Gemeinde saniert Hochplattenbahn

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Die Gemeinde plant, die Hochplattenbahn noch in diesem Jahr zu sanieren. Auch die Talstation (unser Bild) bringt sie auf Vordermann.

Marquartstein - Für rund 1,2 Millionen Euro wird die Gemeinde Marquartstein die Hochplattenbahn sanieren. Das beschloss jetzt der Gemeinderat.

Die Gemeinde Marquartstein saniert ihren Sessellift auf die Staffen-Alm. Sie erneuert die Tal- und Bergstation der Hochplattenbahn und bringt auch deren Seil und Sesseln auf Vordermann. Einstimmig hat der Gemeinderat die Weichen gestellt. Die Zeit drängt: Noch in diesem Jahr will die Gemeinde die Sanierung über die Bühne bringen. Denn der Freistaat hat eine Förderung in Aussicht gestellt.

Bürgermeister Andreas Dögerl stellte in der Sitzung ein vom Ingenieurbüro Arno Schweiger, Fachbüro für Seilbahnanlagen, ausgearbeitetes Konzept vor. Vor der Sitzung hatte eine Ortsbegehung mit dem Gemeinderat stattgefunden.

Die bestehende Doppelsesselbahn war 1972 gebaut worden, wobei die Fahrzeit bei einem Höhenunterschied von 431 Metern und einer schrägen Bahnlänge von 1410 Metern elf Minuten beträgt. Die Talstation gliedert sich in zwei Teilbereiche, das Funktionsgebäude und den Bereich der Seilbahntechnik mit Antrieb. Die Bergstation hat vier Teilbereiche, nämlich den Aufsichtsstand, eine heute als Lagerraum dienende Holzhütte, die früher Führerstand und Kassenraum war, ein massives Gebäude mit Zwischen- und Untergeschoss sowie ein Bereich für die Seilbahntechnik. Da der Skibetrieb schon vor Jahren eingestellt wurde, dient das Untergeschoss nur noch als Lager. Die Räume im Zwischengeschoss werden seit vielen Jahren nicht mehr genutzt.

Bis 2009 hatte die gesamte Bergstation keinen Anschluss an die Strom- und Wasserversorgung. Erst im letzten Jahr wurde die Bergstation der Hochplattenbahn zusammen mit der Erschließung der Grassauer Almen an die gesamte Infrastruktur mit Abwasser, Strom und Telekommunikation angeschlossen.

"Die Hochplattenbahn soll für die Zukunft den heutigen Anforderungen an eine Seilbahnanlage angepasst werden", erklärte Bürgermeister Dögerl. Damit wieder mehr Gäste angesprochen werden, seien zahlreiche Änderungen notwendig. Künftig sollen mit der sanierten Seilbahn vor allem im Winter, aber auch im Sommer neue Zielgruppen angesprochen werden, zum Beispiel Rodler und Mountainbiker außerdem verstärkt Familien und Senioren.

Geplant sind 100 neue Doppelsessel mit klappbaren Sitzflächen und wärmenden Komforteinlagen für Rückenlehnen und Sitze. An den Sesseln sollen spezielle Anhängevorrichtungen für Sportgeräte angebracht werden. Auch eine neue Seilklemme und ein neues Förderseil sind notwendig.

An der Talstation der Hochplattenbahn wird es neue Toiletten, auch für Behinderte, einen Wickelraum und eine eigene WC-Anlage für das Personal geben, dazu einen Lagerraum für Materialien. Das Gebäude wird so umgestaltet, dass es an die geplante geänderte Betriebsweise angepasst wird. Alle Ein- und Ausstiegsbereiche, Zu- und Abgänge werden barrierefrei gestaltet.

Noch größer sind die Veränderungen an der Bergstation. Nur die Stützmauer des bestehenden Gebäudes bleibt bestehen. Mit einer Stahlkonstruktion wird eine Aussichtsplattform gebaut, die barrierefrei erreichbar ist. Eine neue Aufsichtshütte und eine neue WC-Anlage mit Wickelraum werden auch hier erstellt, außerdem die Ein- und Ausstiegsbereiche an die neue Betriebsform angepasst.

Zur Finanzierung sagte Bürgermeister Andreas Dögerl, um die höchstmögliche Förderung zu erreichen, habe die gesamte Sanierung in einem Zug geplant werden müssen. Das Gesamtvolumen beträgt netto 1,2 Millionen Euro, wobei vom Wirtschaftsministerium die Höchstförderung in Höhe von 403.000 Euro zugesagt wurde. Allerdings müsse die Baumaßnahme noch in diesem Jahr vonstatten gehen, was natürlich einen erheblichen Aufwand für die Verwaltung bedeute, so Dögerl.

Auf die Frage, ob auch Rollstühle transportiert werden könnten, meinte Zweiter Bürgermeister Günter Richter (unabhängig), dass auch einige Rollstühle an der Bergstation verwahrt werden könnten. Möglicherweise würde eine regionale Firma solche gerne zur Verfügung stellen.

gi/Chiemgau-Zeitung

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