Heizwerk nimmt konkrete Form an

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So soll das künftige Heizwerk (Ansicht von Südosten), das sich an die Gestaltung des bestehenden Biomassehofs anlehnt, aussehen.

Grassau - Große Übereinstimmung gab es bei der Behandlung des Bauantrags zur Verwirklichung des Heizwerkes der Wärmevesorgung Grassau.

Nachdem die Bauleitplanung bereits in der vorangegangenen Sitzung abgeschlossen werden konnte, hatte der Marktgemeinderat nun über Ausmaß und Gestaltung des Heizwerkgebäudes und der dazugehörenden Lagerhalle zu befinden.Über die gebäudliche Gestaltung und das Innenleben des Biomasseheizwerks gab der vom gemeindlichen Kommunalunternehmen beauftragte Architekt Peter Höflinger aus Reit im Winkl Auskunft. Vorab aber informierte Bürgermeister Rudi Jantke über die schon erfolgte Antragskonferenz im Landratsamt Traunstein, an der neben dem Planer auch der Leiter des Kommunalunternehmens, Sebastian Stephan, der Geschäftsführer des Ökomodells, Wolfgang Wimmer sowie alle mit dem Projekt befassten Genehmigungsbehörden beteiligt waren.

Laut Jantke konnten so im Vorfeld bereits viele Dinge geklärt werden. Er betonte, dass das Vorhaben der Gemeinde im Landratsamt sehr positiv angekommenn sei.

An Hand der Planvorlagen beschrieb Höflinger die Bauflächen und die beiden Baukörper. Die Erschließung werde über den Biomassehof erfolgen, um auch Synergien nutzen zu können, wie zum Beispiel die vorhandenene Hackschnitzelwaage oder den Kipplader.

Die Lagerhalle, so Höflinger, sei im westlichen Grundstücksbereich in einem Ausmaß von 40 auf 16,5 Metern geplant. Die Wandhöhe wird zehn Meter betragen. Dies sei notwendig, damit auch Lastzüge hineinfahren und die Ladung kippen können. Im östlichen Teil des Grundstückes werde das Biomasseheizwerk mit abgestuftem Baukörper situiert und bis zu 24,6 Meter breit und 26,75 Meter lang. Die im Bebauungsplan vorgesehenen 15 Meter werden mit zirka 13 Metern seitlicher Wandhöhe nicht voll ausgenutzt. Die Gestaltung der Gebäude ist dem bestehenden Biomassehof angepasst.

Im Norden könne das Heizwerk bei Bedarf erweitert werden. Die beiden Kamine werden zirka 20 Meter hoch sein. Die Teerfläche werde auf das notwendigste Maß beschränkt und auch der Obstanger soll erhalten werden. Angelegt werde zudem ein bepflanzter Grüngürtel.

Vom Marktgemeinderat wurde die Planung rundweg positiv aufgenommen. Besonders hervorgehoben wurde von den Marktemeinderätinnen Susanne Speckbacher (SPD) und Christiane Lindlacher (SPD) die für derartige Funktionsgebäude sehr ansprechende Gestaltung. Bürgermeister Jantke bekräftigte, dass man sich durchaus durch Form und Farbgestaltung der Gebäude auch nach außen zum Projekt der umweltfreundlichen Energieerzeugung für Grassau und das Achental bekennen soll.

Vom nächsten Jahr an wird der von der Gemeinde Grass-au benötigte Strom ausschließlich aus zertifiziertem Ökostrom bestehen. Dies beschloss der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig mit dem Argument, ein solcher Schritt sei aus Klima- und Umweltschutzgründen ein Gebot der Stunde.

"Ein Gebot der Stunde"

Im Hinblick darauf, dass - wie auch in anderen Kommunen - der vom Bayerischen Gemeindetag ausgehandelte Rahmenvertrag zwischen der Eon Bayern und den kommunalen Spitzenverbänden zum Ende des Jahres ausläuft, befasste sich das Gremium mit diesem Thema.

Da die jährliche Stromabnahmemenge des Marktes Grassau über 500.000 Kilowattstunden liege, sei die Gemeinde verpflichtet, so Bürgermeister Jantke, die Stromlieferung europaweit auszuschreiben. Der Bayerische Gemeindetag und der kommunale Prüfungsverband haben den ausschreibungspflichtigen Kommunen dafür Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Nun stelle sich die Frage, ob in den kommenden vier Jahren der Vertragsdauer, wie bisher ein Mix aus 50 Prozent Ökostrom und 50 Prozent Atomstrom bezogen werden soll, oder ob man die Energie gänzlich aus Ökostrom decken wolle. Würde ausschließlich Ökostrom verwendet, würde dies pro Kilowattstunde voraussichtlich zwischen 0,15 und 0,30 Cent teurer kommen, bei 594.000 Kilowattstunden voraussichtlich zwischen 900 und 1800 Euro. Jantke riet dem Gemeinderat, sich ausschließlich für den Bezug von Ökostrom zu entscheiden, da dies auch dem Anspruch der Gemeinde, auf erneuerbare Energien zu setzen, gerecht werde.

Irmela Scheidle-Horkel (UGL) zeigte sich erfreut über diese Haltung. Auch Josef Sichler (CSU) sprach sich dafür aus, denn solche Entscheidungen könnten Konzerne dazu veranlassen, mehr Ökostrom zu erzeugen, wenn die Nachfrage verstärkt werde. Uneingeschränkt sprachen sich alle Räte für zertifizierten Ökostrom aus.

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