Kanalgebühren steigen um bis zu 70 Prozent

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Unterwössen - Schlechte Nachrichten für die Bürger in Unterwössen: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung eine drastische Erhöhung der Kanalgebühren ab 1. Januar beschlossen.

Die Grundgebühren steigen danach um rund zehn Prozent, die Abwasserentsorgung wird bis zu 70 Prozent teurer. Die Erhöhungen sind erforderlich, weil Sanierungsmaßnahmen durchzuführen sind.

"Seit 17 Jahren hat es in unserer Gemeinde keine Erhöhung der Kanalgebühren gegeben, aber jetzt ist es so weit", stellte Bürgermeister Hans Haslreiter fest. Da das Kanalnetz über 40 Jahre alt sei, habe man es der gesetzlich geforderten Dichtungsprüfung unterziehen müssen. Dabei sind nach den Worten des Gemeindechefs etliche undichte Stellen festgestellt worden.

Die Sanierungen seien größtenteils mit Inline-Robotern möglich, sodass man sich teure Aufgrabungen sparen könne. "Wenn wir diese Schäden nicht reparieren oder sanieren, wird uns demnächst ein Reparaturstau überrollen."

Nach den Kalkulationen eines Fachmannes betragen die jährlichen Investitionskosten mindestens 150.000 Euro für die nächsten drei bis vier Jahre. "Und das ist eine Größenordnung, die die Gemeinde ohne eine entsprechende Gebührenanhebung alleine nicht mehr schultern kann", so der Bürgermeister.

Auch die Gemeinderäte zeigten sich einsichtig. "Wir haben noch Glück gehabt, dass nicht allzu viel kaputt ist und die notwendigen Reparaturen ohne Aufgrabungen zu bewerkstelligen sind", sagte Anton Aberger (CSU). Und auch sein Parteigenosse Hans Wimmer stellte fest: "Das muss jetzt einfach sein." Schließlich stimmten alle Gemeinderäte für die Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung.

Im Einzelnen betragen die Gebühren ab Januar 1,36 Euro (bisher 0,80 Euro) pro Kubikmeter Abwasser bei Anschluss an reine Schmutzwasserkanäle und 1,42 Euro (bisher 0,84 Euro) pro Kubikmeter Abwasser bei Anschluss an Schmutz- und Regenwasserkanäle.

Die Grundgebühren steigen je Wohneinheit bis 50 Quadratmeter auf 37 Euro (bisher 34 Euro), von 51 bis 95 Quadratmeter auf 43 Euro (bisher 39 Euro), von 96 bis 160 Quadratmeter auf 48 Euro (bisher 44 Euro), von 161 bis 300 Quadratmeter auf 54 Euro (bisher 49 Euro) und über 301 Quadratmeter auf 60 Euro (bisher 55 Euro).

Wie der Bürgermeister betonte, liegt man in Unterwössen mit der neuen Kalkulation immer noch unter dem Durchschnitt umliegender Gemeinden. Im Übrigen sei, so Haslreiter, eine Neukalkulation in etwa vier Jahren geplant.

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Achental

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser