Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Grassau

18 Fragen an Hans Genghammer (Freie Wählerschaft)

Will in Grassau Bürgermeister werden: Hans Genghammer (Freie Wählerschaft).
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Will in Grassau Bürgermeister werden: Hans Genghammer (Freie Wählerschaft).

Grassau - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Grassau wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Hans Genghammer (Freie Wählerschaft).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Genghammer Hans


2. Partei

Freie Wählerschaft Grassau

3. Alter

52

4. Wohnort

jetzt Heideweg 4a, 83224 Grassau, seit 2011, aber eigentlich schon immer in Mietenkam und Grassau (+ knapp 2 Jahre in Staudach)

5. Geburtsort

02.02.1969 in Traunstein

6. Familienstand

Verheiratet, seit 2004 mit Brigitte Genghammer-Rackl

7. Kinder

Lena (32 Jahre), Laura (25 Jahre), Lilli (15 Jahre), Livia (13 Jahre)

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Viele Entscheidungen, die über Jahre in Grassau getroffen wurden konnte ich als Gemeindebürger so nicht nachvollziehen und bei der Vorgehensweise der Gemeinde bezüglich der Ortskernsanierung in Mietenkam fand ich einiges fragwürdig. Aber kritisieren und `dagegen sein` war und ist nicht gerechtfertigt, wenn man nicht bereit ist sich politisch zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Also beschloss ich vor sechs Jahren, in Absprache mit meiner Frau und meinen Kindern, für den Gemeinderat zu kandidieren. Bei der Aufstellungsversammlung der Freien Wählerschaft Grassau stellte sich heraus, dass keine Partei einen Gegenkandidaten für das Bürgermeisteramt nominieren würde. Neben der Tatsache, dass ich mir schon damals vorstellen konnte, den Anforderungen des Bürgermeisteramtes gerecht werden zu können widersprach es meinem Demokratieverständnis keine Wahl zu haben. Die Freie Wählerschaft nominierte mich dann zum Bürgermeisterkandidaten und die Bürgerinnen und Bürger wählten mich in den Marktgemeinderat. Ich wurde Bauausschussmitglied, Schulverbandsrat, Mitglied im Ortsentwicklungsbeirat und Fraktionssprecher der Freien Wählerschaft Grassau. Für die Kommunalwahl 2020 gelang es uns nun erneut eine hervorragende Liste mit 20 engagierten Kandidaten zusammenzustellen, die bereit sind sich mit Herz und Hirn für unser Grassau einzusetzen und ich bin stolz wieder als Bürgermeisterkandidat der Freien Wählerschaft Grassau antreten zu dürfen.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Mein politisches Vorbild sind alle Menschen, die bereit sind sich eigene Gedanken zu machen, eine Meinung zu bilden und diese in der Öffentlichkeit vertreten.

10. a) Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune?

Grassau ist meine Heimat, hier bin ich geboren und hier möchte ich leben! Besonders gut gefällt mir der Michaelimarkt, wenn sich ganz Grassau trifft, ratscht, lacht, feiert, den Tag und das Leben genießt. Dann habe ich das Gefühl, wir sind alle eins.

10. b) Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Die vielseitigen Arbeitsplätze, Wohnmöglichkeiten, Freizeitangebote sowie die Natur und das sehr rege Vereinsleben.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich bin nicht perfekt, aber ich bin authentisch, empathisch, ehrlich und gerecht. Ich weiß nicht alles, aber ich weiß auch nicht alles besser und genau darin gründet für mich das Potential für die Umsetzung meiner wichtigsten politischen Ziele. Um etwas zu bewegen und zu verändern, möchte ich eine Anlaufstelle sein, die Sorgen, Nöte, Bedürfnisse, Ideen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen, ihnen auf Augenhöhe begegnen und sie mitnehmen in gemeinsame Zielfindungs- und Realisierungsprozesse. Ich möchte ein echtes, gemeinsames Miteinander in Grassau. Ich möchte, dass nicht über Bürger, sondern von und mit Bürgern entschieden wird, damit niemand das Gefühl hat, die Entscheidungen von `denen da oben in der Gemeinde` ertragen zu müssen, weil man glaubt eh nichts dran ändern zu können.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Ich möchte nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern natürlich auch und vor allem den Marktgemeinderat deutlich stärker in den aktiven politischen Meinungsbildunsprozess involvieren und integrieren. Setzen wir uns gemeinsam kurz-, mittel- und langfristige Ziele in möglichst vielen Bereichen der Gemeindepolitik, damit wir besonnen mit Weitblick agieren können und kurzfristige Reaktionen auf überraschende Bedürfnisse selten erforderlich werden. An dieser transparenten Planung und Zielfestlegung können wir uns messen und orientieren auf unserer gemeinsamen Suche nach bestmöglichen Sachlösungen für alle Grassauer, Mietenkamer und Rottauer.

