Hauptschule verabschiedet 61 Absolventen

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38 Schüler schafften die mittlere Reife - und damit alle, die zu diesen Prüfungen angetreten waren. Die besten Zeugnisse nahmen (von links) Kerstin Wisniewski, Susanne Ettenberger und Bernadette Baumgartner mit nach Hause. Ebenso ans Ziel kamen ausnahmslos alle 20 Kandidaten, die sich für den Quali angemeldet hatten.

Grassau - 61 Schüler haben die Hauptschule verlassen: 38 von ihnen haben die mittlere Reife im Gepäck, 20 den "qualifizierenden Hauptschulabschluss" (Quali) und drei den Hauptschulabschluss.

Herausragend waren die Leistungen von Susanne Ettenberger, die die mittlere Reife mit 1,25 ablegte. Im Rahmen der Entlassfeier erhielten die Schulabgänger ihre Zeugnisse.

"Das Leben vollzieht sich in Etappen - und eine Etappe ist nun vorbei", sagte Schulleiter Klaus Biersack. Bei seiner Ansprache nahm er den Satz der Abschlusschüler "Blick zurück, Augen auf nach vorne" auf und hoffte, dass dieser Blick zurück ohne Zorn, aber durchaus kritisch erfolge.

Den Schulabgängern stünden jetzt alle Türen offen, betonte Biersack weiter. Bisher sei alles klar gewesen und in einer vertrauten Umgebung abgelaufen, nun führe der Schritt ins Erwachsenenleben. Diese Ungewissheit bringe aber auch Chancen. Er wisse, dass Tugenden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit auch immer viele Türen öffne.

Von den 61 Entlassschülern wissen 57 bereits, wie es weitergeht: Sie treten eine Lehrstelle an oder besuchen eine weitere Schule. 95 Prozent also haben eine Perspektive. Er, Biersack, wisse nicht, wie viele Schulen ein solches Erfolgsmodell vorweisen könnten. "Nachdenken, Nachahmen und schließlich den Weg durch eigene Erfahrung finden", riet der Schulleiter den Absolventen. Voraussetzung sei, dass sie Menschen finden, die als positives Beispiel gelten. Wichtig sei auch, dass sich die Schüler in ungewohnten Situationen ihrer Entscheidungschance bewusst seien. Seinen Dank richtete er an die Klassenleiter und zitierte hier ebenfalls die Schüler, die meinten: "Lehrer sind einfach zum Knuddeln" und "Wikipedia auf zwei Beinen."

Zu bedauern sei, dass er zwei Lehrkräfte verabschieden müsse: zum einen Margrit Vogel, die in den Ruhestand wechsle, und zum anderen den Konrektor Thomas Lindlacher, der seinen Weg als Seminarlehrer weitergehe.

Rudi Jantke, Grassaus Bürgermeister und Vorsitzender des Hauptschulverbandes, sprach den Entlassschülern Mut zu, wünschte ihnen Selbstbewusstsein, Zuversicht und Glück. Er hoffte, dass alle Schüler mit ihren Leistungen zufrieden seien. Den anderen erklärte er, dass es weitere Chancen gäbe, man müsse dafür aber den "Hintern hoch bekommen". Lob richtete er unter anderem an die Klassenleiter, denen es neben der Vermittlung von Wissen auch um die Herzensbildung gegangen sei.

Zwei Projekte an der Schule erfuhren besondere Wertschätzung: die Lernpaten und "Schüler für Schüler" (SfS). Jutta Weber erläuterte, dass das Lernpatenprojekt seit vier Jahren laufe. Mittlerweile arbeiten ihren Angaben zufolge 28 Helfer mit den Schülern. Besonders erfreulich sei, so Weber, dass die Schüler den Wunsch nach Nachhilfe selbst äußern.

Michael Weber, seit vielen Jahren Betreuer des SfS-Projektes, informierte, dass man dieses Projekt mit vier Schülern begonnen habe. Anfänglich sei es um eine Art Pausenaufsicht gegangen. Heute könne man mit 95 aktiven SfS-Schülern von der siebten bis zur zehnten Klasse aufwarten. 50 von ihnen seien zu Tutoren ausgebildet worden.

Elternbeiratsvorsitzende Stephanie Ceschi a Santa Croce ehrte gemeinsam mit dem Schulleiter die Besten der Jahrgangsstufen neun und zehn. Hervorragende Leistungen in der neunten Klassenstufe erzielten Simon Reiter mit einem Notendurchschnitt von 1,77 und Michael Förg mit 1,83. In den M-Klassen errreichte Susanne Ettenberger mit 1,25 die beste Durchschnittsnote. Katharina Huber (1,75), Bernadette Baumgartner (1,75) und Kerstin Wisniewski (1,88) durften sich ebenfalls über Buchgeschenke freuen.

Wie herzlich das Verhältnis zwischen den Schülern und Lehrern war, zeigten die Beiträge der Schüler. So wurden die Lehrer von den M-Klassen mit Schärpen ausgezeichnet, die besondere Sprüche aufwiesen. "Wir sind echt gut, wir haben klare Vorstellungen, wissen was wir wollen und wir wissen, welchen Wert Toleranz in der Gesellschaft hat", erklärte Susanne Ettenberger. Die Abschlussschüler demonstrierten auch ihr Wissen zu speziellen Fragen, die das Publikum nicht beantworten konnte.

Die beiden Lehrer Philipp Bernhofer und Friedrich Hausbacher spielten einen Sketch: Sie suchten die Schüler, die immer weniger werden - und sie fanden schließlich die "Mittelschule". "Wir wünschen uns einen M-Zweig von der fünften Klasse an, damit diese gute Schule eine echte Chance bekommt", sagte Hausbacher.

Ebenso herzlich war die Verabschiedung von Klassenlehrerin Sabine Dotzer. Mit Blumen und guten Wünschen entließen die Schüler ihre Lehrerin. Und die Lehrerin wiederum wusste jeden einzelnen Schüler lustig zu charakterisieren.

Die Schüler zeichneten auch Katharina Lechner von der Agentur für Arbeit aus. Mit deren Hilfe war es gelungen, zahlreichen Schülern einen Ausbildungsplatz zu verschaffen. Mit viel Musik gaben die Schüler und der Lehrerchor der Veranstaltung eine besondere Note.

tb/Chiemgau-Zeitung

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