Grünes Licht für Sprengstofflager

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Staudach-Egerndach - Nach längerer Beratung hat der Gemeinderat Staudach-Egerndach grünes Licht für ein Sprengstofflager im Gemeindegebiet gegeben.

Eine Gefahr für die Bevölkerung werde von dem Lagerplatz nicht ausgehen, hieß es als Begründung am Ratstisch. Die Bedingungen des Gewerbeaufsichtsamtes würden zu 100 Prozent erfüllt, die Sicherheitsvorkehrungen seien "gewaltig".

Der Vorbescheid zum Neubau eines Sprengstofflagers wurde genehmigt, der Bauantrag dann aber im September abgelehnt, da von einer erheblichen Sprengstoffmenge ausgegangen wurde, informierte Bürgermeister Hans Pertl. Nachdem nun aber nur eine geringe Menge gelagert werden soll, beriet der Rat erneut und entschied sich in seiner jüngsten Sitzung für einen positiven Bescheid.

Man sei ursprünglich von einer Lagermenge von 1000 Kilogramm ausgegangen, informierte der Rathauschef und dies sei dem Gremium zu viel gewesen. Im Antrag sei von einem Tresor mit einem Fassungsvermögen von 1000 Kilogramm die Rede gewesen. Laut Aussage der Firma werde aber nur eine Menge von höchstens 250 Kilogramm bevorratet.

Im Vergleich hierzu, so Pertl, lagern im Steinbruch mehrere Tonnen. Er meinte, dass 250 Kilogramm tragbar seien. Was Sicherheit und Vorschriften betreffen, bestehen keine Bedenken.

Laut Evi Pöschl sei grundsätzlich zu klären, ob ein Sprengstoffbunker auf Gemeindegebiet erstellt werden sollte.

Diese Entscheidung, so Pertl, sei bei der Bauvoranfrage, die mit 10:2 Gegenstimmen genehmigt wurde, bereits gefallen. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen gewaltig. Der große Tresor, so Pertl, werde ummantelt und mit Erde abgedeckt. Auch ein Sabotageschutz sei vorhanden. Nach den Vorschriften müsse ein derartiges Lager mindestens 150 Meter von einer Besiedelung entfernt sein. Hier seien es immerhin 500 Meter. Zudem werden die Bedingungen des Gewerbeaufsichtsamtes zu 100 Prozent erfüllt.

Thomas Graßl von der Firma TG Chiemgau erklärte, dass sein Betrieb noch relativ neu und ein Lager für Sprengstoff für den Betrieb unbedingt erforderlich sei. Gelagert werde nur eine Tagesmenge von 75 bis 100 Kilogramm. Diese Menge werde im Laufe einer Woche abgearbeitet. Er informierte, dass der Sprengstoff mit einem Verfallsdatum versehen sei und sehr streng kontrolliert werde. Es handele sich zudem nur um zertifizierten, niederbrisanten Sprengstoff, der nicht einfach zur Detonation gebracht werden könne. Verwendung finde dieser bei Lockerungssprengungen von Bäumen und Gestein für den Wege-, Kanal-, und Hausbau.

Ria Pfeiffer interessierte, warum Graßl seinen Lagerplatz in Staudach-Egerndach und nicht in Marquartstein plane, nachdem seine Firma doch dort beheimatet ist. Er wohne zwar in Marquartstein, seine Maschinen stehen aber in Staudach-Ederndach und folglich sei es logistisch auch besser, das Lager dort zu haben, so Graßl.

Bürgermeister Pertl fügte hinzu, dass von außen dieser Sprengstofftresor nicht als solcher erkannt werden könne. Schließlich einigte sich der Rat mit zwei Gegenstimmen (Evi Pöschl/FW und Franz Heigenhauser/CSU) für den Neubau des Sprengstofflagers.

tb/Chiemgau Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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