Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Grassau

18 Fragen an Mehdi Akbari (UGL)

Bürgermeisterkandidat in Grassau: Mehdi Akbari (UGL).
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Bürgermeisterkandidat in Grassau: Mehdi Akbari (UGL).

Grassau - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Grassau wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Mehdi Akbari (UGL).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Mehdi Akbari


2. Partei

Unabhängige Grassauer Liste (UGL)

3. Alter

66

4. Wohnort

Grassau seit 1986

5. Geburtsort

Teheran

6. Familienstand

Verheiratet

7. Kinder

2 erwachsene Kinder (36 und 34)

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Seit 2000 aktiv in der Gemeindepolitik und seit 2008 bis jetzt im Gemeinderat für die UGL

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Keine

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Grassau ist durch das Vereinsleben, die Tradition und die freundlichen Bürger ein Ort in dem ich gerne lebe. Dazu kommt die Vielfalt der Natur und seine besonders schöne Lage im Achental.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Seit mehr als 20 Jahren bin ich in der Kommunalpolitik tätig. Davon 10 Jahre als Gemeinderat. Ich bin sehr tolerant und offen gengenüber andere Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen und unterstütze die Vielfältigkeit der Gesellschaft. Anders Sein ist normal und bereichert unser Gemeinwesen. Mit Menschen kann ich gut umgehen und motivieren mitzumachen. Teamarbeit ist für mich die Grundlage für eine erfolgreiche lösungsorientierte Kommunalpolitik. Aus meinem Berufsleben in Führungspositionen bringe ich umfangreiche Führungserfahrung mit in die Tätigkeit eines Bürgermeisters. Ich stehe zu meinem Wort und meinen Entscheidungen.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Nach meiner Meinung wurden die Bürger zu wenig in wichtige Entscheidungen der Gemeinde eingebunden. Als Beispiele nenne ich die eigenmächtige Entscheidung für das Seniorenwohnheim, die mangelnde Transparenz bei der Entwicklung des Gewerbeparks und als drittes die Entscheidung des Markt Gemeinderates für ein Baugebiet in Rottau, obwohl die Bürger dagegen gestimmt haben. Für den Umwelt-, Natur- und Artenschutz wurde viel zu wenig getan. Das Ökomodell Achental ist zwar ein guter Ansatz, aber es reicht nicht. Wir haben noch nicht einmal Ladepunkte für Elektroautos. Die Marktgemeinde Grassau ist die einzige Gemeinde im Achental, die noch keine öffentliche E-Ladestation hat. Diesbezüglich hatte UGL einen Antrag gestellt, den leider der Gemeinderat abgelehnt hat Umwelt, Natur und Artenschutz muss in der künftigen Gemeindepolitik den höchsten Stellenwert haben. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Grassau einen Klimamanager bekommt. Mit seiner Hilfe wollen wir herausfinden welche Maßnahmen geeignet sind, um Grassau zur klimaneutralen Gemeinde zu machen. Ich will dieses Ziel bis zum Jahr 2025 erreichen. Ich werde unsere Bürger künftig bei wichtigen Entscheidungen der Gemeinde mehr mit einbeziehen. Sie sollen auch nach der Wahl die Möglichkeit haben mitzureden. Zum Beispiel beim wichtigen Thema der Ortsentwicklung. Da gibt es immer noch keinen langfristigen Plan, obwohl wir schon das seit Jahren fordern.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die größte Herausforderung wird sein, dass wir die Umstellung, die aus Klimaschutzgründen für alle notwendig werden wird, gemeinsam und für alle gleichermaßen sozial tragbar bewältigen. Diese Änderungen werden jeden betreffen und wir müssen alles tun, dass auch unsere Kinder eine lebenswerte Zukunft haben. Der neue Marktgemeinderat wird unter meiner Führung gemeinsam mit den Bürgern ein Ortsentwicklungsplan Grassau 2035 erstellen. Alle Bürger sind herzlich dazu eingeladen unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  • Als Bürgermeister werde ich sofort den Prozess zu einer klimaneutrale Marktgemeinde Grassau 2025 starten. 
  • Aktuell muss eine Lösung mit den Investoren für die Umgestaltung des Gewerbeparks in moderne Gewerbe- und Wohnflächen gefunden werden die in die langfristige Ortsentwicklung passt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger werde ich bei der Planung mit einbeziehen. 
  • die ehrenamtliche Arbeit unserer Mitbürger durch die Gemeinde besser unterstützt wird und dass die Integration von Menschen verschiedener Kulturen in unserer Gemeinde gefördert wird. Dafür werde ich im Rathaus die Stelle eines Bürger- und Integrationsbeauftragten schaffen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Bezahlbare Wohnungen und Baugrundstücke zu finden, ist auch in Grassau ein Problem geworden. Der Grund dafür liegt in den sehr stark gestiegenen Baulandkosten. Die bisherige Siedlungspolitik mit vorwiegend Einfamilien- und Doppelhäusern muss kritisch hinterfragt werden auch mit Blick auf die endliche Ressource Boden. Das Bauen sollte verdichtet werden, ohne dass die Wohnqualität darunter leidet. Da können innovative Wohnkonzepte helfen sozialausgewogene Lösungen zu finden. Ich möchte dafür mit engagierten Planern zusammenarbeiten und mich zusammen mit Gemeinderäten und Bürgern von guten Beispielen inspirieren lassen. Um das durchzusetzen ist es zusätzlich notwendig, dass der Markt Grassau vermehrt Grundstücke erwirbt und auch selbst als Bauherr und Vermieter auftritt. Nur so können langfristig günstige Mieten für unsere Bürger garantiert werden.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Der Klimaschutz ist auch mir das wichtigste Thema, weil ich sehr besorgt um unsere und die Zukunft unserer Kinder und Enkel bin. Als Bürgermeister werde ich sofort den Prozess zu einer klimaneutrale Marktgemeinde Grassau 2025 starten. Ein paar konkrete Beispiele kann ich schon nennen: 

