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Konzept für Friedhofsplanung beschlossen

Teuer, aber immer beliebter: Der Trend geht auch in Grassau zum Urnengrab - Grabschmuck sorgt für Schwierigkeiten

Im neuen Friedhofsbereich mischen sich Wiesengräber und Urnenwände. Vor allem die Nischen der Urnenwände werden stark nachgefragt.
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Im neuen Friedhofsbereich mischen sich Wiesengräber und Urnenwände. Vor allem die Nischen der Urnenwände werden stark nachgefragt.

Der Marktgemeinderat Grassau votiert geschlossen für eine zukunftsorientierte Friedhofsplanung. Dafür gab er eine Konzeptstudie in Auftrag.

Grassau – Der Friedhof der Marktgemeinde ist nach Ansicht des Ratsgremiums „eine schöne und würdige letzte Ruhestätte“, so der Tenor in dessen jüngster Sitzung. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich aber die Art der Bestattungen geändert.

Deshalb beschloss der Marktgemeinderat einstimmig, ein Konzept für eine zukunftsfähige Friedhofsplanung für rund 12.000 Euro in Auftrag zu geben.

Beim Blick in den Friedhof werde deutlich, dass immer mehr Familiengräber aufgelassen würden, was nicht zuletzt daran liege, dass sich die Art der Bestattungen hin zum Urnengrab verändert hätten, sagte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD). Ein Friedhof sollte aber eine kostendeckende kommunale Einrichtung sein, eigentlich müssten alle Kosten auf die Nutzer umgelegt werden. Doch die Unterhaltskosten steigen.

Einsparpotenziale durch neues Konzept

Ein neues Konzept würde Einsparpotenziale eröffnen. Zum Beispiel könnten parkähnliche Bereiche mit hohem Pflegeaufwand herausgelöst werden, so Kattari. Diese Bereiche würden dem Friedhof nicht entnommen, aber zu öffentlichen Grünanlagen umgewandelt und hätten damit weniger Pflegeaufwand, was sich letztlich auf die Kosten auswirken würde. Mit einer Planung könnten Gräber für Erdbestattung nur mehr in einem Teil vorhanden sein.

„Wir sprechen hier von 30 Jahren und mehr und somit von einem sanften Neukonzept“, sagte der Rathauschef. Die künftigen Kosten für Nutzer und Gemeinde seien aber nur ein Argument für eine Neugestaltung. Deutlich zu sehen sei, dass sich die Bestattungskultur verändert habe. Immer mehr würden Gräber nachgefragt, die mit wenig oder keinem Pflegeaufwand auskommen.

„Urnengräber sind eine relativ teure, aber beliebte Bestattungsart. Eigentlich müsste eine neue Urnenwand aufgestellt werden, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.“ Dieser Planung sollte man jedoch erst nach dem erstellten Konzept nachkommen.

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Der Bürgermeister verwies auf den Musterfriedhof Bad Feilnbach, „ein Friedhof, der ohne großen Pflegeaufwand auskommt, von einem Gärtner betreut wird und ansprechend aussieht. Die Erstellung des Konzepts würde sich über zwei Jahre erstrecken, da die Planer den Friedhof im Jahreslauf betrachten und begutachten wollen, so Kattari. Begutachtet werde auch jede Grabstelle, um abzuschätzen, wie lange diese genutzt wurde und wird.

Daniela Ludwig (CSU) begrüßte diesen Vorschlag und fügte hinzu, dass für viele Angehörige der Pflegeaufwand hoch sei.

Eine Möglichkeit, dem steigenden Wunsch nach Urnengräbern nachzukommen, könnte durch Umgestaltung von Familiengräbern erfolgen, sagte Kattari. So könnten acht Urnengräber je Familiengrab entstehen.

Gemeinde würde für Bepflanzung sorgen

Die Gemeinde würde dann die Grabstelle herstellen und für die Bepflanzung sorgen. Das Wiesengrab werde auch gut genützt und sei eine wichtige Ergänzung gewesen. Schwierigkeiten gäbe es, weil Angehörige den Wunsch hätten, auch hier Blumen und Kerzen aufzustellen und dies zu mehr Pflegeaufwand führe.

Olaf Gruß (SPD) wies darauf hin, dass die letzte Planung bereits über 30 Jahre alt sei. Damals sei Friedhofsfläche auf Vorrat gekauft worden. Nun habe man eine große Vielfalt an Bestattungsarten. „Nach 30 Jahren ist es angebracht, neu zu planen“, sagte er.

Einstimmig votierte das Gremium für die Erstellung eines zukunftsfähigen Konzepts für den Friedhof.

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