Kneippbecken und vieles mehr geplant

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Erste Pläne für eine Neugestaltung des Kurparks hat die Gemeinde an Ort und Stelle jetzt erstmals öffentlich vorgestellt. Nach Angaben von Bürgermeister Rudi Jantke (unser Bild) betragen die Kosten für alle Maßnahmen, die die Kommune in Erwägung zieht, rund 400.000 Euro.

Grassau - Erste Pläne für die Neugestaltung ihres Kurparks hat die Marktgemeinde Grassau nun an Ort und Stelle der Öffentlichkeit vorgestellt.

Neben den Mitgliedern des Bau- und Fremdenverkehrsausschusses nahmen auch viele Bürger den Entwurf des Landschaftsarchitekten Rupert Schelle in Augenschein. Vor allem eine Veränderung steht ganz oben auf der Liste: die Anlage eines Kneippbeckens.

Der Kurpark soll Schelle zufolge "erlebbar" gemacht werden. Die große Rasenfläche müsse mit eingebunden werden. Sie sei nicht zu zerschneiden, wohl aber begehbar zu gestalten.

Als wesentliche Änderung des Bestandes nannte er die Pläne für ein Kneippbecken an der südwestlichen Ecke des Kurparks. An dieser Stelle habe die Gemeinde ein Grundstück hinzugepachtet, das sich hervorragend für eine Anlage zum Wassertreten eigne. Das Kneippbecken soll laut dem Landschaftsarchitekten so gestaltet werden, dass es auch für Rollstuhlfahrer erreichbar und benutzbar werde. Er denkt an eine Betonwanne, die in der Mitte mit einem Handlauf versehen wird.

Ursprünglich war überlegt worden, den Bach zu öffnen und das Kneippbecken mit diesem Wasser zu speisen. Da aber Oberflächenwasser in den Bach läuft und dieser auch sehr tief liegt, die Wasserqualität und die Temperatur nicht immer gleich sind, ist es dem Architekten zufolge besser, das Tretbecken mit temperaturkonstantem Grundwasser zu füllen.

Die Gemeinde will den Eingang zum Kurpark attraktiver gestalten. Der eine Weg werde, so der Planer, aufgelöst, der andere aufgewertet. Schelle dachte an eine Pergola. Er könne sich an dieser Stelle auch eine Art Treffpunkt, möglicherweise als Bouleplatz gestaltet, vorstellen. Schelle schlug zudem vor, die Steinmauer links vom Eingang aufzulösen und die Bepflanzung ebenerdig anzulegen. Die besonderen, historischen Steine können gemäß dem Planer an anderer Stelle als Sitzbänke und als Umrandung des Tretbeckens eine neue Funktion erfahren.

Die Bänke mit Betonfüßen und Holzauflagen sollen nach Ansicht von Schelle alle entfernt werden. Das Rondell im linken hinteren Bereich würde er ebenfalls zugunsten einer interessanten Schattenbepflanzung auflösen. Diese Ruhezone könnte durch mehrere Bänke unter den schönen großen Bäumen ergänzt werden.

Das Graslabyrinth soll nach Ansicht von Schelle bestehen bleiben. Die große Wiese soll nicht durch Einbauten zergliedert werden. Lediglich der Wiesenbelag könne so verändert werden, dass er dann, wie ein Sportrasen, besser begehbar sei. Zudem schlug der Landschaftsarchitekt vor, einige alte Birken durch eine neue Baumbepflanzung zu ersetzen. Auch sollten Sträucher entfernt werden. Wichtig sei der freie Blick in die Berge.

Nach dem Ortstermin diskutierten der Bau- und der Fremdenverkehrsausschuss die Planung in einer gemeinsamen Sitzung im Rathaus. Die Gremien gaben dem Planer neue Ideen und Vorschläge an die Hand, die er nun einzuarbeiten versucht. Unter anderem kam die Frage auf, ob die offene Holzständerpergola, die sich mit vielen Rankengewächsen verschönern lasse, verlegt wird, zumal der hierfür vorgesehene Salinenweg eine stark frequentierte Geh- und Radwegeverbindung ins Oberdorf darstelle. Auch über die Situierung des Schachbretts wie auch des Tretbeckens gab es verschiedene Meinungen.

Bürger haben das Wort

Schelle zeigte sich offen für neue Ideen und begrüßte auch die Bürgerbeteiligung, die am Dienstag, 30. März, im kleinen Saal, um 19.30 Uhr stattfindet. Schließlich soll der Kurpark möglichst allen Bürgern gefallen. Bürgermeister Rudi Jantke sprach von einem ersten Entwurf, der noch keine feste Planung darstelle.

Die geschätzten Kosten für diesen ersten Planentwurf belaufen sich auf rund 400.000 Euro. Allein für das Kneippbecken mit Anlage und Pumpe müsse die Gemeinde bereits rund 150.000 hinblättern.

tb/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Grassau

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser