Fenster auf im Klassenzimmer

Grassau: Keine Luftreiniger für die Schulen

Wann sich die Türen der Grund- und Mittelschule Grassau für die Schüler wieder öffnen, ist nicht bekannt. Die Tür bleibt derzeit nur zum Lüften offen.
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Wann sich die Türen der Grund- und Mittelschule Grassau für die Schüler wieder öffnen, ist nicht bekannt. Die Tür bleibt derzeit nur zum Lüften offen.

Von einem normalen Schulbetrieb ist die Grund- und Mittelschule Grassau auf Grund der Pandemie noch weit entfernt. Nun wurde im Schulverband beraten, ob mobile Luftreinigungsgeräte angeschafft werden.

Grassau – Bei zwei Befürwortern wurde die Anschaffung mehrheitlich abgelehnt. Schulverbandsleiter und Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) erklärte, dass die Geräte zu 50 Prozent gefördert werden. Jene mit Filterfunktion könnten nur als Ergänzung zum Lüften dienen, so Kattari.

Der Filterwechsel müsse durch geschultes Personal erfolgen. Die Verwaltung holte Angebote für 36 Geräte ein. Das günstigste Angebot liege bei rund 70.000 Euro, wobei jedes Klassenzimmer mit zwei mobilen Geräten ausgestattet werden müsse.

Kosten gehen bis 150.000 Euro

Teurer, aber dafür nur ein Gerät pro Klassenzimmer notwendig, zeigt sich das zweite Angebot mit einer Summe von 108.000 Euro und das dritte Angebot summiert sich auf knapp 150.000 Euro für 36 Geräte. Bei dem günstigsten Angebot sei noch nicht abschließend geklärt, ob diese Geräte förderkonform sind, so Kattari.

Mitgliedsgemeinden müssen ihren Anteil tragen

Der Schulverband müsse die Hälfte der Anschaffungskosten selbst tragen. Diese würden auf die Mitgliedsgemeinden entsprechend der Schülerzahl umgelegt. Für Grassau würden dies je nach Kauf zwischen 22.000 und 53.500 Euro sein, bei Staudach-Egerndach zwischen 3.700 und 9.000 Euro und für Marquartstein stünden Kosten zwischen 2.800 bis 7.000 an.

Zu den Anschaffungskosten fallen zudem jährliche Kosten für den Filteraustausch von mindestens 13.300 Euro an. Die mobilen Geräte des günstigsten Anbieters können frühestens im April geliefert werden, erläuterte Kattari.

Ein Schüler wird immer angeblasen

Schulleiter Georg Tischler zählte zunächst die Nachteile der mobilen Geräte auf. Da diese zentral im Raum aufgestellt werden müssten, werde immer ein Schüler von der austretenden Luft angeblasen. Kabel im Raum könnten zur Stolperfalle werden. Zudem müssen die Luftfilter regelmäßig ersetzt werden. Die Lärmbelastung liege im Normbereich sei aber vorhanden.

Ab April kann wieder durchgelüftet werden

Man habe sich auch bemüht ein Leihgerät zum Testen anzufordern. Dieses sei aber frühestens Ende April möglich. Dann, so Tischler, sei man bereits in der Jahreszeit, in der durchgehend gelüftet werden könne. Nichtsdestotrotz würde er aus seiner Fürsorgepflicht gegenüber Schülern und Lehrkräften zu einer Anschaffung raten.

Bürgermeisterin Gaukler zweifelt, ob sich der Kauf noch lohnt vor dem Frühjahr

Die Elternbeiratsvorsitzende Michaela Pfautsch regte an, mobile Geräte bei den Schulaufgaben einzusetzen. Zwiegespalten zeigte sich Kattari. Die Staudach-Egerndacher Bürgermeisterin Martina Gaukler (CSU) informierte, dass selbst nach dem Umweltbundesamt eine Wirkung nicht nachgewiesen werden könne. Zudem stehe der Frühling vor der Tür und sie wisse nicht, ob die Anschaffung trotz Förderung gerechtfertigt sei.

Irgendwann sind die Schulen wieder voll

Dafür sprach sich der Grassauer Gemeinderat und Lehrer Hans Genghammer (FW) aus. Nur wenige Geräte anzuschaffen, halte er für nicht sinnvoll. Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) sagte, es sei nicht absehbar, wann wieder Präsenzunterricht in gewohnter Form erfolgen könne. Insofern müsste auch nicht jedes Klassenzimmer ausgestattet werden.

Gemäß Schulleiter Tischler seien irgendwann wieder alle Klassenzimmer belegt. „Dann sollte man vorbereitet sein.“ Gemeinderat Bastian Starflinger (CSU/UWG) aus Staudach-Egerndach geht davon aus, dass die Geräte in drei Monaten nicht mehr benötigt werden. Auch mit mobilen Geräten bestehe Maskenpflicht, so Dr. August Trimpl. Er hielt Lüften für wesentlich effektiver.

In wenigen Jahren gibt es eine Lüftungsanlage für die Schule

Bürgermeister Scheck vertrat die Ansicht dass im Herbst über das Thema erneut gesprochen werden könne. Wichtig sei, so fügte Kattari noch hinzu, dass auch Fördergelder öffentliche Gelder seien und in wenigen Jahren ohnehin eine Lüftungsanlage im Rahmen der Generalsanierung der Schule eingebaut werde.

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