Einige kritische Anmerkungen

Das sagt Bürgermeister Jantke zu den Umfrage-Ergebnissen in Grassau

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Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke hat sich nun zu den Ergebnissen unserer Umfrage geäußert.
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Grassau - Inzwischen hat die Redaktion von chiemgau24.de eine Stellungnahme von Bürgermeister Rudi Jantke (SPD) zu den Ergebnissen unserer Umfrage in dieser Woche erreicht. 

Die Stellungnahme von Bürgermeister Rudi Jantke:

"Ich freue mich, dass die Online-Umfrage zu Grassau so überwiegend positiv ausgefallen ist - auch wenn diese natürlich nicht repräsentativ sein kann. Zu den kritischen Stimmen: 

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum für Einheimische:

Wir haben unbestreitbar ein Problem auf dem Wohnungsmarkt. Bereits seit Jahrzehnten gibt es bei uns das sogenannte "Einheimischen modell", schon 1992 wurde vom damaligen Marktgemeinderat der Beschluss gefasst, dass neues Bauland nur mehr im Rahmen derartiger Modelllösungen ausgewiesen wird. Seither haben sehr viele junge, einheimische und bedürftige Familien Grundstücke zu vergünstigten Preisen erhalten um sich ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. 

Aber gerade im Bereich der bezahlbaren Wohnungen auf dem Mietmarkt spitzt sich die Situation mehr und mehr zu. Deshalb sind im gemeindlichen Haushalt seit 2016 1,1 Mio Euro eingeplant um selbst sozialen Wohnungsbau verwirklichen zu können. Die Gemeinde verfügt derzeit aber noch nicht über das passende Grundstück. Bei den Verhandlungen mit den neuen Eigentümern des Gewerbeparks wird es bei der Überplanung des Areals auch um die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen gehen. 

Sicherheitgefühl hat sich verringert:

Ich bedauere, dass sich für Einige das Sicherheitsgefühl in der Gemeinde verschlechtert hat, kann dies aber nicht nachvollziehen. Bei einem erst kürzlich mit den Leitern der Polizeiinspektion Grassau durchgeführten Gespräch hat sich ein ganz anderes und sehr erfreuliches Bild der Sicherheitslage ergeben. Ich kann nur vermuten, dass die Verunsicherung dieser Bürgerinnen und Bürger der allgemeinen Angst- und Panikmache des um sich greifenden Populismus entstammt. 

Ortsdurchfahrt Mietenkam für Radfahrer in Richtung Übersee schlecht geeignet:

Einen Geh- und Radweg ausreichender Breite entlang der Kreisstraße durch Mietenkam zu schaffen ist nur dann möglich wenn die dazu notwendigen Flächen von den Eigentümern zur Verfügung gestellt werden. Im Bereich der durchgeführten Sanierung der Ortsmitte wurden die Seitenflächen bereits in ausreichender und sogar noch darüber hinaus gehender Breite angelegt. Für die Querung der Kreisstraße wurde eigens eine Ampelanlage errichtet. Mehr ist derzeit nicht möglich. 

Ein viel größeres Problem ist meines Erachtens,dass es dem Landkreis Traunstein nicht gelingt, ab Mietenkam, also auf Gemeindegebiet Übersee, einen Geh- und Radweg entlang der Kreisstraße zu verwirklichen. Auch hier scheitert es an der Bereitschaft der Eigentümer, Flächen für den Radweg abzutreten. Es gibt jedoch auch alternative Radwege von Grassau Richtung Übersee - allerdings mit dem Nachteil, dass diese nicht straßenbegleitend und deshalb auch etwas länger sind. 

Kein Baumarkt:

Dem Konzept der Eigentümer des Gewerbeparks, dort einen Baumarkt zu errichten, wurde vom Marktgemeinderat mit großer Mehrheit zugestimmt. Wir warten auf die Planungen und die Umsetzung. Übrigens hat eine vom Markt Grassau in Auftrag gegebene Untersuchung zur Einzelhandelsentwicklung ergeben, dass sich ein Baumarkt nicht negativ auf den Einzelhandel in der Ortsmitte auswirken würde. 

Arbeitsweise des Winterdienstes:

Der Winterdienst in Grassau, Rottau und Mietenkam wird von unseren Bauhofmitarbeitern und zusätzlich von drei externen Firmen in hervorragender Weise erledigt. Das entspricht zumindest den Rückmeldungen, die ich aus der Bürgerschaft bekomme. Natürlich ist der Winterdienst immer eine sensible Angelegenheit. Aber gerade hier gilt wie in vielen Bereichen der Kommunalpolitik: "Allen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann!"

Fazit:

Etwas enttäuscht bin ich, dass keine oder wenig Rückmeldungen zum großen Engagement der Gemeinde in den Bereichen Schule, Bildung, Sport, Familie und bei den erneuerbaren Energien eingegangen sind. Gerade das sind die Themen die die Gegenwart aber noch mehr die Zukunft bestimmen. Dennoch freue ich mich, wie bereits erwähnt über die vielen positiven Stimmen und bedanke mich für das Interesse am Markt Grassau!

Rudi Jantke

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