Kröten sicher über Straße

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Marquartstein - "Viel ist im Arten- und Biotopschutz geschehen", berichtete der Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz Achental, Hermann Eschenbeck, in der Jahresversammlung.

"Viel ist im Arten- und Biotopschutz geschehen", berichtete der Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) Achental, Hermann Eschenbeck, in der Jahresversammlung im Gasthof "Prinzregent". Über 1000 Grasfrösche und Erdkröten brachten freiwillige Helfer beim Amphibienübergang in Freiweidach heuer sicher über die Straße, sagte Eschenbeck.

Ein neuer Amphibienübergang sei in diesem Jahr beim Weiher an der Realschule entstanden, nachdem Ossi Sima und die Bergwachtler den Teich gesäubert hatten. Der Vorsitzende dankte Marquartsteins Bürgermeiser Andreas Dögerl für den unterstützenden Baggereinsatz der Gemeinde.

Auch bei der Kartierung der Fledermausvorkommen sind Fortschritte zu verzeichnen. Zum ersten Mal sei in Marquartstein ein Sommerquartier der Mopsfledermaus nachgewiesen worden, so Eschenbeck. Heuer will der BN die Dachstühle und Türme der Kirchen nach Fledermäusen untersuchen. Ein Projekt zur Erforschung der Waldfledermäuse mit rund 50 regelmäßig kontrollierten Fledermauskästen an verschiedenen Standorten im Achental gibt es schon seit mehreren Jahren. Eschenbeck bat, dem BN vermutete Quartiere von Fledermäusen zu melden unter Telefon 08641/8984 und Totfunde, auch Kotproben aufzuheben, bis sie umgehend abgeholt würden. Der streng geschützte Biber ist inzwischen auch an vielen Stellen im Achental anzutreffen. Für angerichtete Schäden gibt es Ausgleichszahlungen.

"Der Bau von Insektenhotels ist ein Herzensanliegen des Bund Naturschutz", sagte Eschenbeck. Sie seien eine ideale Möglichkeit, Kinder zu einem vertieften Verständnis für den Naturschutz anzuleiten, ihre Lust am Basteln zu befriedigen und ihre Teamfähigkeit zu stärken. Er dankte Bürgermeister Jantke für seine Unterstützung beim Baukurs im Rahmen des Grassauer Ferienprogramms 2011.

Mit Schülern des Staatlichen Landschulheims veranstaltete die Ortsgruppe nicht nur Fledermausnächte im letzten Jahr, sondern auch einen Aktionstag "Almschwenden" auf einer Alm in Unterwössen. Hier konnten die Schüler die Almflora kennenlernen und vom Almbauern etwas über die Notwendigkeit und Eigenart der Almwirtschaft erfahren.

Auch die großen Umweltthemen kamen zur Sprache. Eschenbeck berichtete von Kampf des BN gegen einen überzogenen Ausbau der A8 und den überdimensionierten Flächenverbrauch insgesamt. Wolf Steinert beklagte in der Diskussion die einschneidenden Eingriffe in die Landschaft durch den geplanten Ausbau der Autobahn. Eschenbeck warnte, dass man trotz der nach Fukushima eingeläuteten Energiewende das ebenso wichtige Ziel, die Biodiversität zu erhalten, nicht aus den Augen verlieren dürfe. Die Bergbäche und die letzten, noch nicht verbauten Abschnitte der Alpenflüsse müssten erhalten bleiben und nicht noch das allerletzte Fließgewässer mit Wasserkraft zugebaut werden.

Während Eschenbeck eine Energiegewinnung an der Tiroler Achen kritisch sah, setzte sich Jantke für Fließgewässerkraftwerke dort ein, wo die laufenden Machbarkeitsstudien positiv ausfielen. Einig waren sich alle Anwesenden, dass die gerade eingeweihte Holzvergasungsanlage in Grassau beispielgebend auf dem Weg zur Energieautarkie im Achental sei.

gi/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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