Ist das Hallenbad noch zu retten?

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Unterwössen - Um das Hallenbad weiterführen zu können, müsste die Gemeinde mindestens eine Millionen Euro investieren. "Das ist für uns nicht zu schultern", so der Bürgermeister.

Viel wurde in den vergangenen Monaten über die Zukunft des Unterwössener Hallenbades spekuliert. Seit Juni 2012 ist das Bad geschlossen und ein Insolvenzverwalter aus Rosenheim hält die Fäden in der Hand. Um endlich die Fakten auf den Tisch zu legen, wie die finanzielle Situation aussieht, veranstaltete die Gemeinde an diesem Dienstag einen Infoabend. Bürgermeister Hans Haslreiter legte dabei unverblümt die Zahlen auf den Tisch. Eine Generalsanierung, die unumgänglich sei um das Hallenbad weiterführen zu können, koste die Gemeinde zwischen ein und zwei Millionen Euro. "Die Nachbargemeinden wollen sich nicht an diesen Kosten beteiligen und alleine ist das für uns nicht zu schultern", so der Bürgermeister. Auch der Zuschuss des Staates von 35 Prozent der Sanierungskosten sei nicht ausreichend. "Das ist auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein." 

Seit 2005 wurde das Hallenbad von einem hiesigen Verein geleitet. Doch das Defizit stieg von Jahr zu Jahr weiter. Nur durch horende Zuschüsse der Gemeinde konnte das Bad am Leben gehalten werden. Doch 2011 war dann der Höhepunkt erreicht: "Wir mussten fast 250.000 Euro bezuschussen", erinnert sich Thomas Müllinger, Geschäftsleiter der Gemeinde. "Das war der Zeitpunkt, an dem wir die Reissleine ziehen mussten."

Bürgermeister Hans Haslreiter beim Infoabend am Dienstag.

Jetzt steht das Hallenbad leer und verschlingt trotzdem weiter Geld. Rund 50.000 Euro an Kosten fallen jährlich an, auch wenn das Bad geschlossen ist. Daher muss möglichst bald eine Entscheidung her, wie es weitergeht. Geschäftsleiter Müllinger: "Eine Generalsanierung ist wirtschaftlich nicht sinnvoll und ein zeitgemäßes Erlebnisbad, dass mehr Besucher anlocken könnte, ist nicht zu finanzieren." Auch der Plan, das Hallenbad zu einem Schulbad umzufunktionieren sei nicht rentabel, solange sich die Nachbargemeinden wie Marquartstein, Übersee, Schleching und Grassau nicht beteiligen würden. Das Defizit liege nach einer Sanierung, nach Schätzungen des Geschäftsleiters, immer noch über 200.000 Euro. Müllinger brachte daher noch ein anderes Konzept ins Gespräch: "Man könnte das Schwimmbad stilllegen und beispielsweise in eine multifunktionelle Spielhalle für Kinder und Jugendliche umwandeln."

Bei der anschließenden Diskussions-Runde wurde aber schnell klar, dass den Bürgern der Gemeinde sehr an dem Erhalt des Hallenbades gelegen ist. Wie es nun weitergeht, bleibt also weiter abzuwarten.

ps/red

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