  1. die Energieversorgung unserer Gemeinde konsequent auf erneuerbare Energien umstellen. Das Fernwärmenetz weiter ausbauen 
  2. Die Flächenversiegelung stoppen, falls möglich Flächen der Natur zurückgeben. 
  3. Grünflächen der Gemeinde zu ökologisch wertvolleren Flächen machen und den Bürgern ein positives Beispiel für ihre Gärten geben (Blühende Wiesen) 
  4. Ökologische Landwirtschaft unterstützen 
  5. Ich will mich mit den Nachbargemeinden im Achental zusammensetzen, um gemeinsam eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs zu erreichen 
  6. Bürgerbus, Rufbus und Carsharing als energiesparende Mobilitätsalternative zum privaten PKW einrichten 
  7. Ich werde mehr, und vor allem sicherere Radwege schaffen

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Der enorme Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ zeigt, wie wichtig unserer Bevölkerung der Schutz unserer Natur ist. Das Land Bayern hat darauf inzwischen reagiert und angefangen, in der Verfassung das Naturschutzgesetz um einige Paragraphen und Verordnungen zu ergänzen. Damit werden die Möglichkeiten zum Schutz der Natur erweitert. Allerdings handeln müssen die Gemeinden selbst. Und das werden wir zum Schutz der Natur in einer engen Zusammenarbeit mit den Landwirten in jedem Fall tun. Das Beratungsangebot des Landkreises werde ich gerne in Anspruch nehmen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Wir leben in einer Zeit, die uns aufgrund der Klimaveränderung kommunal wie auch privat vor neue Herausforderungen stellt. Die Gemeindepolitik muss sich dem stellen und neue Lösungen finden. Die Anforderungen an den Natur-, Klima- und Artenschutz werden unsere kommunalen Entscheidungen viel stärker prägen als in der Vergangenheit. Ein Weiter so wie bisher wird es mit mir als Bürgermeister nicht geben. Die Zeiten verlangen neue kreative Ideen und Lösungen. Ich wünsche mir als Bürgermeister für meine zukünftige Arbeit, dass wir im Gemeinderat mit gegenseitiger Achtung und in großer Verantwortung für unsere Gemeinde die richtigen Entscheidungen zum Wohle unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger und für unsere Umwelt treffen. Ich werde auch nach der Wahl für unsere Bürger da sein. Ich werde ein offenes Ohr für Ihre Anliegen haben und sie in die Entscheidungen über die Zukunft unserer Gemeinde mit einbeziehen. Dafür wünsche ich mir einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander. Gehen Sie zur Kommunalwahl 2020 und stärken Sie unsere Demokratie mit Ihrer Stimme. Wir brauchen Sie!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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