13. Größte Herausforderung allgemein?

Es gibt sicherlich einige Herausforderungen in Grassau. Zum einen müssen bereits beschlossene Projekte, wie die Schulhaussanierung und der Neubau des Feuerwehrhauses in Rottau in Angriff genommen und realisiert werden. Zum anderen mutiert die in Punkt 15 beschriebene Mangelware `Bezahlbarer Wohnraum` für Einheimische zur dominierenden und größten Herausforderung in unserer Gemeinde.

Für die Zukunft sollten wir auch vielfältige Wege und Konzepte finden und kreieren, wie wir uns gegenseitig helfen und unterstützen können. Ein Beispiel hierfür könnte eine unbürokratische Dienstleistungsbörse sein, die eine persönliche Betreuung in den eigenen vier Wänden erleichtert, oder gar erst wieder ermöglicht. Natürlich sind hier viele weitere individuelle,flexible, praktische und vor allem unkomplizierte Modelle denkbar, die genau dort ansetzen und unterstützen, wo es nötig ist.

14. Drei wichtige Ziele für die nächsten sechs Jahre?

Stärken wir das Ehrenamt in allen nur erdenklichen Formen und Bereichen! Finden und realisieren wir vielfältige, innovative Lösungen im Streben nach Energieautarkie. Schaffen wir die Voraussetzungen für gute und sichere Arbeitsplätze und erhalten wir uns ein lebendiges Ortszentrum.

Setzen wir uns dabei kurz- , mittel- und langfristige Ziele, an denen wir uns messen und orientieren können, um besonnen und mit Weitblick zu agieren und achten wir bei all unseren Projekten und Vorhaben stets auf einen verantwortungsvollen und transparenten Umgang mit den Gemeindefinanzen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Im Bereich des `Bezahlbaren Wohnraums` gilt es individuell zugeschnittene, zukunftssichere Lösungsmodelle zu kreieren, damit Grassauer auch Grassauer bleiben können und unsere Kinder, Jugendlichen, Familien, Alleinerziehenden, Singles und Senioren diesbezüglich Perspektiven im Ort aufgezeigt und angeboten bekommen. Auch in diesem Bereich sollten wir uns gemeinsam Ziele setzen wie sich Grassau gerade hier entwickeln und verändern soll. Basierend auf Umfragen müssen wir entscheiden, welche Projekte wann, wie und wo realisiert werden können, denn natürlich achten wir, wie bereits erwähnt, bei all unseren Vorhaben stets auf einen verantwortungsvollen und transparenten Umgang mit unseren Gemeindefinanzen.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Wir befinden uns aktuell in einem Klimawandel! Allerdings haben wir uns per Definition schon immer in einem Klimawandel befunden, denn das Klima ist definiert als die Zusammenfassung der Wettererscheinungen an einem bestimmten Ort im allgemeinen über einen Zeitraum von 30 Jahren. Das Klima ist abhängig von einer Vielzahl verschiedener Klimafaktoren und klassifiziert als Makroklima verschiedene Klimazonen auf der Erde. Erdgeschichtlich wechselten sich schon immer Wärmeperioden mit Eiszeiten ab und welche Klimafaktoren (Sonne, Vulkanismus, Treibhausgase, Albedo, Wolkenbildung, …...) wann, wie und warum, für welche Klimaperiode verantwortlich waren, lässt sich nur schwer rekonstruieren aber die Erde hat es schon ohne Mensch geschafft, dass in der Luft erheblich mehr CO2 nachweisbar war, als heute und eine weit höhere Durchschnittstemperatur herrschte. Die von `Al Gore` in seinem Film `Eine unbequeme Wahrheit` proklamierten und in wissenschaftlichen Klimamodellen prognostizierten, klimatischen Ereignisse sind so jedenfalls größtenteils nicht eingetroffen. Der Klimafaktor Mensch ist nun in der öffentlichen Meinung hauptverantwortlich für alle nur erdenklichen Wettergeschehen und Klimaereignisse. Wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, herrscht unter Wissenschaftlern kein Konsens und während das durchaus politisch geprägte IPCC (Weltklimarat) versucht den anthropogenen Klimawandel zu beweisen, sprechen Kritiker von Klimahysterie und staatlich verordneten Denkverboten. Die CO2-Steuer haben wir jedenfalls sicher, deutlich sicherer als die Tatsache, dass CO2 hauptverantwortlich für unseren Klimawandel ist. Wenn wir auch das Klima definitionsbedingt nicht schützen können, so müssen wir auf jeden Fall unsere Umwelt schützen, verantwortungsbewusst mit den Ressourcen umgehen und wir sollten vielfältige und innovative Lösungen im Streben nach Energieautarkie, sowohl in der Wärmeversorgung, als auch in der Stromgewinnung suchen, finden und realisieren. Setzen wir uns diesbezüglich gerne und bewusst große Ziele und machen wir uns auf den Weg, wobei der Weg nicht steinig sein muss, sondern Spaß machen darf und explorativ sein kann!

