Sportgelände des ASV Grassau.

Bundesligisten mögen Grassau zum Training

Auch die Damen-Nationalmannschaft war schon da und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) schaute ihnen in Grassau zu. Auch Kevin Großkreutz soll sich schon samt Kollegen vom VfB Stuttgart nach den Trainingseinheiten am Reifinger See gesonnt haben, wie die Chiemgau-Zeitung aus gut unterrichteter Quelle weiß – ohne einen Döner zu werfen.

„Heuer gibt es aber weder öffentliche Trainings noch Freundschaftsspiele“, sagt Kattari sichtlich traurig. Denn der FC Bayern hält ab Mittwoch ein sogenanntes Quarantäne-Trainingslager wegen der Corona-Pandmie ab. Und das ausgerechnet nachdem die Bayern am Wochenende Deutscher Meister wurden. Hintergrund ist eine Entscheidung der Deutschen Fussball Liga (DFL), mit der der Spielbetrieb in der Ersten und Zweiten Bundesliga auch in Hinblick auf die Europameisterschaft abgesichert werden soll.

Quarantäne für letzte beide Bundesliga-Spieltage

Nach dem Beschluss müssen die Vereine sich seit 3. Mai ausschließlich im häuslichen Umfeld oder auf dem Trainingsgelände beziehungsweise im Stadion aufhalten in einer sogenannten Quasi-Quarantäne aufhalten. Nicht nur der FC Bayern, sondern alle 36 Clubs gehen ab Mittwoch, 12. Mai, in ein Quarantäne-Trainingslager. Voraussetzung ist für jeden Spieler ein negativer PCR-Test.

In diesem Jahr findet das Trainingslager ohne Fans, Autogramme oder Freundschaftsspiele statt.

Jan-Christian Dreesen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, begrüßt die Entscheidung der DFL: „Damit wird eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Durchführung des Spielbetriebs der Ersten und Zweiten Liga abzusichern. Die Gesundheit muss immer an oberster Stelle stehen.“

Haben die Bayern das Hotel weggeschnappt?

Medienberichten zufolge soll der FC Bayern Zweitligist Greuther Fürth das Resort in Grassau weggeschnappt haben, obwohl die Franken zuerst angefragt hatten. Ob etwas dran ist, hat die Chiemgau-Zeitung versucht, in Erfahrung zu bringen. Manuel Kalleder, Sprecher des Hotels, gibt sich allerdings schweigsam: „Leider dürfen wir aus Gründen des Datenschutzes keinerlei Auskunft erteilen.“

Grassaus Bürgermeister appelliert an die Fans, nicht zu versuchen, dem FC Bayern auf die Pelle zu rücken. Die Chancen dafür stehen auch schlecht: „Wir sind schon seit geraumer Zeit in Gesprächen mit dem Verein und der Polizei für ein Sicherheitskonzept, um genau für den Fall Vorsorge zu treffen. Kattari sei es wichtig, dass nicht nur die Spieler des Vereins sorglos zu den restlichen Spielen und zur EM fahren können, sondern auch der Infektionsschutz für Fans.

In erster Linie sei der Schutz der Fußballer Aufgabe des Vereins, erklärt Alexander Huber, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Das ist in Grassau auch nicht anders als am Trainingsgelände an der Säbener Straße in München, wo auch nicht die Polizei kontrolliert“, so Huber.

Enge Verknüpfung des Hotels mit FCB

Was für die Polizei wenig Aufhebens ist, ist für das frühere Sporthotel, das sich nun „Das Achental“ nennt, auch ein Blick zurück in seine Geschichte. Denn die Gründung des Hotels geht zurück auf Willi O. Hoffmann, auch bekannt als „Champagner-Willi“. Er war von 1979 bis 1985 Präsident des FC Bayern. Grassau hielt er für den idealen Standort als Trainingslager. Bei der Einweihung des Sportgeländes 1983 war der FC Bayern zu Gast und spielte gegen den ASV Grassau.

Hoffmann gelang es allerdings nicht, den FCB langfristig an Grassau zu binden. Er selbst verstrickte sich in unseriöse Geschäfte und wurde 1993 zu einer Bewährungsstrafe und 2003 wegen Steuerhinterziehung zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

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