Das steckt dahinter

Baufirma verschmutzt Grassauer Gänsbach: Landratsamt reagiert

Die Fotos zeigen die Verschmutzung des Gänsebaches vom 22. April. 
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Die Leserfotos zeigen die Verschmutzung des Grassauer Gänsebaches am 22. April. 

Grassau – Brauner Schmutz ins klare Bachwasser: Der Gänsbach in Grassau war in den vorigen Wochen stark verfärbt. Der Schmutz kam von der Altenheim-Baustelle. Jetzt hat das Landratsamt eingreifen müssen.

"Seit Wochen wird über den Gänsbach, stark verschmutztes Bauwasser von der Baustelle des Altersheims Grassau eingeleitet. Der Bach ist mittlerweile Zentimeter hoch mit Schlamm bedeckt. Kein Fisch ist mehr zu sehen", schreibt uns ein Leser. Auch ein zweiter teilte uns mit: "Als Anwohner am Gänsbach in Grassau packt einen die Wut. Man sieht keinen Millimeter mehr unter die Wasseroberfläche. Es kann doch nicht sein, dass bei einer Baustelle so viel und so dreckiges Wasser in so einen kleinen Bach eingeleitet werden darf. Und noch dazu über Wochen."


Baugrubenwasser und Schlamm landete im Gänsbach

Wie das Landratsamt gegenüber chiemgau24.de nun bestätigt liegt die Ursache in der Baustelle für das neue Pflege- und Seniorenwohnheim im Grassauer Osten. Auch die Behörde selbst erfuhr durch aufmerksame Bürger von der Verschmutzung. „Das Wasserwirtschaftsamt führte eine Ortseinsicht durch. In der Folgezeit wurden Gespräche mit den Beteiligten zur Abhilfe geführt“, so Katharina Gschwendtner vom Landratsamt  gegenüber chiemgau24.de.

Was hat den sonst so klaren Gänsbach braun verfärbt? Laut Landratsamt waren es Baugrubenwasser und Sedimente, also Schlammpartikel. "Sie sorgten für eine gelb-braune Eintrübung des Baches", so Gschwendtner. Zusammen mit der ausführenden Baufirma und dem Fischereiverein Achental habe das Landratsamt dann Maßnahmen getroffen. „Es wurde ein extra zu dem Zweck angelegtes, zusätzliches großes Erdbecken geschaffen, in dem sich die zusammen mit dem Baugrubenwasser abgepumpten Sedimente absetzen können."


Baufirma musste Maßnahmen treffen

Aktuell würde es nur noch dann zu Eintrübungen kommen, wenn durch Verdichtungsmaßnahmen in der Baugrube Sedimente wieder aufgewirbelt werden. „Mit dem in diesen Tagen stattfindenden Ende der Verdichtungsmaßnahmen, sollte durch das Ableiten von weitgehend sauberen Bauwasser der Gänsbach noch etwas von Sedimenten freigespült werden, bevor die Bauwasserhaltung insgesamt mit dem Abschluss der Tiefbauarbeiten eingestellt werden kann. Das wird durch das Landratsamt weiter begleitet werden“, so die Vertreterin des Landratsamtes.

Die Baufirma habe beim Landratsamt einen Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis für die Bauwasserhaltung eingereicht. Eine der Voraussetzungen dafür: die Firma musste Maßnahmen zum Gewässerschutz treffen. „Nachdem die Voraussetzungen vorlagen, wurde die Erlaubnis erteilt“, so Gschwendtner. Grund hierfür ist, dass im gesamten Achental teils mit sehr hoch anstehendem Grundwasser zu rechnen sei. Bauvorhaben, die beispielsweise einen Keller vorsehen, würden deshalb eine Bauwasserhaltung benötigen. Dies habe eine Einleitung zum Beispiel in den Gänsbach zur Folge. Laut Landratsamt habe sich die Baufirma inzwischen auch mit dem Fischereiverein in Verbindung gesetzt. 

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jz

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