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung:

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und die neue Düngeverordnung sind wichtige Themen, die uns alle betreffen und ich kann die Proteste der heimischen Landwirte durchaus nachvollziehen. Problematisch erscheint mir die Thematik adäquat, objektiv und gerecht zu durchdringen, um schlussendlich praxisorientierte Ansatzpunkte zu entwickeln. Die oberste Düngeregel sollte lauten: ´Wer Wasser schützt, muss unterstützt werden. Wer Wasser mit Nitrat verschmutzt, muss seine Produktion verändern!` Deutschland wurde im Juni 2018 vom Europäischen Gerichtshof zur wirksamen Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie innerhalb von 24 Monaten verurteilt, 27(!) Jahre nachdem das EU-Gesetz in Kraft trat und 25(!) Jahre nachdem es in wirksames nationales Recht hätte umgesetzt werden müssen. Trotz der Drohung aus Brüssel, schlechter Wasserwerte und der Kenntnisse aus der Forschung (= zu viele Tiere auf zu wenig Fläche und zu viel Kunstdünger!) orientieren wir uns nicht konsequent am Verursacherprinzip. Wir benötigen klare Regeln, nach denen nur so viele Tiere auf der jeweiligen Fläche gehalten werden, wie Böden und Gewässer verkraften. Unser gemeinsames Ziel kann diesbezüglich nur lauten unser Wasser wirksam zu schützen und in Zukunft darauf hinzusteuern zu hohe Viehdichten abzubauen und den Mineraldüngereinsatz zu begrenzen. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU wird darüber entscheiden, ob der dringend erforderliche Umbau der Landwirtschaft gelingt, `Klima`- und Umwelt geschützt werden und ob bäuerliche Betriebe eine Zukunft haben. Die Politik steht hier vor einer entscheidenden Weichenstellung im Hinblick auf den Arten- und Natur-, insbesondere auch den Bienen- und Insektenschutz. In Brüssel muss darauf gedrängt werden, dass Steuergeld künftig in erster Linie die Bauern unterstützt, die Bienen, `Klima` und Umwelt schützen, anstatt pauschal Landbesitz zu belohnen. Wir können als Gemeinschaft der Verbraucher handeln und Druck erzeugen, indem wir verstärkt ökologisch produzierte, heimische Produkte kaufen und als Gemeinde sollten wir unser bestehendes Ökomodell Achental diesbezüglich bereitwillig und zielgerichtet fördern. Als Wähler müssen wir genau beobachten, wer sich in Brüssel für was entscheidet!

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Die Ziele der Freien Wählerschaft Grassau sind meine Ziele und unser Motto steht für mein Programm: `Mit Herz und Hirn für unser Grassau!`

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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