Gaufest in Rottau

4.200 Trachtler ziehen am Sonntag durch Rottau

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Mit drei kräftigen Schlägen meisterte Bürgermeister Rudi Jantke seine Aufgabe als Schirmherr.

Grassau/Rottau - Dieses Wochenende findet das Gaufest des Chiemgau-Alpenverbands in Rottau statt. Dabei werden neue Rekorde aufgestellt.

Die Vorständin Lisi Hilger vom Rottauer Trachtenverein begrüßte alle Ehrengäste und Gäste bei der ersten Veranstaltung des 82. Gautrachtenfestes des Chiemgau-Alpenverbandes, dem Bieranstich, im vollen Festzelt. "Mia gfrein uns, dass es endlich losgeht, nach langer Vorbereitungszeit und zwei Wochen Arbeit beim Einräumen und Dekorieren des Zeltes", sagte sie. Sie forderte alle auf, sich das Kaffätschal und die Bar anzuschauen, um zu sehen, welche guten Ideen unsere Leute hatten, um den Besuchern des Festes den Aufenthalt im Festzelt recht angenehm zu gestalten.

In seiner Eröffnungsrede sprach der Schirmherr Bürgermeister Rudi Jantke dem Ausrichter, dem Trachtenverein "d´Gederer" einen großen Dank aus. Vorständin Lisi Hilger, der Vereinsausschuss und die Mitglieder haben unzählige Stunden an Freizeit geopfert, um uns ein schönes Fest zu bereiten, fuhr er fort.

Besonders die vergangenen Wochen waren zeitaufwendig. Beim Zeltaufbau und bei der Dekoration haben "so viele – ja schon fast unglaublich viele" mitgeholfen. Die Aktiven haben eine sensationelle Bar, die "Torfbahn- Boazn", gebaut und ein ganz besonderes Kaffeezelt lädt zum Verweilen ein.

Seine kurze Rede beendete er mit der Feststellung: "Es ist alles gerichtet. Mit den Worten "Auf geht's zum Ozapfn", ging er seine Arbeit als Schirmherr an. Mit drei kräftigen Schlägen meisterte er seine Aufgabe sehr gut.

Helfend zur Seite standen ihm dabei vom Hofbräuhaus Traunstein Außendienstmitarbeiter Andi Hell und Chef Maximilian Sailer. Mit auf der Bühne standen die drei Vorstände Lisi Hilger, Anderl und Miche Schmid. Die Rottauer Dorfmusi spielte fleißig auf, die Aktiven führten Plattler auf und die Goaßlschnalzer demonstrierten eindrucksvoll, dass sie auf das Gaufest fleißig trainiert hatten.

Der Höhepunkt der Festwoche wird am 29. Juli mit der Feldmesse um 10 Uhr am Kirchplatz sein. Um 14 Uhr setzt sich der Festzug durch das Dorf in Bewegung, dazu sind 4.200 Trachtler angemeldet. 20 Musikkapellen marschieren dabei mit, so viele wie noch nie im Chiemgau-Alpenverband.

Bericht vom Gaudirndldrahn

Nachdem Regina Huber aus Übersee, die Dauersiegerin der vergangenen sieben Jahre, beim Gaudirndldrahn des Chiemgau-Alpenverbandes in Rottau heuer nicht mehr antrat, siegte die Zweitplatzierte des Vorjahres Martina Huber aus Wildenwart mit deutlichem Vorsprung vor Martina Pfisterer aus Übersee, die im vergangenen Jahr in Atzing dritte war.

Viele interessierte Besucher verfolgten im Festzelt in Rottau den spannenden, über fünfstündigen Wettbewerb und honorierten die ganze lange Zeit über die sehr guten Leistungen der Dirndln mit dem verdienten Applaus. 91 Teilnehmerinnen stellten sich den strengen Augen der acht Preisrichter Viz Bachmann, Georg Fischer, Andi Hell senior, Martin Bauer, Lenz Mühlberger, Christoph Bauer junior, Sepp Hacher und Klaus Aiblinger.

Und sie hatten eine schwierige Aufgaben, aus den vielen nahezu gleichwertigen Leistungen die richtige Reihenfolge zu ermitteln. Die hohe Leistungsdichte sieht man daran, dass für die Ermittlung der ersten 20 Plätze elfmal gerittert werden musste.

Von den Wertungen der acht Preisrichter wurden die höchste und die niedrigste Punktezahl gestrichen und die Summe der übrigen Werte ergab das Ergebnis der Dirndln. Die Auswertung am Computer leitete Gauschriftführer Jürgen Wiegmann.

