Ortsmitte: Kein leichtes Unterfangen

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Grassau - Kein leichtes Unterfangen ist die Neugestaltung der Ortsmitte Mietenkam, wie sich in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung zeigte.

Sowohl im April wie auch im Juni tagte der "Mietenkam-Beirat", da immer wieder Neuerungen auftauchen. Vor allem die Situierung der Garagen, die für den Neubau des Gasthauses erforderlich war, war problematisch. Hier wurde aber im ehemaligen Biergarten eine Lösung gefunden.

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Im Ersatzbau für den Gasthof Kampenwand soll im Erdgeschoss ein Dorfladen, ein Café und ein öffentlicher Versammlungsraum errichtet werden. Diese Räumlichkeiten wird die Gemeinde von den Eigentümern für diese Zwecke mieten. Der vom Rat bereits genehmigte Vorbescheidsantrag wurde zurückgezogen, da eine Bebauungsplanänderung besser erscheint. Ein Vorvertrag, der die Bedingungen zur Anmietung des Erdgeschosses regelt, werde ausgefertigt, so Bürgermeister Rudi Jantke in der Sitzung. Im Norden werde die Gemeinde ein Grundstück erwerben, um den geplanten Dorfplatz realisieren zu können.

Verhandlung mit Eigentümer positiv

Die Verhandlung mit dem Eigentümer des Gasthauses sei sehr positiv, betonte der Rathauschef. Auch mit den östlichen Grundstückseigentümern sei die Gemeinde in Verhandlung, wobei diese mittlerweile einen eigenen Planer, Professor Sampo Widmann aus München und einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben. Widmann habe auch einen Planentwurf nach den Wünschen der Eigentümer eingereicht, dem aber nicht zugestimmt werden kann, da zum einen die neue Zufahrt am Scheitelpunkt der Kurve liege, eine zwei Meter hohe Mauer entlang des Grundstücks als Einfriedung vorgesehen sei, der von der Gemeinde gewünschte Grünstreifen zwischen Gehweg und Straße fehle und anstelle des vorgesehenen Projektes "Mehrgenerationenhaus" drei Bauparzellen für Doppel- und Einzelhäuser vorgesehen seien. Eine Ausweisung von Bauland müsse aber an ein Vorhaben des öffentlichen Gemeinbedarfs gebunden bleiben.

Der gemeindliche Planer, Professor Helmut Bielenski, hatte angeboten, sich mit Widmann in Verbindung zu setzen. Ein Ergebnis sei, so Jantke, dass die Zufahrt nun nicht mehr im Scheitelpunkt liege. Nach wie vor sei aber eine Zufahrt über gemeindlichen Grund geplant, was nicht akzeptiert werden könne. Ebenfalls unakzeptabel sei die hohe Mauer. Hans Münch (CSU) schlug vor, auch die beteiligten Eigentümer zu den Gesprächen hinzuziehen. Wie der Rathauschef betonte, sei man ständig im Gespräch. Allerdings müsse man auch wissen, mit wem zu verhandeln ist, zumal die östlichen Eigentümer einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben.

Doris Noichl (CSU) erkundigte sich, ob ohne Realisierung des Mehrgenerationenhauses auch weiterhin die Städtebauliche Förderung möglich sei. Laut Jantke stehe die Schaffung einer Infrastruktur mit Versammlungsraum, Café und Dorfladen im Vordergrund und er denke nicht, dass dieses Mehrgenerationenhaus Einfluss auf die Förderung habe. Dies werde aber bei einem Gespräch mit der Regierung noch geklärt.

Den Ersatzbau des Gasthofes wie auch die Situierung der Garagen erläuterte Planer Hans Hertreiter. Aus Kostengründen werde der Gasthof nicht erhalten, sondern abgerissen und an Ort und Stelle mit den gleichen Ausmaßen und dem markanten Aussehen wieder errichtet. Das nördliche Wohnhaus werde an die Gemeinde verkauft, damit hier der Dorfplatz entstehen kann.

Bäume mit Ultraschall untersucht

Probleme habe die Situierung der Garagen und Stellplätze ergeben, so der Planer. Im Obergeschoss des Gebäudes sollen sechs Wohnungen entstehen und hierfür werden neben sechs Garagen auch sechs Stellplätze benötigt. Laut Planer könnten die Garagen im ehemaligen Biergarten entstehen. Allerdings stehen hier markante Bäume, darunter eine Eiche und drei Kastanien. Jantke fügte hinzu, dass die Bäume vom Kreisfachberater Georg Unterhauser mit einem Ultraschallgerät untersucht worden seien. Eine Kastanie sei "sehr marode", die weiteren beiden weisen Schäden auf, seien aber noch standhaft. Die Eiche wie auch die Linde im Eck seien gesund. Birken werde innerorts auf Grund des hohen Allergiepotenzials nicht mehr gepflanzt. Um die Garagen situieren zu können, werde es erforderlich, zwei Kastanien zu fällen, wobei bei einer ohnehin die Standfestigkeit in Frage gestellt ist. Für die weitere Kastanie wurde eine Ersatzpflanzung gefordert. Die Eiche wie auch die Linde bleiben erhalten.

Laut Architekt Hertreiter wird das Gebäude barrierefrei gebaut, so dass ohne Stufe in das Haus gelangt werden kann.

Verwaltungschef Robert Höpfner fügte hinzu, dass entlang des Gebäudes Längsparkplätze geschaffen werden. Diese seien aber nur möglich, so Jantke, wenn die Straße verschoben werden kann. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite werden zudem weitere sechs Stellplätze angelegt. Einhellig akzeptierte der Rat die Änderungen im Bebauungsplan.

tb/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © Tamara Eder

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