Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Grassau

18 Fragen an Stefan Kattari (SPD)

Bürgermeisterkandidat für Grassau: Stefan Kattari (SPD).
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Bürgermeisterkandidat für Grassau: Stefan Kattari (SPD).

Grassau - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Grassau wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Stefan Kattari (SPD).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Stefan Kattari


2. Partei

SPD

3. Alter

37

4. Wohnort

Grassau, seit ich zwei Jahre alt bin. Meine Eltern sind Grassauer und haben zwischenzeitlich in Übersee gewohnt.

5. Geburtsort

Prien a.Ch.

6. Familienstand

verpartnert

7. Kinder

keine

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Die Bürgerinnen und Bürger haben mich 2014 unerwartet von einem hinteren Listenplatz in den Marktgemeinderat gewählt. Seit 2017 vertrete ich die SPD-Fraktion als Sprecher.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Helmut Schmidt, Florian von Brunn, Fritz Irlacher und Rudi Jantke

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich lebe, wohne und arbeite in Grassau, hier lebt meine Familie. Ich mag, wie die Bürgerinnen und Bürger bei den größeren und kleineren Festen mit anpacken. Und mir gefallen die Märkte in Grassau. Der Michaelimarkt war für mich als Kind ein Höhepunkt des Jahres, später bin ich dann mit meinem eigenen Marktstand selber ein Teil der Grassauer Märkte geworden.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Das entscheiden die Wählerinnen und Wähler. Eine Aussage von mir finde ich anmaßend.

12.  Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Grassau hat ein herausragend gutes politisches Klima. Die offene Zusammenarbeit über alle Fraktionen hinweg begeistert mich, seit ich vor sechs Jahren Marktgemeinderat geworden bin. Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, diese Offenheit weiterzuführen!

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Generell ist Wohnen derzeit eines der brennendsten Themen. Ich habe bereits im September ein Bündel von Maßnahmen für die nächsten Jahre vorgeschlagen: Mietwohnungen im Eigentum der Gemeinde, maßvolle Ausweisung von Einheimischenbauland, Eigentumswohnungen im Einheimischenmodell, Mehrgenerationen-Wohnen und weitere Verringerung der Zweitwohnungen. Konkret stellt der Gewerbepark die größte Herausforderung im Gemeindegebiet dar. Hier möchte ich die Entwicklung weiter vorantreiben und eine Neubelebung mit möglichst vielen Arbeitsplätzen am Ort erreichen.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Es geht immer um Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger. 

  1. Die vielen sozialen Angebote der Gemeinde Grassau will ich weiterführen und wo es möglich ist ausbauen und mich für die Sicherheits- und Rettungseinrichtungen einsetzen. Dazu gehören allen voran die Feuerwehren, Polizei, Rettungsdienst, Notarzt und Bergwacht, im sozialen Bereich die Familienstelle, ein(e) Senioren- und Behindertenbeauftragte(r), der Jugendtreff, aber natürlich auch die Kinderbetreuungseinrichtungen, die Bücherei, die Musikschule und die Jugendarbeit in den Vereinen. 
  2. Grassaus Vorreiter-Rolle im Umweltschutz möchte ich mit umweltfreundlicher Nahwärmeversorgung für die Ortsteile Rottau und Mietenkam ausbauen. Ich werde weiterhin wie bereits seit vielen Jahren gemeindeeigene Flächen artenreicher machen. 
  3. Die Ehrenamtlichen verdienen unseren größten Respekt – und dazu beste Unterstützung durch die Gemeinde. Der Markt Grassau unterstützt seit Jahrzehnten seine Vereine in vorbildlicher Weise. Ich will eine Ehrenamtsstelle im Rathaus einrichten, die insbesondere die Vereinsvorstände ganz praktisch bei der Bewältigung der zunehmenden Bürokratie unterstützen soll.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Grassau hat bereits die Weichen in die meiner Meinung nach richtige Richtung gestellt: Im neuen Baugebiet an der Kaiserblickstraße wird die Gemeinde barrierefreie Mietwohnungsgebäude errichten, Grundstücke im Einheimischenmodell vergeben und erstmals auch Eigentumswohnungen im Einheimischenmodell anbieten. Für die Zukunft will ich weitere Mietwohnungen, die dauerhaft in Gemeindehand bleiben, denn nur so können wir bezahlbare Wohnungen anbieten und gleichzeitig entscheiden, an wen wir als Gemeinde vermieten. Mehrgenerationen-Wohnen will ich unterstützen. Ich sehe darin die große Chance, dass junge und ältere Mitbürger vor Ort bleiben können. Mit der deutlichen Erhöhung der Zweitwohnungssteuer hat der Grassauer Gemeinderat im Januar das richtige Zeichen gesetzt und geht konsequent weiter gegen Zweitwohnungen vor. Das unterstütze ich nachdrücklich!

