"Links bergauf" mit Blick über den Tellerrand

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Stefan Kattari jun. gibt Erläuterungen zur durchwanderten Natur. Im Vordergrund der frühere Bundestagsabgeordnete Hermann Schätz. Im Hintergrund rechts mit rotem Rucksack und Sonnenbrille Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek

Grassau/Marquartstein - Jedes Jahr unternimmt die Graussauer SPD eine Bergwanderung auf die Staffenalm. Besondere Gäste waren die Bundestagsabgeordneten Kaczmarek und Kofler:

Bei der traditionellen Wanderung der Grassauer SPD meinte es das Wetter mehr als gut: trotz über 30 Grad im Schatten fanden sich jedoch wieder viele Teilnehmer aus dem ganzen Landkreis ein, um von der Talstation in Piesenhausen zur Staffenalm aufzusteigen. Gleich zwei Bundestagsmitglieder waren mit von der Partie: Bärbel Kofler, die in Ihrem Wahlkreis heuer bei sechs Wanderungen dabei ist und als Gast konnten die Grassauer diesmal den Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek aus Unna begrüßen. „Da ich seit fünf Jahren mit meinem roten Rucksack durch meinen Wahlkreis wandere, wollte ich „Links bergauf“ unbedingt kennen lernen. Ich bin sehr beeindruckt und nehme viele Anregungen mit zurück ins Ruhrgebiet.“ So waren diesmal auch bundespolitische Themen Schwerpunkt der Gespräche – ein Blick über den Tellerrand.

Kaczmarek, Mitglied im Bildungsausschuss des Bundestages, berichtete, dass sich die Koalition Ende Mai auf zusätzliche Bildungsinvestitionen geeinigt habe. Gewinner seien die jungen Menschen. „Mit unserer Bildungspolitik setzen wir einen Schwerpunkt in der großen Koalition: wir investieren in die Kinderbetreuung vor Ort und in unsere Hochschulen sechs Milliarden Euro zusätzlich“, so der Bundestagsabgeordnete.

Ein anderes intensiv diskutiertes Thema war der Mindestlohn. Mit der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns habe die SPD einen historischen Meilenstein gesetzt, sagte Bärbel Kofler. Wer arbeite, müsse davon auch leben können und später auch als Rentner sein Auskommen haben. „Rund neunzehntausend Menschen im Landkreis Traunstein profitieren vom Mindestlohn, etwa Zehntausend im Berchtesgadener Land“ zitierte Kofler aus einer Studie der Gewerkschaften ver.di und NGG.

Aber auch die kommunalpolitischen Themen kamen nicht zu kurz. Vor einem Jahr wurde bei der Bergwanderung die unverständliche Forderung der Aufsichtsbehörden angesprochen, erinnerte Xaver Schreiner, dass die Belieferung des Heizwerks mit Holz europaweit ausgeschrieben werden muss. Begründet wurde dies mit dem Wettbewerbsrecht. Demgegenüber vertrat aber die Marktgemeinde Grassau die Meinung, dass ein Ziel des Heizwerks gerade auch sei, den Rohstoff aus dem Achental zu gewinnen, so dass die Wertschöpfung auch in der Region verbleibe. Auf Initiative der Grassauer SPD beschloss der Marktgemeinderat dann, sich an die Bundestags- und Europaabgeordneten zu wenden mit dem Ziel, derartige regionale Wertschöpfungen zu fördern und auch regional die Belieferung auszuschreiben. Jetzt habe sich gezeigt, dass dieses Engagement belohnt wurde. Nun wurde der Gemeinde mitgeteilt, dass auf eine europaweite Ausschreibung verzichtet werden könne, so Schreiner. Trotz aller Bedenken vor dem Start einer solchen Initiative, zeigte sich wieder, wie wichtig es ist, dass sich die Kommunen gegen unsinnige Regeln zur Wehr setzen, betonte ergänzend Herbert Gschöderer.

Die Mühe habe sich gelohnt, stellte der Ortsvereinsvorsitzende Dieter Hahn fest, „es ist einfach wichtig, sich auszutauschen und den Blick mal aus dem eigenen Umfeld heraus zu heben.“ Er dankte den Gästen und vor allem Stefan Kattari jun., der den schweißtreibenden Aufstieg immer wieder mit interessanten Beiträgen über die durchwanderte Natur zu unterbrechen und zu bereichern wusste.

Olaf Gruß

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