Die Preisplattlmusi in der Besetzung Flügelhorn, Bass, Klarinette, Ziach und Harfe spielte die ganze Zeit über mit bewundernswerter Ausdauer und stets gleichbleibendem Tempo immer wieder den "Vöglfanger". Für den Ablauf des Gaudirndldrahns waren die drei Gauvorplattler Thomas Stoib, Max Irlinger und Andi Hell junior mit der Gaudirndlvertreterin Marlies Huber zuständig.

In einer kurzen Ansprache dankte Gauvorstand Michael Huber besonders den Jugendleitern und Vorplattlern und Dirndlvertreterinnen in den 23 Gauvereinen, deren Arbeit zu solch ausgezeichneten Leistungen führten, die an diesem Abend zu bewundern waren. Trotz der weit fortgeschrittenen Zeit demonstrierten die Buam der Gaugruppe noch mit einem schneidigen Plattler ihr Können.

Die Siegerehrung nahm der stellvertretende Gauvorstand Georg Westner vor. Heiß begehrt waren nicht nur die drei Plätze auf dem Treppchen, sondern auch die Platzierungen bis einschließlich Rang 14, denn alle Dirndln, die dieses Ziel erreichten, sind im Jahr 2019 Mitglied in der Gaugruppe und dürfen den Gau bei vielen Auftritten repräsentieren. Alle Preise hatten die Dirndlvertreterinnen Sophie Stommel und Marie Lackerschmid des ausrichtenden Vereins Fächer ausgewählt .

Das Ergebnis:

  • Es siegte Martina Huber aus Wildenwart vor Martina Pfisterer aus Übersee.
  • Beim Rittern um den 3. Platz siegte Alexandra Schmid aus Niederaschau gegen Anna Hauser aus Reit im Winkl.
  • Beim Rittern um Platz 5 setzte sich Stefanie Sattlberger aus Hohenaschau gegen Stefanie Schmaus aus Höhenmoss durch.
  • Die folgenden Plätze belegten Katharina Speicher aus Reit im Winkl, Johanna Auer aus Unterwössen und Marlies Huber aus Wildenwart.
  • Nach dem Rittern wurde Christina Durigon aus Bernau 10. vor Johanna Rosenwink aus Wildenwart.
  • Es folgten Alexandra Frank aus Hohenaschau und Steffi Rabe aus Prien.
  • Das letztes Mitglied in der Gaugruppe wird Christine Hamberger aus Sachrang, die das Rittern gegen Kathi Messerer aus Prien und Irmengard Huber aus Wildenwart gewann.
Die Gaugruppe 2019 von links sitzend: Die ersten 7: Martina Huber, Martina Pfisterer, Alexandra Schmid, Anna Hauser, Stefanie Sattlberger, Stephanie Schmaus und Katharina Speicher und stehend: Plätze 8 bis 14: Johanna Auer, Marlies Huber, Christina Durigon, Johanna Rosenwink, Alexandra Frank, Steffi Rabe und Christine Hamberger.

Als dann die gutgelaunten Dirndln in die geschmackvoll hergerichtete "Torfbahn-Boazn" kamen, war dort für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Dazu spielte die Anzwies-Musi auf. Vom Biergarten der Bar war der Blutmond schön zu sehen. Die männlichen Teilnehmer der Gaugruppe des Chiemgau-Alpenverbandes werden am 5. August ab 9.30 Uhr beim Gaupreisplattln im Festzelt in Rottau ermittelt.

Die Siegerinnen von links: Alexandra Schmid, Martina Huber und Martina Pfisterer.

Gaufest am Sonntag

Am Gaufestsonntag, 29. Juli, werden beim Gaufest in Rottau die ankommenden Vereine ab 8 Uhr mit dem Fahnengruß empfangen und in das Festzelt geleitet. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst zelebriert von Pfarrer Andreas Horn am Kirchplatz. Dazu sind 2.500 Trachtler angemeldet. Auf zwei Wegen ziehen die Vereine zum Kirchplatz. Beim Kirchenzug spielen 15 Musikkapellen.

Ein wichtiger Hinweis:

Der Festgottesdienst wird über einen Lautsprecher in die Kirche übertragen. Dort kann man auch die Kommunion empfangen. Ab 14 Uhr ziehen die Vereine mit Reitern und vielen Motiv- und Leutwagen durch das Dorf. Angemeldet sind dazu 4.200 Trachtler mit insgesamt 20 Musikkapellen. So viele waren bei einem Gaufest mit 23 Vereinen noch nie dabei.

Pressemitteilung des Chiemgau-Alpenverbands

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