Hagebaumarkt und Tankstelle aber wohl vom Tisch

Neuer Gewerbepark in Grassau: Grobe Planung steht jetzt

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Die alten Industriehallen der Körting-Werke nahe des Kreisverkehrs im Osten Grassaus. Sie sollen im Gegenzug abgerissen werden. (Archivbild)

Grassau - Rund drei Jahre war es still um die Überplanung des Gewerbeparks im Grassauer Osten: Jetzt hat die Gemeinde klare Ziele für die Nutzung vorgegeben - und eine Tankstelle sowie ein Baumarkt sind wohl nicht mehr geplant.

"Wir wollen so viel Gewerbefläche wie möglich, da sind wir uns einig", fasste Bürgermeister Stefan Kattari in der Marktgemeinderatssitzung am Dienstag, 21. Juli, zusammen. Es geht um das große Gewerbeareal im Grassauer Osten, zwischen Gänsbachstraße und Kreisverkehr, rund um Katek und Lidl. Mit Hilfe eines Planungsbüros einigte man sich im Gemeinderat einstimmig auf eine Rahmenplanung für das Gelände. Gut die Hälfte soll rein gewerblich genutzt werden. Etwa 16 Prozent - hin zur Gänsbachstraße - bleibt einem Wohngebiet vorenthalten. Der Rest entfällt auf eine gemischte Nutzung und einen Grünzug, der Wohnen und Gewerbe trennt.


Tankstelle kommt nicht - auch Hagebaumarkt vom Tisch?

Welche Firmen oder Branchen sich auf den Gewerbeflächen ansiedeln steht noch nicht fest. Das ist ohnehin die Sache des Investors, dem der Großteil des Areals gehört. Vor drei Jahren waren konkret Hagebaumarkt und eine Tankstelle im Spiel. "Soweit wir wissen, ist der Baumarkt inzwischen aber kein Thema mehr", so Gemeinde-Geschäftsführer Peter Enzmann auf Nachfrage von chiemgau24.de. Die Tankstelle komme sicher nicht. Auch die Verwaltung selbst habe vom Investor momentan aber keine Informationen über konkrete Interessenten für die Gewerbeflächen. 


Inzwischen gehört dem Markt Grassau auch ein Teil des Geländes: Das hohe, ehemalige Katek-Gebäude hat die Gemeinde gekauft. Für den Fall, dass künftig noch weitere Grundeigentümer verkaufen, will die Gemeinde eine Vorkaufsrechtssatzung schaffen um auf weitere Flächen direkten Zugriff zu bekommen. Auch wenn der Großteil in Privatbesitz bleiben wird: "Als Gemeinde haben wir Planungshoheit. Und darüber hinaus wird mit den Eigentümern ja sowieso verhandelt", so Enzmann. Vor drei Jahren herrschte zwischen Investoren und Gemeinde noch Uneinigkeit über die Größe des Wohngebiets: rund 350 Wohneinheiten für etwa 1000 Bewohner hätten entstehen können. 

Zentrumsrelevantes Gewerbe soll ausgeschlossen werden

"Wir wollen keine Gewerbebetriebe aus dem Ort rausziehen. Zentrumsrelevantes Gewerbe soll ausgeschlossen werden", so Bürgermeister Kattari. Damit gemeint sind zum Beispiel Lebensmittel, Textilien, Schuhe oder Leder. Bereits in den vergangenen Jahren regte sich bei kleinen Einzelhändlern im Ort massiver Widerstand gegen die damaligen Pläne, dass sich ein Hagebaumarkt ansiedeln könnte - und dem Ortskern damit Kaufkraft entzogen werden könnte. "Es soll keine Konkurrenz zum Zentrum entstehen. Ein Hotel, Ärzte oder Gastronomie könnte ich mir im Übergang zwischen reinem Gewerbegebiet und dem Wohngebiet gut vorstellen", so Ute Mitschang vom Planungsbüro. 

Um dieses Areal an der Bahnhofstraße in Grassau geht es. 

Der jetzige Beschluss ist nur der erste Schritt. Ein Bebauungsplan, in dem Details, wie die Anzahl der Wohneinheiten festgelegt wird, folgt erst noch. "Das Areal ist von großer Bedeutung für den Ort", unterstrich Bürgermeister Kattari. "Es ist erkennbar in die Jahre gekommen. Dass manche Betriebe fortgegangen sind, schmerzt uns noch immer." Bis 1983 war dort der Radio- und TV-Geräte-Produzent Körting beheimatet. Zuletzt wanderte "Maier Packaging" ab, demnächst auch der Reinigungsmittelhersteller Morant. Beide finden nahe der A8, nördlich von Bernhaupten, eine neue Heimat. 

Die Entscheidung für die erste Grobplanung im Grassauer Gemeinderat fiel am Dienstag einstimmig. 

xe

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