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Ich bin Biologe, mit Natur- und Klimaschutz kenne ich mich aus. Beide Themen finden sich an vielen Stellen in meinem Wahlprogramm: Bei der Forderung nach Nahwärmeversorgungen für die Ortsteile Rottau und Mietenkam und beim Ziel, die Gemeindeverwaltung selbst klimaneutral werden zu lassen und die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, aber auch dann, wenn es um Arbeitsplätze vor Ort oder den Erhalt der Einkaufsmöglichkeiten geht, denn kurze Wege tragen zum Klimaschutz bei. Den EDEKA-Markt müssen wir im Ortszentrum halten. Mit einem Verkehrskonzept möchte ich genau diesen Aspekten der Mobilität Rechnung tragen und Radwege ausbauen, den öffentlichen Nahverkehr stärken und für Alternativen, etwa Carsharing oder einen Bürgerbus sorgen. Damit stärken wir gleichzeitig unsere Position als Ort mit sanftem Tourismus. Die energetische Sanierung der gemeindlichen Gebäude ist ein weiterer wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Aktuell steht dies bei den großen Gebäuden der Grund- und Mittelschule an. Die gemeindeeigenen Dächer sind mittlerweile komplett mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Das sollte auch für alle neuen Gebäude im Gemeindebesitz so sein.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Seit vielen Jahren suche ich als Biologe das Gespräch mit Landwirten und weise öffentlich darauf hin, dass einseitige Schuldzuweisungen – egal in welche Richtung – nicht zur Lösung des eigentlichen Problems beitragen. Wesentlich ist für mich, die kleinbäuerliche Struktur unserer Region zu erhalten, denn ohne die kleinen Höfe (und selbst die größeren Höfe bei uns sind im bayern- und deutschlandweiten Vergleich klein!) wird sich unsere geschätzte Kulturlandschaft verändern, mit unabsehbaren Folgen für die Artenvielfalt, genauso aber auch für Wirtschaftszweige wie den Tourismus in der Region. Mein Ziel ist deshalb, dass die kleinteilige Landwirtschaft für ihre hochwertigen Produkte ebenso wie für ihre Leistungen im Bereich der Landschaftspflege gerechte Einnahmen erzielen kann. Mit unserem Konsumverhalten tragen wir alle dazu bei, wie die Landschaft um uns herum aussieht. Die Gemeinde, besser noch mehrere Gemeinden, etwa im Ökomodell Achental, kann hier bei der Vermarktung der regionalen Produkte Unterstützung leisten.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Bitte kommen Sie zur Wahl! Demokratie lebt vom Interesse und von der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Und bitte belassen Sie es nicht allein bei der Stimmabgabe, sondern treten Sie auch in den nächsten Jahren für Ihre Überzeugungen ein. Überlassen Sie das Feld nicht allein einer lauten Minderheit, die vehement nur für ihre eigenen Interessen trommelt. Alle Meinungen sind wichtig.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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