Gemeinderat: Kein Zuschuss für Tierheim

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Unterwössen - Das Traunsteiner Tierheim wollte einen Zuschuss von 1730 Euro. Den bekommt sie jetzt aber nicht. Die Gemeinde stimmte denkbar knapp dagegen.

Abgelehnt hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend einen Zuschuss in Höhe von 1730 Euro im Jahr für das Tierheim Traunstein. Der Trägerverein war an die Gemeinden im Landkreis herangetreten, weil er allein aus Spenden, Erbschaften und den Gemeindegebühren für Fundtiere nicht mehr überleben kann. Sieben Gemeinderäte stimmten für den Zuschuss, sieben dagegen - und mit dem Patt war der Antrag abgelehnt.

"In der letzten Bürgermeisterbesprechung bestand Einigkeit, dass sich alle Gemeinden an der Finanzierung des Tierheims beteiligen, weil das Tierheim mit der Unterbringung von Fundtieren kommunale Pflichtaufgaben übernimmt", informierte Bürgermeister Hans Haslreiter seine Gemeinderäte.

Bislang zahlte Unterwössen dem Heim für Fundtiere in seinem Gemeindebereich zwischen 200 und 600 Euro jährlich. Hinsichtlich der nun neu kalkulierten Umlage sollte jede Gemeinde 50 Cent pro Einwohner an das Tierheim abführen. Für Unterwössen würden damit etwa 1730 Euro im Jahr zu Buche stehen, dafür aber keine Extra-Gebühren für Fundtiere mehr anfallen. Bürgermeister Haslreiter plädierte dafür, diesen Betrag für die Jahre von 2012 bis 2016 festzuschreiben.

Die Diskussion spaltete das Gremium anschließend in zwei Parteien. Während die eine, wie Anton Greimel (Freie Wählergemeinschaft), den angesetzten Betrag als "viel zu hoch" bewertete und als Zeichen einer oftmals "übertriebenen Tierliebe" einstufte, hielt die andere Partei die Diskussion um einen so geringen Betrag geradezu für "lächerlich". Claudia Schweinöster (Unabhängige Wählergemeinschaft Wössen): "Angesichts der Hunderttausende, die wir ins Hallenbad stecken, sind 1730 Euro nicht der Rede wert."

Das letzte Wort ist nach der Ablehnung wohl noch nicht gesprochen. "Wenn sich neue Aspekte ergeben, kommt die Angelegenheit im neuen Jahr noch einmal zur Abstimmung", sagte der Gemeindechef nach der Sitzung gegenüber der Chiemgau-Zeitung.

Zurücknehmen musste der Gemeinderat seine einstimmige Entscheidung vom 1. August dieses Jahres über die Regelung anonymer Urnengräber. Seinerzeit waren - unter der Voraussetzung der Verwendung von Bio-Urnen - eine Ruhezeit von fünf Jahren und Gebühren von 300 Euro beschlossen worden.

Unterwössen weiter "Luftkurort"

Das Gesundheitsamt Traunstein hatte gegen diese Regelung sein Veto eingelegt und eine Ruhezeit von 15 Jahren sowie Gebühren von 450 Euro gefordert. Der Gemeinderat stimmte einer entsprechenden Änderung der Friedhofssatzung einstimmig zu. Geblieben ist die Regelung, dass eine anonyme Urnen-Grabstätte nur vergeben wird, wenn es dem Willen des Verstorbenen entspricht. Die Urnen werden dort der Reihe nach für die Dauer der Ruhefrist beigesetzt und namentlich nicht gekennzeichnet.

Wie Bürgermeister Haslreiter dem Gremium mitteilte, darf die Gemeinde für die nächsten fünf Jahre weiterhin den Titel "Luftkurort" tragen. Alle relevanten Messungen seien im grünen Bereich gewesen.

Geschäftsleiter Thomas Müllinger gab bekannt, dass zwischenzeitlich das beschlossene Beratungsgremium gebildet worden sei, das die Entscheidung über die Zukunft des Hallenbades ab 2014 vorbereiten solle. Die Mitglieder dieses Hallenbadausschusses sind die Gemeinderäte Anton Aberger und Adelheid Meirer (beide CSU), Bartholomäus Irlinger und Andreas Voit (beide Oberwössener Wählergemeinschaft) sowie Claudia Schweinöster (Unabhängige Wählergemeinschaft Wössen), Dr. Dieter Stein (Freie Wählergemeinschaft) und Hans Thullner vom gemeindlichen Bauamt. Der Teamleiter wird intern ermittelt.

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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