"Hallenbad, unser Griechenland"

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Unterwössen - Die unendliche Unglücksgeschichte des Hallenbades geht weiter. Zähneknirschend bewilligte der Gemeinderat gestern weitere finanzielle Mittel für die Sanierung.

Die unendliche Unglücksgeschichte des Hallenbades von Unterwössen geht weiter. Die Hoffnungen der Gemeinde, den Betrieb bis zum Jahresende 2013 durch eine letzte große Geldspritze an den Hallenbadverein als Betreiber im vergangenen Herbst zu sichern, haben sich nicht erfüllt. Mit deutlichem Zähneknirschen hat der Gemeinderat in der Sitzung am Montag einen erneuten Zuschussantrag von 15.000 Euro für die Sanierung der Filteranlage abgesegnet.

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Im vergangenen Oktober glaubte die Gemeinde Unterwössen, das Problem "Hallenbad" endlich gelöst zu haben. Nach monatelangem Hick-Hack mit dem Hallenbadverein um die Finanzierung, sollte ein Einmalzuschuss von 100.000 Euro und die Steigerung der jährlichen Zuschüsse für 2012 und 2013 um je 15.000 Euro auf je 105.000 Euro den Hallenbadbetrieb zumindest bis zum Jahresende 2013 sicher stellen, und zwar ohne weitere Zuschüsse. Dann nämlich endet der Vertrag mit dem Hallenbadverein. Noch ungewiss ist das Schicksal des Bades ab 2014. Diese Entscheidung soll ein noch zu gründender Hallenbadausschuss demnächst vorbereiten.

Mit dem neuen Zuschussantrag kochten im Gemeinderat nun erneut alle Emotionen hoch. Hans Wimmer, Gemeinderat (CSU) und Vorsitzender des Hallenbadvereins, gestand ein, "mit seinem Latein am Ende zu sein". Gerade jetzt in den Ferien, wo man viele Besucher hätte haben können, müsse man das Bad schließen, weil das Herzstück der Anlage streike.

"Ich weiß, das Hallenbad ist ein Fass ohne Boden. Es ist quasi unser Griechenland", meinte Bürgermeister Hans Haslreiter. Doch der Vertrag mit dem Hallenbadverein laufe noch bis zum Jahresende 2013 und sollte deshalb auch eingehalten werden. "Schon wegen der vielen Schüler und dem Personal muss es verabredungsgemäß weitergehen", versuchte der Gemeindechef die Wogen zu glätten.

Doch für die erklärte Hallenbadgegnerin Sandra Sonntag (FDP) war das Maß voll: "Jetzt muss Schluss sein. Wir stopfen nur noch Löcher, statt zu handeln." Sie forderte einen Grundsatzbeschluss über die Schließung des Bades oder über ein genaues Betreiberkonzept. Auch Thomas Beilhack (SPD) plädierte dafür, das Bad zu schließen: "Es geht einfach nicht mehr anders."

Ein Ende der Debatte und eine Abstimmung über den eingereichten Zuschussantrag forderte schließlich Dr. Dieter Stein (Freie Wählergemeinschaft). Dem stimmte das Gremium mehrheitlich zu. Schließlich erhielt der Zuschussantrag über 15000 Euro mit elf Ja-Stimmen grünes Licht. Gegen den Antrag stimmten vier Gemeinderäte.

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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