Vom Keller ins Stüberl aufgestiegen

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Rund 100 Quadratmeter stehen dem Trachtenverein nun als Vereinsstüberl für gesellige Zusammenkünfte, Proben und als Treffpunkt zur Verfügung. Übernommen wurde der Raum im Rohzustand.

Grassau (ch-z) - So ein gemütliches, wunderschönes Trachtenheim, und dies im Zentrum der Gemeinde, war ein langgehegter Wunsch des Grassauer Trachtenvereins, der nunmehr realisiert wurde.

Das Trachtenheim konnte, nun geweiht, offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Es ist aber nicht nur schön und zweckmäßig, sondern zudem ein äußeres Zeichen, wie gut der Verein zusammenarbeitet.

Mit Auftritten der Kinder und der Aktiven, einer rustikalen Brotzeit und mit guter Stubnmusi wurde die Einweihung gefeiert.

Pfarrer Andreas Horn segnete das Stüberl und bat um Gottes Hilfe, dass die Jugend auch weiterhin mit Begeisterung und Freude im Verein aktiv sei, Tradition weiter bewahrt und Freude an Tracht, Heimat und Tradition aufrechterhalten werde. Er beglückwünschte den Verein zum schönen Stüberl.

Durch den Umbau des "Gasthofs zur Post" habe sich die Tür für einen eigenen Probenraum für den Verein aufgetan, berichtete Trachtenvorstand Klaus Zeisberger und dies auch noch in dem Gasthaus, das seit Vereinsgründung die Heimat der Trachtler sei. Die Gemeinde habe den Raum im Rohzustand an den Verein übergeben. Er war komplett entkernt, lediglich elektrische Leitungen, Wasser und Heizung waren vorhanden. Auch die Durchbrüche zum kleinen Saal hat die Gemeinde übernommen, wie auch den Austausch aller Fenster und Türen. Alle anderen weiteren Ausbaumaßnahmen habe der Verein selbst bewerkstelligt.

Die ersten Arbeiten im Vereinsstüberl wurden im Dezember 2007 vorgenommen und zusätzliche elektrische Leitungen für Lichtquellen und Lautsprecherkabel verlegt. Im März 2008 begannen die Aufräumungsarbeiten und anschließend der aufwendige Bodenaufbau. Schließlich sollte ein Tanzboden verlegt werden, der robust ist und Freude beim Tanzen bereitet. In aufwendigem Fischgrätmuster wurde das Parkett verlegt. Zudem wurde die Decke abgehängt und mit Holzkassetten verkleidet, die durch Strahler ergänzt den Raum gut ausleuchten.

Danach widmeten sich die vielen freiwilligen Helfer der Wandvertäfelung und den Fensterbänken. Auch ein großer Spiegel, in dem sich die Plattler beobachten können, wurde angebracht. Anfang Juli schließlich wurde die Einbauschrankwand gefertigt. Nun sei auch das Trachtengewand gut untergebracht. Im August folgte der Einbau der Küchenzeile. Es wurden noch Wand- und Deckenleuchten montiert. Erst vergangene Woche sei man schließlich aus dem Keller im Sportlerheim in das Trachtenstüberl umgezogen. "Ein gelungener Aufstieg", betonte Klaus Zeisberger.

Seinen Dank richtete er an die vielen großzügigen Geld- und Sachspender, die es letztlich ermöglichten, das Trachtenheim mit einem finanziellen Aufwand von 16000 Euro zu realisieren. Ohne die Spenden hätte der Verein rund 30000 Euro schultern müssen. An geleistete Arbeitsstunden habe er 1675 notiert, sei sich aber sicher, dass bedeutend mehr geleistet wurde. Würde man die Arbeitsstunden in Lohn umrechnen, wären weitere 59000 Euro hinzugekommen. "Mit diesem Trachtenheim und der geleisteten Arbeit brauchen wir uns nicht verstecken", sagte Zeisberger. Nun müsse das Trachtenheim nur noch mit Leben gefüllt werden.

Die Handschrift des Schreinermeisters Zeisberger lässt sich im gelungenen Vereinsstüberl deutlich erkennen, zumal er selbst sehr viele Stunden hier für den Trachtenverein aktiv war. Zum Dank für die geleistete Arbeit und um ihm das Ausruhen schmackhaft zu machen, überreichte Büchereileiterin Caroline Zeisberger ein Ruhekissen mit der Aufschrift Vorstand. Es solle ihm ein paar erholsame, geruhsame Stunden bereiten. Die Bücherei ist der direkte Nachbar des Vereinsstüberls. Zweiter Bürgermeister Sepp Grießenböck erinnerte, dass es Zeisberger vor rund acht Jahren damals als Marktgemeinderat selbst war, der den Vorschlag gemacht hatte, im "Gasthof zur Post" ein Kulturzentrum einzurichten. Die Gemeinde sei froh, dass der Trachtenverein so angepackt habe. Sie habe ihren Beitrag im Nutzungsvertrag festgelegt. So dürfe der Verein Vereinsstüberl, kleinen Saal und Heftersaal kostenlos nutzen. Zudem werden auch keine Nebenkosten erhoben.

Nach den Ansprachen zeigte der Verein, wie trachtlerisch gefeiert werde, nämlich mit guter Stubenmusi und Plattlern, ausgelassen und froh, ganz wie es Brauchtum und Tradition fordern.

tb/Chiemgau-Zeitung

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