Zu Lasten von mehr Wohnbebauung

Neues Gewerbegebiet soll noch größer werden als geplant

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Die alten Industriehallen der Körting-Werke nahe des Kreisverkehrs zu Staudach-Egerndach sollen im Gegenzug abgerissen werden.
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Grassau - Die Pläne zum neuen Gewerbegebiet um Hagebau und Tankstelle reifen: Doch dem Gemeinderat ist die Gewerbefläche noch zu klein - sie soll auf Kosten des ebenfalls geplanten Wohngebiets wachsen. *Mit Voting*

Vor allem bei einigen Einzelhändlern im Ort stehen die Pläne für das neue Gewerbegebiet an der Bahnhofstraße in der Kritik: Wegen dem geplanten Hagebau-Markt fürchten einige um ihre Existenz. Zusätzlich zum Gewerbe wird sich im Westen auch ein großes Wohngebiet anschließen - doch dem Marktgemeinderat ist dieses Wohngebiet zu groß. Es soll zu Gunsten des Gewerbegebiets noch schrumpfen. 

1000 neue Bewohner für Grassau?

"Mit dem Planungsbüro und den Investoren besteht in vielen Punkten Einigkeit. Nur in einem nicht: Wir hätten gern eine Erweiterung des Gewerbegebietes nach Westen", so Bürgermeister Rudi Jantke in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Mit einem eigenen Gutachten will die Gemeinde nun untersuchen, ob dies mit dem Immissionsschutz vereinbar wäre. 

Der Gemeinde sind teils die Hände gebunden, denn der Grund gehört ihr nicht. Nach den derzeitigen Plänen könnten im Wohngebiet - mehrgeschossige Sozialbauten, Reihen- und Einfamilienhäuser - rund 350 Wohneinheiten entstehen: "Das wären bis zu 1000 neue Bewohner", befürchtete Hans Genghammer angesichts einer aktuellen Einwohnerzahl von rund 6800. Der Mehrheit des Gemeinderates ist der Anteil an Wohnfläche in den derzeitigen Plänen zu hoch.

So sehen die derzeitigen Pläne aus

1) Tankstelle, 2) rund 76 Parkplätze, 3) Baumarkt und Fitnessstudio, 4) Katek-Parkhaus, 5) Mischgebiet mit Gewerbe und Kindergarten. Geht es nach der Gemeinde soll das Gewerbegebiet noch weiter in Richtung Westen wachsen.
So ist die Fläche aktuell bebaut.

Hagebau-Markt muss Fläche verkleinern

Zwischen Gewerbe- und reinem Wohngebiet ist außerdem ein Mischgebiet mit Büros, Läden und einem Kindergarten geplant. Für das Mischgebiet sollen ortskernrelevante Sortimente (Lebensmittel, Textilien, Schuhe, Leder) ausgeschlossen werden. Im Gewerbegebiet selbst wird neben einer Tankstelle auch ein Katek-Parkhaus für das geplante Logistikzentrum entstehen. Im ersten Stock des Hagebau-Marktes könnte ein Fitnessstudio einziehen. 

Der Hagebau-Markt selbst wird seine geplante Verkaufsfläche aber von 1800 auf 1200 Quadratmeter verkleinern müssen: "Sonst wäre das für ein Grundzentrum wie Grassau zu groß, haben Landratsamt und die Regierung von Oberbayern bestätigt", so Bürgermeister Jantke.

Wieder Kritik an Baumarkt und Tankstelle

Der Lidl-Markt, rechts im Hintergrund zu erkennen, bleibt bestehen.

Vereinzelt wurden auch wieder Stimmen laut, die durch das Gewerbegebiet negative Auswirkungen für das Ortszentrum befürchteten, so zum Beispiel Daniela Ludwig oder Winfried Drost: "Warum muss es ein Baumarkt sein? Das ist verschwendete Gewerbefläche und könnte Existenzen im Zentrum gefährden. Auch eine Tankstelle ist in der heutigen Zeit ein falsches Zeichen, wo alles in Richtung Elektromobilität zeigt", holte Drost aus. 

In welchem Verhältnis Wohn- und Gewerbeflächen stehen werden, ist aber noch lange nicht fix. Von einem Bebauungsplan, der die Details festlegen wird, ist man noch einige Schritte entfernt. Doch dass sich zumindest der umstrittene Hagebau-Markt im neuen Gewerbegebiet ansiedeln wird, darauf deutet momentan alles hin.

Was meinen Sie?

Bereits im Oktober haben wir die Diskussion unserer Leser zum neuen Gewerbegebiet zusammengefasst. Eine knappe Mehrheit sprach sich in einem Voting dabei auch für einen "Hagebau" aus.

Wie denken Sie nun über die Absichten des Gemeinderates, das Gewerbegebiet zu Lasten der Wohnbebauung zu vergrößern?

xe

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