Klasse besucht Bürgermeister - Schreiben der Lehrer

"Wohin sollen wir gehen?"

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Die Forderung der Schüler der Klasse fünf der Grund- und Mittelschule Unterwössen ist eindeutig: "Wir wollen unser Hallenbad zurück." Foto flug

Unterwössen - Nachdem der Trägerverein Insolvenz angemeldet und der vorläufige Insolvenzverwalter die Einrichtung geschlossen hat, melden sich jetzt die Schüler zu Wort.

"Ich habe unzählige Nachmittage in unserem Hallenbad verbracht." - "Ich war oft mit meinen Freunden beim Baden. Wohin sollen wir gehen?" - "Ich bin einfach traurig." - "Wo sollen wir im Winter schwimmen?" Mit diesen und anderen Forderungen und Vorstellungen haben jetzt die Kinder der fünften Klasse der Grund- und Mittelschule Unterwössen ihren Bürgermeister Hans Haslreiter im Rahmen eines Überraschungsbesuches konfrontiert.

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Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Carolina Harnisch hatten sie sich auf den Weg zum Rathaus gemacht, um dort ein großes Plakat mit ihren Gedanken und Ideen zu überreichen, die ihnen im Zusammenhang mit der Schließung des Unterwössner Hallenbades eingefallen waren. Herausgekommen war eine Sammlung aus Zeichnungen und Texten, die auf unterschiedlichste Weise die Gedanken der Kinder verdeutlichen. Sie reichten von großem Bedauern über die Schließung bis zur Erinnerung an schöne Zeiten im Unterwössner Schwimmbad.

Was das alles zu bedeuten hatte, stand in der Überschrift auf dem Plakat: "Wir wollen unser Hallenbad zurück!" Und nicht nur die Schüler der Klasse fünf, sondern alle Schüler der Schule hatten unterschrieben.

Bürgermeister Haslreiter zeigte sich beeindruckt, wie nachdrücklich die Kinder ihre Gedanken äußerten, und brachte ihnen Sympathie entgegen. In der Sache selbst zeigte er sich aber wenig optimistisch. Er versprach zwar, alles zu unternehmen, was sinnvoll und möglich wäre, um eine Lösung im Kampf um den Fortbestand des Bades zu finden. Viel Hoffnung könne er aber nicht machen.

Trotzdem war die Aktion aus der Sicht der Schüler eine wichtige Idee, meinte Schulrektor Otto Manzenberger im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Sie hätten doch einiges an Selbstbewusstsein durch die Erfahrung gewonnen, dass man sich nachdrücklich für seine Wünsche und Ziele einsetzen kann. Sie hätten gelernt, dass man auch in vermeintlich aussichtslosen Situationen Gleichgesinnte und Unterstützer gewinnen kann, wenn man nur den Mund aufmacht, Zeichen setzt und so signalisiert, wo es fehlt und wo man hin möchte.

Entwickelt hat sich die Idee zu der Aktion aus dem Unterricht. Dort gibt es so etwas wie aktuelle Stunden, in denen sich die Kinder auch mit dem regionalen und örtlichen Geschehen auseinandersetzen. Jetzt war die Hallenbadschließung Thema - und die Kinderdiskussion führte zum Bürgermeisterbesuch.

Hinter diesem geballten Kinderwillen trat schon beinah zurück, dass Klassenlehrerin Harnisch zugleich dem Bürgermeister auch namens der Schulleitung und des gesamten Schulkollegiums ein Schreiben überreichte. Darin legten die Lehrer klar, welch Verlust nach ihrer Auffassung die Schließung des Hallen- und Sportbades für die Schullandschaft der Region bedeute.

lfl/Chiemgau-Zeitung

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