Inzells Zukunft mitgestalten

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Die drei Stimmzettel für die Bürgerentscheide am 7. Juni: zum Aquapark, Familienhotel und Feriendorf.

Inzell - Über die planerischen Grundlagen für drei geplante Tourismusprojekte können die Inzeller Bürger in drei Bürgerentscheiden am Sonntag, 7. Juni, zusammen mit der Europawahl abstimmen.

Die Fragen auf den drei getrennten Stimmzetteln können jeweils mit Ja oder Nein beantwortet werden.

Die drei Fragen lauten: "Wollen Sie, dass die Gemeinde Inzell die Bauleitplanung fortführt, damit im nördlichen Außerfeld eine Ferienappartementanlage mit 70 Appartements und ein Feriendorf mit 60 Ferienhäusern gebaut werden können?" (Rats- und Bürgerbegehren), "Wollen Sie, dass die Gemeinde Inzell die Bauleitplanung fortführt, damit der Aquapark mit Vier-Sterne Hotelanlage gebaut werden kann?" (Ratsbegehren) und "Wollen Sie, dass die Gemeinde Inzell die Bauleitplanung fortführt, damit das Vier-Sterne-Familienhotel an der Kreuzfeldstraße gebaut werden kann?" (Ratsbegehren).

über diese Projekte stimmen die Inzeller Wahlberechtigten ab: Auf dem freien Gelände am Außerfeld, wo vergangenes Jahr das Festzelt stand, soll eine etwa 33000 Quadratmeter umfassende Vier-Sterne-Hotelanlage für Familien mit Kindern errichtet werden - mit Erlebnisgastronomie, Streichelzoo, Künstlerwerkstätten, Aktivitätsräumen und mehr.

Für den nördlichen Ortseingang von Inzell ist ein "Aquapark" mit etwa 11000 Quadratmetern Indoor- und großzügiger Outdoorfläche vorgesehen - ergänzt durch ein Wellness- und Konferenzhotel. Und im nördlichen Außerfeld wollen irische Investoren auf 7000 Quadratmetern 65 Ferienappartements erbauen. östlich davon plant die Decus Immobilien GmbH aus Rosenheim auf 22500 Quadratmetern 60 Ferienhäuser für Familien. Die Investoren für den Aquapark und das Familienhotel sind noch nicht bekannt.

Die Gemeinde und die Befürworter der Projekte führen als Argumente die Nachteile an, "wenn nichts passiert": Seit Jahren habe Inzell rückläufige Bettenzahlen, Tendenz steigend. Auch die Einwohnerzahl nehme von Jahr zu Jahr ab. Arbeitsplätze, Schule und Kindergarten seien daher gefährdet. Das Angebot im Ort, wie der Einzelhandel, werde sich weiter reduzieren. Handwerksbetriebe müssten um ihre Existenz kämpfen. Die geplanten Bauvorhaben hingegen könnten neue Kaufkraft nach Inzell und in die Region bringen und "Leuchtturmfunktion" haben, auch für andere Investoren und die Belebung der Ortsmitte. Arbeits- und Ausbildungsplätze und Zukunftsperspektiven für den für Inzell so wichtigen Tourismus würden weiter gewährleistet. Auch die bestehenden Tourismus-Betriebe könnten von den neuen Einrichtungen profitieren, zum Beispiel ihre Gäste in den Aquapark oder den im Bereich der Badepark-Umkleiden vorgesehenen "Indoor-Park" als Schlechtwetterangebot schicken. Neue Zielgruppen, die jetzt an Inzell vorbeifahren, würden auf den Ort aufmerksam.

Die Gegner der neuen Projekte, die das Bürgerbegehren gegen das Feriendorf initiierten, argumentieren, die bestehenden Gästebetten seien im Schnitt nur zu 30 Prozent ausgelastet. Im Ortszentrum stünden Gebäude wie das Krankenhaus leer und lägen Flächen wie das Areal des "Hotels zur Post" brach. Der Rabenbauernhof warte auf die notwendige Renovierung. Hier solle die Gemeinde zuerst ihre Hausaufgaben erledigen. Zudem sei der Flächenverbrauch in Inzell in den letzten Jahrzehnten enorm gewesen. Daher gelte es, sehr sorgsam mit Grund und Boden und der Landschaft umzugehen, denn Inzells Kapital sei seine Landschaft und nicht Ferienhäuser im Besitz auswärtiger Investoren. Es sei Aufgabe der Inzeller, ihren Nachkommen und Gästen den durch die Landwirtschaft geprägten, herrlichen Talgrund mit den verstreuten Weilern und freien Wiesenflächen zu erhalten. Die Kritiker warnen auch vor überkapazitäten, Billigangeboten, Bauruinen und Bodenspekulation.

Mehr Projektinfos sind im Internet unter www.auf-gehts-inzeller.de zu finden.

vm

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